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100 erste Tage an der Uni

Muss man da eigentlich mitschreiben?

Als ich das erste Mal in einer Vorlesung in der Uni saß, hatte ich keine Ahnung, was ich machen sollte. Um mich herum saßen lauter nicht minder Ahnungslose mit Collegeblöcken vor sich und Kugelschreibern in der Hand, aber keiner regte sich. Muss man hier mitschreiben? Ich fand es gerade am Anfang total schwierig, möglichst schnell zu entscheiden, was man sich notieren sollte und was man getrost weglassen konnte.
Wenn ich mir heute meine Notizen aus den ersten Wochen an der Uni anschaue, fällt mir auf, dass ich vor allem eines getan habe: die Präsentationen der Dozenten abgeschrieben, obwohl ich diese auch im Internet hätte finden können. Weil das Abschreiben der Powerpoint-Folien außerdem handschriftlich kaum möglich ist, bin ich bald dazu übergegangen, zu jedem Seminar und zu jeder Vorlesung meinen Laptop mitzubringen und fleißig mitzutippen. Abends hab‘ ich dann alles ausgedruckt, fein säuberlich sortiert und abgeheftet. Das würde ich heute nicht mehr machen: Meist weiß man ja doch erst am Ende des ersten Semesters einzuschätzen, was man für die Klausuren lernen sollte und ob man dafür alle Notizen ausdrucken muss.
Um die Umwelt zu schonen, habe ich daher anfangs darauf verzichtet, Texte auszudrucken, die wir zur Vorbereitung lesen mussten. Warum auch: Man kann sie ja ebenso gut am Laptop oder auf dem E-Reader lesen, oder? Das mache ich nun anders – ich drucke wieder aus. Ich habe einen Kugelschreiber und einen Marker in der Hand, wenn ich einen Text lese, um Notizen zu machen und wichtige Passagen hervorzuheben. Und das geht eben nur, wenn ich den Text vor mir liegen habe.
Würde ich im Nachhinein anders mit all den Präsentationen, Notizen und Texten umgehen, wenn ich noch einmal Studienanfängerin wäre? Wohl kaum, aber schlau wäre es. Vor allem habe ich daraus gelernt, dass es voll okay ist, anfangs zuerst einmal gar nichts zu machen und einfach abzuwarten, bis man selbst merkt, wie es sich am besten lernt – und das tut man früher oder später mit Sicherheit!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  May 11, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
May 11, 2017

100 erste Tage an der Uni

Politikwissenschaftlerin oder Bundeskanzlerin?

„Was macht man eigentlich damit?“ ist eine Frage, die wohl jeder hin und wieder zu hören bekommt, der einen Studiengang an der Philosophischen Fakultät absolviert – zum Beispiel Komparatistik, Philosophie, Anglistik oder eben Soziologie und Politikwissenschaft. Bei Letzterem ist die nächste Frage meist noch: „Willst du etwa Bundeskanzlerin werden?“ Inzwischen muss ich mich da regelmäßig zusammenreißen, um nicht die Augen zu verdrehen. Ein wenig stellen wir Studierenden uns die Frage nach unserem künftigen Beruf wohl auch selbst, denn wie Karrieren für Politikwissenschaftler oder Soziologen aussehen, das kann man nicht einfach so googeln. Wer einen der besagten Studiengänge belegt, dem stehen unglaublich viele Optionen offen, aber der Berufsweg ist nicht so gerade wie etwa der von Juristen. Der eine möchte einmal in den Journalismus gehen, den anderen locken internationale Organisationen.
Aber was ist tatsächlich aus den Menschen geworden, die Sozialwissenschaften studiert haben? Ich fand es sehr hilfreich, dass meine Soziologiedozentin uns die Angst vor der Zukunft nehmen wollte und in einer Veranstaltung drei Menschen einlud, die mit ihr studiert hatten und die uns kurz präsentierten, wie es nach dem Studium für sie weitergegangen war. Eine von ihnen schrieb inzwischen ihre Doktorarbeit über soziale Ungleichheiten, eine andere arbeitete gerade in einem Bundesministerium und der Dritte hatte seine eigene Unternehmensberatung gegründet.
Mein Studiengang setzt sich aus Medien-, Politikwissenschaft und Soziologie zusammen, sodass ich meinen Master nicht zwingend in Soziologie machen und vielleicht beruflich gar nichts mehr mit dem Fach zu tun haben werde. Dennoch fand ich es schön, einmal so unterschiedliche Lebenswege zu sehen – da lässt sich die Frage danach, was man mit so einem Studium anfangen kann, ab jetzt viel einfacher beantworten!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  May 4, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
May 4, 2017

100 erste Tage an der Hochschule

Von Referaten, Protokollen und Rezensionen

Wenn man von der Schule an die Uni wechselt, fällt einem zuerst einmal eines auf: Mündliche Noten gibt es hier nicht. Das bedeutet, dass es in den Vorlesungen nicht erwartet wird, selbst etwas zu sagen, und in den Übungen und Seminaren interessiert es auch niemanden, ob man mitarbeitet oder nicht – soweit zumindest die Theorie. In meinem Studium gibt es außerdem keine Anwesenheitspflicht. Ob wir zu den Veranstaltungen gehen, dürfen wir selbst entscheiden. Jeder Studierende muss allerdings für jede Übung und jedes Seminar, das er belegt, eine Studienleistung erbringen. Meist sind das Referate zu verschiedenen Themen, Protokolle, die den Ablauf der jeweiligen Veranstaltung dokumentieren, und Rezensionen zu Büchern, die zu dem Thema der Übung oder des Seminars passen. In der ersten Veranstaltung einer Übungsreihe wird verteilt, wer welche Studienleistung übernimmt.
Ich dachte mir, es könne nicht schaden, die Studienleistungen so schnell wie möglich hinter mich zu bringen, um am Ende des Semesters Zeit zum Lernen zu haben. Ob das geschickt war, wird sich vor den Klausuren noch zeigen. Für den Moment bedeutete es vor allem Folgendes: Ich hatte noch nie ein Referat in der Uni mitbekommen und keine Idee davon, wie meines, das ich gewählt hatte, aussehen wollte. Ich kannte den Unterschied zwischen Thesenpapier und Handout nicht und befürchtete, mein Referat würde eher eine Zusammenfassung der Pflichtlektüre als ein Überblick über das Thema sein. Studienleistungen haben aber zumindest einen Vorteil: Sie werden nicht benotet – müssen im Zweifelsfall aber erneut geleistet werden.
Im Nachhinein habe ich mir bei meinem ersten Referat viel zu viel Stress gemacht: Ich hätte ruhig auch mit weniger Hintergrundliteratur arbeiten und das Referat kürzer halten können. Aber die gründliche Vorbereitung hat einen Vorteil: Mein Referatsthema muss ich vor den Klausuren garantiert nicht noch einmal lernen!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Apr 28, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Apr 28, 2017