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In die eigene Zukunft investieren

Geld
Fachleute für Versicherungen und Finanzen sollten ein gutes Händchen für Geld besitzen.
Foto: Cristof Stache

Weiterbildung zum Fachwirt

In die eigene Zukunft investieren

Weiterbildung betrachtet Michael Kern (28) als Investition in seine persönliche Zukunft – auch wenn das bedeutete, zwei Jahre lang abends nach dem Job noch einmal die Schule zu besuchen. Heute ist er Geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen und leitet die Geschäftsstelle einer Versicherung.

„Für mich hat sich die Weiterbildung sehr gelohnt“, sagt Michael Kern, der inzwischen eine Filiale der Provinzial-Versicherung in Schwerte im Ruhrgebiet leitet. Ein Spaziergang war der Weg dorthin aber nicht: 2007 hat er Abitur gemacht, anschließend eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Nach den drei Jahren wurde er übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war klar: Sein damaliger Chef würde bald in Rente gehen. „Das war für mich der Ansporn, mich zum Fachwirt weiterzubilden, denn natürlich wollte ich gern sein Nachfolger werden“, sagt Michael Kern.

Als er 2013 die Weiterbildung beim Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft in Dortmund anfing, erfüllte er die formalen Voraussetzungen: eine abgeschlossene Berufsausbildung plus mindestens ein Jahr Berufserfahrung. „Was ich während der Weiterbildung gelernt habe, kann ich in meinem jetzigen Job sehr gut anwenden“, sagt er. Es gab Fächer wie Marketing, Vertrieb, Steuerung und Kommunikation – aber auch Personalführung. „Ich hatte damit bis dato keine großen Erfahrungen“, sagt er. „Dort habe ich dann aber unter anderem gelernt, wie ich Mitarbeiter motiviere.“

Wenig Freizeit

Ein Porträt-Foto von Michael Kern

Michael Kern

Foto: Privat

Daneben lernte er in dieser Zeit aber auch, sich selbst zu motivieren. Das war nicht immer einfach: Von morgens bis abends arbeitete er in seinem Beruf, danach ging er zweimal die Woche von 18 bis 20 Uhr und samstags den ganzen Tag zur Schule. „Gerade im Sommer war das manchmal schwer“, sagt er. „Wenn Freunde mich mit zu einer Party oder zu einem Wochenendtrip ans Meer mitnehmen wollten, musste ich oft absagen.“ Er hätte zwar auch vieles zu Hause lernen können statt in der Schule, „aber dafür bin ich nicht der Lerntyp“, sagt er. „Ich muss die Dinge einmal anhand eines praktischen Beispiels erklärt bekommen – das kann ich mir besser merken, als wenn ich es selbst in einem Buch lese.“

Die Abschlussprüfung legte er bei der Industrie- und Handelskammer in Dortmund ab. Zuerst wurden alle Fächer schriftlich abgefragt. Als er diesen Teil bestanden hatte, durfte Michael Kern in die mündliche Prüfung. Finanziert hat er seine Weiterbildung durch BAföG. „Ich sehe die rund 2.500 Euro als Investition in meine Zukunft an“, sagt er.

Lohn für die Anstrengung

Die hat sich gelohnt: Seit Februar 2015 leitet er nun die Geschäftsstelle. Beworben hatte er sich noch während seiner Weiterbildung. Die Begründung für die Zusage freut ihn besonders: „Man hat mir gesagt, dass ich viel Disziplin und Biss bewiesen hätte, indem ich mich parallel zum Job weitergebildet habe.“

Und er hat nicht vor, damit aufzuhören: Ab September studiert er nebenberuflich einen Bachelor of Insurance Management. Wenn alles gut klappt, ist er damit in einem Jahr Betriebswirt und hat in zwei Jahren einen Bachelorabschluss in der Tasche. „Vielleicht öffnet sich dadurch auch wieder eine neue Tür“, sagt er.

abi>> 25.09.2015