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Einstieg in die Welt des Tourismus

Zwei junge Frauen sitzen gemeinsam an einem Tisch und schauen sich ein Reiseprospekt an.
Wo soll´s denn hingehen? Tourismuskaufleute werden zum Großteil im Reisebüro ausgebildet und helfen dort ihren Kunden bei der Reiseplanung.
Foto: Katharina Kemme

Tourismuskaufleute für Privat- und Geschäftsreisen

Einstieg in die Welt des Tourismus

Kunden Kataloge voller durchsonnter Ferienanlagen zeigen, Flugtickets buchen und Hotelreservierungen vornehmen: Tourismuskaufleute werden zum Großteil in Reisebüros ausgebildet und kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf – egal ob Urlaubs- oder Geschäftsreise. abi» gibt einen Einblick, welch große Bandbreite an Tätigkeiten Auszubildende erlernen und in welchen Bereichen sie tätig werden können.

Tourismuskaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen – wie das Berufsbild genau heißt – ist ein ziemlich gefragter Ausbildungsberuf. „Derzeit erlernen ihn deutschlandweit rund 5.000 junge Menschen. Etwa drei Viertel davon sind weiblich“, sagt Dorothea Busche, Referentin Bildung beim Deutschen Reiseverband (DRV). Die dreijährige duale Ausbildung ist nach Erfahrung der Expertin immer noch „der zentrale Einstieg in die Welt des Tourismus“. In der ersten Ausbildungsphase werden breitgefächerte Grundlagen vermittelt, die man nach der Zwischenprüfung vertieft.

Je nach Arbeitsschwerpunkt ihres Ausbildungsbetriebs spezialisieren sich die Auszubildenden in einem von drei möglichen Bereichen: Reisevermittlung, Reiseveranstaltung oder Geschäftsreisen.

Im Reisebüro Kunden beraten

Ein Porträt-Foto von Dorothea Busche

Dorothea Busche

Foto: privat

Entscheidet man sich für den Schwerpunkt Reisevermittlung, bereitet dies vor allem auf die Tätigkeit im Reisebüro vor. Auch wenn viele Menschen sich heutzutage ihre Reise selbstständig im Internet zusammenstellen, spielen die Büros nach wie vor eine wichtige Rolle: „Die Hälfte aller Reisen wird hier gebucht. Dabei bietet die professionelle individuelle Beratung durch die Mitarbeiter vielen Kunden den ausschlaggebenden Mehrwert. Reisende wissen die persönlichen Erfahrungen der Reisevermittler, zum Beispiel über Unterkünfte, Strandverhältnisse und Ausflüge vor Ort, sehr zu schätzen“, berichtet Dorothea Busche.

Wer im Reisebüro tätig ist, informiert Kunden über Reiseziele, findet passende Angebote, kalkuliert Preise, bucht um oder storniert. Tourismuskaufleute nutzen für ihre Arbeit spezielle Computerreservierungssysteme, das Internet sowie Infos von Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften oder Hotels. Neben dem Kundenkontakt kümmern sich Angestellte im Reisebüro um Marketingmaßnahmen und neue Reiseangebote, schreiben Newsletter, pflegen die Website und Social-Media-Kanäle.

Pauschalpakete schnüren

Auch im Bereich Reiseveranstaltung sind Tourismuskaufleute tätig und stellen beispielsweise Pauschalreisen zusammen. Hierfür vergleichen sie Angebote und Konditionen, bevor sie Hotelbetten und freie Plätze im Flugzeug einkaufen, um daraus ein Paket für ihre Kunden zu schnüren. Diese Pakete beinhalten häufig auch Angebote von Anbietern vor Ort, wie Ausflüge oder Mietwagen. „Man braucht ein gutes Gespür dafür, welche Trends es gerade gibt und was die entsprechende Zielgruppe möchte“, erklärt Dorothea Busche. Auch hier gehören Werbung über Social Media, Newsletter und vieles mehr dazu. Um ein komplexes Reiseprodukt zu erstellen, es zu bewerben und zu verkaufen, arbeiten viele Menschen zusammen. Daher ist Teamfähigkeit ein Muss.

Geschäftsreisen managen

Für die Planung und Organisation von Geschäftsreisen ist es wichtig zu wissen, dass diejenigen, die beruflich unterwegs sind, oft andere Ansprüche an eine Reise stellen als Urlauber. Sonnengarantie ist hier also nicht gefragt, stattdessen reibungslose Abläufe, eine Unterkunft mit schnellem Internet nahe am Ort des Geschäftstermins und flexible Reisekonditionen, falls spontan umgebucht werden muss. Spezielle Geschäftsreisebüros oder Travel Management Companies (TMC) kümmern sich um die Bedürfnisse dieser Zielgruppe. Dort lernen Auszubildende, worauf es bei der Organisation einer Firmenreise ankommt, um Geschäftsreisenden Angebote unterbreiten zu können, die genau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Diese drei Schwerpunkte bieten Tourismuskaufleuten vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Inland. Außerdem können sie im Ausland arbeiten, unter anderem bei Hotels oder Reiseagenturen vor Ort oder als Reiseleiter. Auch Bahn- und Busunternehmen oder Mietwagenanbieter im In- und Ausland bilden aus und beschäftigen Tourismuskaufleute. „Die meisten Azubis lernen allerdings in den rund 10.000 Reisebüros deutschlandweit“, weiß die Expertin vom DRV. Damit sind die Reisebüros auch ein bedeutender Arbeitgeber für „fertige“ Tourismuskaufleute. Aufgrund ihrer kaufmännischen Kenntnisse können sie übrigens auch außerhalb ihres Fachbereichs tätig werden. Oder sie schließen nach der Ausbildung eine Weiterbildung zum Tourismusfachwirt oder ein Studium im Bereich Tourismus an.

Fremdsprachen und Auslandserfahrung

„Wer sich für eine Ausbildung in diesem Bereich interessiert, der sollte neben der Freude am Verkaufen fremde Länder und Menschen und natürlich die Branche allgemein spannend finden sowie gerne dienstleistungsorientiert arbeiten. Man sollte gut planen und organisieren können und zudem ein gutes Zahlenverständnis haben. Gute Englischkenntnisse sind ein Muss, Spanisch- oder Französischkenntnisse werden ebenso wie Auslandserfahrungen oder Praktika gern gesehen“, fasst Dorothea Busche zusammen.

Da die Digitalisierung auch die Reisebranche verändert, sollten Mitarbeiter neben ihren Fachkenntnissen wissen, wie man zielorientiert mit digitalen Informationsdiensten und sozialen Medien arbeitet. „So können sie dem Kunden das beste Produkt anbieten und die Serviceleistung erhöhen“, betont die Expertin. „Auch IT-Kenntnisse und technisches Wissen werden in der Tourismusbranche zunehmend wichtiger.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Tourismuskaufmann/-frau).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Das Portal für die berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit (Suchwort: Tourismuskaufmann/-frau).
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Über den „finder“ kannst du gezielt nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Tourismus)
www.studienwahl.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.
www.ausbildungplus.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Informationen zur Aus- und Weiterbildung in der Tourismusbranche
www.dihk.de/branchen/tourismus/aus-und-weiterbildung

Deutscher Reiseverband (DRV)

Vertritt die Interessen der Unternehmen der Reisebranche gegenüber Leistungsträgern im In- und Ausland
www.drv.de

Ausbildungsportal des DRV

www.tourismus-azubi.de

Deutscher Tourismusverband e.V.

www.deutschertourismusverband.de

abi>> 21.02.2018