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Bachelor live

Studium oder Praxiserfahrung?

Zwei Semester meines Publizistikstudiums, die sich längst nicht wie ein ganzes Jahr angefühlt haben, sind bereits vorbei. Inzwischen konnte ich einen ganz guten Einblick in meinen Fachbereich gewinnen und erste spezifischere Interessen entwickeln. Was genau ich mit meinem Bachelor in Publizistik mal anfangen werde steht, jedoch noch in den Sternen. Das liegt vor allem daran, dass ich keinen blassen Schimmer habe, wie es in der Berufswelt dieses Fachbereichs aussieht.
Im Studium ist mir schnell aufgefallen, dass hauptsächlich Theorie vermittelt wird. Einen praktischen Bezug gibt es – zumindest bei meinem Studiengang – leider kaum, obwohl gerade eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis meiner Meinung nach extrem wichtig ist, um sich eine realitätsnahe Vorstellung von einem Beruf machen zu können. Mit dem Wissen, das ich bisher in der Uni mit auf den Weg bekommen habe, würde ich mich in einem Unternehmen relativ nutzlos fühlen. Wir lernen Fakten über die Mediengeschichte, Theorien zur Nachrichtenauswahl, Konzepte, die die politische Kommunikation beeinflussen, und wie man theoretisch eine Inhaltsanalyse oder ein Experiment durchführen würde – man beachte den Konjunktiv …
Bei diesem Konzept wird schnell klar, warum jeder Studierende ein dreimonatiges Pflichtpraktikum absolvieren muss. Inzwischen bin ich sehr gespannt darauf, wie mein späteres Berufsleben aussehen könnte und welche Möglichkeiten ich überhaupt habe. Deshalb habe ich mir für meine nächsten Semesterferien ein vorgenommen, ein Praktikum zu absolvieren. Bis jetzt stand dies nicht besonders weit oben auf meiner To-Do-Liste, da ich erst mal einen Einblick in den Studiengang gewinnen und mir klar darüber werden wollte, wo meine Interessen liegen. Jetzt steht das Praktikum ziemlich weit oben auf der Liste und wird mein nächstes kleines Projekt werden.

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2017
Autor: Nadine
Rubrik: studium
Dec 18, 2017

Bachelor live

Zurückkehren ist nicht einfach

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich zu Schulzeiten von Klassenfahrten, Skifreizeiten und meinem Schüleraustausch zurück zu nach Hause gekommen bin: Jedes Mal habe ich mich unglaublich gefreut! Meine Eltern, meine Schwester, mein eigenes Bett, die vertraute Umgebung – egal wie schön die Zeit woanders war, mein Zuhause habe ich doch immer etwas vermisst.
Das hat sich geändert, als ich nach dem Abitur für neun Monate einen Freiwilligendienst in Madrid absolviert habe. Schon nach knapp drei Monaten als ich über die Weihnachtsferien zurück nach Deutschland geflogen bin, fühlte sich Madrid eher wie mein Zuhause an. In Deutschland hingegen erschienen mir die Menschen seltsam kühl. Weitere sechs Monate später ging mein Freiwilligendienst in Spanien zu Ende. Kaum war ich zurück in Deutschland, ging es für ein Seminar nach Berlin. Das klingt zunächst sehr stressig, aber im Endeffekt war es super. Denn in der Zeit nach meinem Freiwilligendienst wollte ich nicht wahrhaben, dass ich Madrid nicht so schnell wiedersehen würde. Mir fehlten der Rotwein und die Tortilla, meine französische Mitbewohnerin und meine beste Freundin, die Menschen, mit denen ich gearbeitet hatte, die Siesta und die durchgemachten Nächte. Sonst hätte ich wahrscheinlich mein Unvermögen, mit dem Ende meiner Spanienzeit umzugehen, direkt an meinen Eltern ausgelassen.
Im Sommer verbrachte ich vier Wochen in einem Workcamp in Südafrika. Das ist keine lange Zeit und es war auch anstrengend, da wir uns immer wieder auf Neues einlassen mussten. Aber zurückkehren ist trotzdem nicht einfach, merkte ich nun wieder. Auch würden mir zurück in Deutschland erst die Unterschiede bewusst. In unserem Viertel bei Kapstadt war der Elektrozaun um unser Grundstück normal und auch, dass ich nicht alleine auf die Straße ging. Zurück bei meinen Eltern war es seltsam und befremdlich, einfach so allein aus dem Haus zu gehen und im Wald zu spazieren. Viel Zeit zum Nachdenken blieb mir aber nicht: Zwei Hausarbeiten wollten abgegeben werden und in der Woche nach dem Rückflug fing ich wieder an zu arbeiten. Auch das war stressig – und wohl gut so. Sobald ich wieder in Bonn unter meinen Unifreunden war, war es beinahe so, als wäre ich nie in Südafrika gewesen. Erst nach und nach fiel mir das Rückkehren wieder schwer, etwa wenn ich Menschen von Südafrika erzählen sollte und selbst noch kein Fazit von der Reise gezogen hatte.
Ich glaube, dass es zu einem Auslandsaufenthalt dazugehört, mit der Rückkehr zu hadern. Sonst hätten wir uns in der Zeit schließlich nicht verändert und nichts dazugelernt.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Dec 14, 2017

Bachelor live

Juhu, ich bin Stipendiat!

Es gibt Unmengen an Stipendien. Da das richtige zu finden, ist gar nicht so leicht – dann noch genommen zu werden natürlich umso weniger. Da politische oder kirchliche Stipendien für mich nicht infrage kamen, musste ich nach einer Alternative für meinen bevorstehenden Auslandsaufenthalt umsehen – und wurde schließlich fündig. Im kommenden Sommersemester werde ich an der Karls-Universität Prag studieren und parallel meine Bachelorarbeit schreiben.
Die Gesellschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) vergibt unter anderem Stipendien für Auslandsaufenthalte in Polen und Tschechien. Alle Bewerbungsunterlagen zusammenzubekommen, war gar nicht so einfach. Da braucht man ein Passbild, Lebenslauf und Motivationsschreiben auf Deutsch und Tschechisch, einen Studienplan, ein Gutachten vom Sprachlektor und ein Empfehlungsschreiben von einem promovierten Dozenten. Doch es klappte: Ich stellte alle Dokumente zusammen, ein paar Minuten vor Abgabeschluss aktualisierte ich die letzten Informationen im Online-Portal, dann hieß es warten.
Und nun bin ich sehr froh, ab Februar GFPS-Stipendiat zu sein! Das hat gegenüber einem gängigen Erasmus-Aufenthalt so einige Vorteile: Neben der finanziellen Förderung kann ich durch die Teilnahme an zwei obligatorischen Seminaren und den sogenannten „Stadtgruppen“ schnell neue Leute kennenlernen und habe Ansprechpartner vor Ort.
Ab Februar werde ich also endlich wieder in Prag leben – ich kann es kaum erwarten. Auch wenn ich freilich traurig bin, Leipzig zu verlassen, wo ich mich ja nun doch eingelebt habe. Neben dem Schreiben der Bachelorarbeit werde ich unter anderem Sprachkurse und eine Geschichtsvorlesung besuchen. Ich bin gespannt, was mich noch so alles erwartet.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 14, 2017