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Studentenleben live

Alle Jahre wieder: Semesterbeginn

Nach zwei Jahren ist es jetzt endlich das erste Mal, dass ich im Herbst nicht mehr in die Uni als Erstsemestlerin gehe. Vor zwei Jahren habe ich begonnen Medizin zu studieren und letztes Jahr zu Psychologie gewechselt. Und dieses Jahr komme ich nun endlich mal ins dritte Semester und bin nicht mehr Ersti (so wird man während des ersten Studienjahres oder Semesters genannt).

Als ich vor zwei Jahren angefangen habe Medizin zu studieren, kannte ich natürlich noch kaum jemanden in Leipzig und ich war sehr gespannt auf die Erstiwoche. In dieser organisieren Studierende aus höheren Fachsemestern Kennenlernveranstaltungen für die Neuankömmlinge.

Bei der Einführungswoche in Psychologie haben wir zusammen gebruncht, eine Stadt-Ralley gemacht, und eine Radtour zu einem See hier in der Nähe unternommen. Wer sich dann noch nicht kannte konnte auch noch für ein Wochenende auf einen Ausflug nach Meisen mitkommen. Eigentlich war das Angebot toll, aber da ich schon durch das vorherige Semester so viele Leute in Leipzig kannte, war ich vielleicht gar nicht so offen dafür, neue Leute kennenzulernen und habe mich auch nicht so dafür interessiert.

Dieses Semester war ich ja jetzt nicht mehr Ersti, konnte mich aber doch noch gut daran erinnern, wie es sich anfühlt in eine unbekannte Stadt zu kommen und niemanden zu kennen. Deswegen habe ich mich dem Fachschaftsrat angeschlossen und bei der Gestaltung der Erstiwoche mitgewirkt. Denn ich wollte, dass es den Erstis so gut ergehen sollte, wie mir letztes Jahr.

Deswegen habe ich mit einer Freundin unter anderem eine Radtour mit Kennenlernspielen am See organisiert. Dort haben wir auch gepicknickt und eine Slackline aufgebaut. Alles hat sehr gut geklappt und am Ende haben alle beschlossen noch zusammen Kaffee trinken zu gehen.

Ich habe die Erstiwoche immer als sehr anstrengend erlebt, weil alle sehr unsicher sind und in kurzer Zeit schnell viele Freunde finden wollen. Und genauso kam mir das auch bei der Radtour vor: Alle waren sehr nett, aber wirkten ein bisschen überdreht, was aber wahrscheinlich ganz normal ist. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich jetzt zum ersten Mal nicht wieder neue Leute kennenlernen muss.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Oct 30, 2015

Studentenleben live

Die erste Woche

Vor einer Woche noch habe ich mich unendlich auf das Semester gefreut. Darauf, nach einem Jahr endlich wieder richtig an die Hochschule zurückzukehren. Das vergangene Wintersemester verbrachte ich schließlich am Beit Berl College in Israel, das darauffolgende Sommersemester als integriertes Semesterpraktikum in der Sprachheilschule Sindelfingen. Ich war zwar einen Tag in der Woche für zwei Seminare in der Hochschule, aber das ist bei weitem nicht dasselbe. Ich freute mich vor allem auch auf den Winter: auf das gemütliche Thermoskannenteetrinken im Seminarraum, während es draußen so früh dunkel wird, dass es egal ist, ob man schon um fünf Uhr oder erst um acht Uhr den grauen Gebäudekomplex verlässt. Besonders aber freute ich mich auf Weihnachtsmärkte und Adventsstimmung und auf den Verkauf von Waffeln und Glühwein auf dem Campus.

Dass das nicht für immer anhalten würde, war mir bewusst. Dass es nach drei Tagen vorbei sein würde, hat mich jedoch ernsthaft erschreckt. Da war zum einen der Montag, der viel länger ging als eigentlich geplant, weil es abends noch eine Informationsveranstaltung zu Blockpraktika gab. Nach einem elfstündigen Hochschultag kam ich also nach Hause und erfuhr zudem noch von meiner Mitbewohnerin, dass sie unsere WG Mitte November verlassen wird.

