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Im Dienst für die Gesellschaft

Zollbeamter findet Schlagring im Reisegepäck
Als Abfertigungsbeamtin beim Zollamt kontrolliert Kristina Kraus Waren, die außer Land gebracht werden sollen.
Foto: Ria Kipfmüller

Zollinspektorin

Im Dienst für die Gesellschaft

Die Zollinspektorin Kristina Kraus (26) ist als Abfertigungsbeamtin beim Zollamt in Ansbach-Weißenburg aktuell dafür zuständig, Waren zu kontrollieren, die außer Landes gebracht werden sollen. Was sie an ihrem Beruf schätzt, ist, dass die Einsatzgebiete beim Zoll variieren.

„F ür mich ist es wichtig, dass meine Arbeit gebraucht wird, um Gutes zu tun. Hier geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern um den Dienst für die Gesellschaft“, meint sie. Derzeit ist sie dafür zuständig, die Ausfuhr von Waren zu überwachen. Mit Hilfe eines IT-Systems werden Ausfuhranmeldungen von Firmen oder Privatpersonen geprüft und mit den bestehenden Gesetzen verglichen: Darf die Ware ausgeführt werden oder nicht? Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: So können hochentwickelte Maschinen wegen ihres möglichen Einsatzes als Rüstungsgut ebenso ein Problem werden wie Chemikalien, die als Grundstoff für Drogen dienen könnten.

„Mich reizt an der Arbeit besonders, dass kein Tag wie der andere ist“, erzählt Kristina Kraus. „Jeder Fall ist neu und man muss immer versuchen, auf Grundlage der Gesetze und in Zusammenarbeit mit anderen Behörden die bestmögliche Lösung zu finden.“ Dafür arbeitet sie am Schreibtisch, krabbelt aber auch schon mal in den LKW, um sich dessen Ladung genau anzuschauen. In ihrem Arbeitsalltag kommt sie mit den unterschiedlichsten Menschen aus vielen Nationen in Kontakt. „Vom Schäfer bis hin zu international tätigen Managern ist alles dabei“, fasst sie zusammen.

Jura-, Wirtschafts- und Sprachkenntnisse

Ein Porträt-Foto von Kristina Kraus

Kristina Kraus

Foto: Zoll

Der Zoll bildet seine Beamten je nach Bedarf selbst aus. Kristina Kraus hat den Dualen Studiengang „Gehobener nichttechnischer Zolldienst des Bundes“ an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung absolviert und als Diplom-Finanzwirtin abgeschlossen. Hier hat sie in drei Jahren vor allem juristische, aber auch wirtschaftliche und Sprachkenntnisse erworben. Zu Beginn des Studiums fand ein sechsmonatiges Grundstudium an der Hochschule statt. Anschließend folgten Praktika in heimatnahen Dienststellen des Zolls. „In den Praxisphasen lernt man alle Bereiche des Zolls kennen“, erinnert sie sich. „So kommt man auch mit Themen in Kontakt, die einem vorher fremd waren. Ich hatte zum Beispiel vom Dienst an der Waffe keine Vorstellung“, sagt die Zollinspektorin. Mittlerweile ist das anders, auch wenn sie die Waffe in ihrem Berufsalltag derzeit nicht benötigt. Neben den Praxisphasen wartete ein zwölfmonatiges Hauptstudium auf Kristina Kraus. Nach dem Abschluss des Studiums werden die Absolventen zum Beispiel als Sachbearbeiter, Betriebsprüfer, Abfertigungsleiter bei Zollämtern oder in Zollfahndungsämtern eingesetzt.

Für alle Einsatzmöglichkeiten ausgebildet

Kristina Kraus ist nach dem Studienabschluss vom Zoll übernommen worden und leitet heute das Team der Abfertigungsbeamten, das für den Export zuständig ist. Zum Einsatz kommt sie häufig bei den besonders schwierigen Fällen, wo vor allem ihre im Studium erworbenen juristischen Kenntnisse gefragt sind. „In meinem Job muss man flexibel sein und sich auf jeden Tag neu einstellen“, meint sie. In den kommenden Monaten möchte sie sich erst einmal weiter in ihrem Bereich spezialisieren. Allerdings arbeiten beim Zoll die wenigsten ihr ganzes Berufsleben im gleichen Fachgebiet. „Wir wurden für alle Einsatzmöglichkeiten ausgebildet und so kann man beim gleichen Arbeitgeber immer neue berufliche Wege gehen“, freut sie sich auf die Zukunft.

abi>> 21.10.2016