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Beruflicher Aufstieg nach der Ausbildung

Seminarraum
Man lernt nie aus: Im Berufsleben sollte man seine Kenntnisse ständig auf dem neuesten Stand halten.
Foto: Martin Rehm

Interview

Beruflicher Aufstieg nach der Ausbildung

Es muss nicht immer ein Studium sein: Nach einer erfolgreichen Ausbildung können auch Weiterbildungen die Karriere voranbringen. abi>> hat Christian Reitz, Teamleiter der Bundesagentur für Arbeit Mainz, gefragt, wie es nach einer Ausbildung erfolgreich weiter gehen kann.

abi>> Herr Reitz, für welche Ausbildungsberufe kommt welche Art von Weiterbildung infrage?

Christian Reitz: Grundsätzlich sollte man sich in jedem Beruf ständig weiterqualifizieren und seine Kenntnisse und Kompetenz aktuell halten. In stark technikorientierten Berufen, die sich rasch verändern, etwa in der IT, sind Weiterqualifizierungen sicherlich noch wichtiger. Man muss auch immer unterscheiden: Führt eine Weiterbildung mit dem Abschluss zu einem konkreten Berufsbild oder ist es eine „klassische“ Weiterbildung, also eine Aufqualifizierung zum bestehenden Beruf?

abi>> Gibt es Berufszweige, in denen sich Weiterbildungen besonders lohnen?

Christian Reitz: Zunächst mal: Eine Weiterbildung ist nicht zwangsläufig mit einem beruflichen Aufstieg verbunden, steigert aber die Chancen erheblich – vor allem, wenn Berufserfahrung und entsprechende Kompetenzen dazukommen. Es gibt außerdem Bereiche, in denen zusätzliche Qualifikationen dabei helfen können, im Beruf Fuß zu fassen – zum Beispiel in rechtlichen Bereichen, auf bestimmten medizinischen Feldern oder bei Berufen, die therapeutische oder beratende Schwerpunkte haben. Auch die Weiterbildungen Techniker und Meister wirken sich oft positiv auf die eigene berufliche Entwicklung aus, etwa im Bereich der Elektrotechnik. Mit diesen Qualifizierungen kann man später auch selbst Auszubildende begleiten und fördern.

abi>> Schlägt sich eine Weiterbildung später im Gehalt positiv nieder?

Christian Reitz: Zusätzliche Qualifizierungen können sich natürlich in der Entlohnung positiv bemerkbar machen. Wichtig ist, dass man sich mit der Qualifizierung von seinen Mitbewerbern abhebt und der Arbeitgeber bereit ist, die Zusatzkompetenzen auch anzuerkennen – und zu vergüten.

abi>> Unabhängig davon, ob Meister, Techniker, Fachwirt und so weiter: Welche Grundvoraussetzungen muss man erfüllen, damit man eine Weiterbildung machen darf?

Christian Reitz: Grundsätzlich muss man eine Ausbildung mitbringen – und eine dazu passende Berufserfahrung von einem bis drei Jahren.

abi>> Und was kosten diese Weiterbildungen?

Christian Reitz: Die konkreten Kosten variieren von Fall zu Fall. In der Regel sind es aber vierstellige Beträge.

abi>> Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Christian Reitz: Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die Bildungsprämie, ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Menschen in Beschäftigung, die sich weiterqualifizieren wollen, sich eine Weiterbildung aber nicht leisten können, erhalten damit unter bestimmten Bedingungen einen Zuschuss. Bei der Meister-Weiterbildung kommt auch eine Förderung durch das Meister-BAföG in Frage. Wer das beantragen und sich dazu beraten lassen will, sollte sich an seinen Landkreis oder seine Kommune wenden.

abi>> 25.09.2015