Am Dienstag sah die Welt schon wieder ein bisschen besser aus, und ich machte mich mit einer Freundin und Kommilitonin zu einem Kindergarten auf, in welchem wir dieses Semester ein fünfjähriges Mädchen einmal wöchentlich sprachlich fördern sollen. Das Mädchen kannten wir bisher noch nicht, aber der Förderbedarf war nicht zu übersehen: Das Kind sprach fast eine halbe Stunde kein einziges Wort mit uns. Natürlich ist das eine absolut spannende und neue Herausforderung für uns, aber wir hatten mit so etwas schlichtweg nicht gerechnet und wissen auch nicht wirklich, wo wir ansetzen können, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Üblicherweise ist es in einer ersten Spielsituation sehr gut möglich, besondere Auffälligkeiten zu erkennen und ein bisschen zu diagnostizieren, aber an vereinzeltem Nicken und Kopfschütteln konnten wir nicht wirklich etwas über das Sprachverständnis des Kindes ablesen. Das waren schon zwei erlebnisreiche Tage.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 29, 2015

Studentenleben live

Pendlerverkehr

Das neue Semester ist nun ins Rollen gekommen und damit auch der Weg von meinem neuen Wohnort Nürnberg in die Uni nach Bayreuth. Der Schienenersatzverkehr auf dieser Strecke ist zum Glück schon seit ein paar Wochen vorbei und ich kann mit Bus und Bahn in knapp zwei Stunden Fahrtzeit zu meinen Veranstaltungen nach Bayreuth fahren. Ich war voller Spannung vor meinem Pendlerstart am Sonntagabend. Was würde auf mich zukommen? Sind mein Veranstaltungsplan und die Abfahrtszeiten auf einen Nenner zu bringen? Kann ich mit meinem Klapperfahrrad, das noch in Bayreuth steht, gut zwischen Bahnhof und Campus hin und her fahren? Und dann stellte sich mir noch die Frage, welches Ticket ich lösen sollte: Monats- oder Jahreskarte? In jedem Fall stand fest, dass ich nun monatlich mindestens 100 Euro dafür zahlen werde.

Mehr im Pendlerfieber als im Pendlerglück befand ich mich bereits am ersten Tag nach 21 Uhr mit dem alten Klapperfahrrad wieder im Zug zurück nach Nürnberg. Da das Licht defekt ist, ist es mir im Oktober, wo es um 19 Uhr bereits dunkel ist, zu gefährlich mit diesem Fahrrad unterwegs zu sein. Da ich dreimal in der Woche erst nach 18 Uhr die Uni verlasse und dann zügig zum Bahnhof muss, brauche ich dringend eine Alternative.

Als ich das alte Rad in dieser Nacht in Nürnberg in unserem Hinterhof abstellen wollte, war jedoch auf einmal mein alternatives Damenrad nicht mehr da. Völlig fertig mit den Nerven verbrachte ich diese erste Nacht der Vorlesungszeit in dem Glauben, man habe mir zu allem Überfluss auch noch mein abgeschlossenes Damenrad aus dem Hinterhof gestohlen. Ich war noch nie so glücklich, mich getäuscht zu haben, als ich am nächsten Morgen mein Damenrad vor unserem Supermarkt abgeschlossen und von mir vergessen vorfand. So konnte ich das Alternativrad dann doch wie geplant mit nach Bayreuth transportieren.

Trotz der ganzen Energie die ich nun für das Pendeln aufbringen muss, bin ich noch hoffnungsvoll, dass ich mich bis November schon daran gewöhnt haben werde. Wie es weitergeht, werde ich euch auf jeden Fall berichten.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Oct 29, 2015