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Zum Abschlussprojekt nach Neuseeland

Baumstämme
Kein Baum gleicht dem anderen - Produkte aus Holz sind immer ein Unikat.
Foto: Armin Weigel

Staatlich geprüfter Techniker

Zum Abschlussprojekt nach Neuseeland

Nach der Ausbildung zur Tischlerin war Caja Olberding (26) klar, dass sie nicht ihr Leben lang Bautischlerarbeiten machen wollte. Deshalb entschloss sie sich zu einer Weiterbildung zur staatlich geprüften Holztechnikerin.

Was sie werden wollte, wusste Caja Olberding direkt nach dem Abitur noch nicht. Darum machte sie erst mal ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Bund für Umwelt und Naturschutz. „Dort habe ich schnell gemerkt, dass mir praktische Arbeit viel Spaß macht“, sagt sie. Sie beschloss: Ich werde Tischlerin.

Einen Ausbildungsplatz fand sie im westfälischen Erwitte – in einer kleinen Tischlerei mit Schwerpunkt auf Bautischlerarbeiten. „Wir haben viele schwere Sachen wie Türen und Fenster gebaut“, erzählt sie. „Das war zwar interessant, aber ich bin bald an meine körperlichen Grenzen gestoßen. Außerdem wollte ich mich weiterentwickeln.“

Caja Olberding wollte sich stärker auf die Arbeitsvorbereitung und -planung konzentrieren. Deshalb entschied sie sich für eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Holztechnikerin. „Der Techniker ist ein Zwischending zwischen Meister und Ingenieur“, sagt sie. „Die Techniker-Weiterbildung ist ein bisschen theoretischer – die zum Meister hat einen größeren Anteil an Fachpraxis.“

Ein bisschen wie Schule

Ein Porträt-Foto von Caja Olberding

Caja Olberding

Foto: Privat

Die Voraussetzungen für die Weiterbildung – eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie ein Jahr Berufserfahrung – brachte sie mit, so dass sie 2013 an der Technikerschule loslegen konnte – und zwar in Vollzeit. „Meinen Lebensunterhalt habe ich während der zwei Jahre mit dem Meister-BAföG finanziert“, sagt sie.

Der Schulalltag erinnerte sie an eine normale Schule. „Englisch und Mathe sind gut machbar, wenn man das Abitur hat“, sagt sie. „Viel lernen musste ich vor allem in Fächern wie Produktentwicklung, Betriebs- und Personalwirtschaft, Produktherstellung oder Produktmanagement. Außerdem hatten wir regelmäßige Projektarbeiten.“ Dort hat sie zum Beispiel ein Schränkchen für Alltagsutensilien wie Handy und Schlüssel entworfen oder Holztüren für ein Haus geplant.

Ihr persönliches Highlight war aber die achtwöchige praktische Abschlussarbeit in einem Betrieb. Über eine Lehrerin bekam sie zufällig die Möglichkeit, dafür nach Neuseeland zu gehen. Gemeinsam mit zwei Mitschülern arbeitete sie in einem deutschen Betrieb, der deutsche Fenster importiert und auf den neuseeländischen Markt bringt. „Wir haben Leitlinien für Architekten entwickelt, wie die deutschen Fenster trotz der anderen Bauweise in neuseeländische Häuser passen“, erzählt sie. „Das war eine tolle Erfahrung.“

Momentan sucht sie eine neue Stelle. „Es gibt viele Möglichkeiten“, sagt sie. „Ich könnte zum Beispiel als Anwendungstechnikerin bei einem Zulieferer der Holzbranche arbeiten oder in der Arbeitsvorbereitung in der Industrie.“ Am liebsten würde sie aber in einem mittelständischen Handwerksbetrieb Projekte leiten und begleiten – vom Auftrag bis zur Fertigstellung.

abi>> 25.09.2015