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Bachelor live

Zurückkehren ist nicht einfach

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich zu Schulzeiten von Klassenfahrten, Skifreizeiten und meinem Schüleraustausch zurück zu nach Hause gekommen bin: Jedes Mal habe ich mich unglaublich gefreut! Meine Eltern, meine Schwester, mein eigenes Bett, die vertraute Umgebung – egal wie schön die Zeit woanders war, mein Zuhause habe ich doch immer etwas vermisst.
Das hat sich geändert, als ich nach dem Abitur für neun Monate einen Freiwilligendienst in Madrid absolviert habe. Schon nach knapp drei Monaten als ich über die Weihnachtsferien zurück nach Deutschland geflogen bin, fühlte sich Madrid eher wie mein Zuhause an. In Deutschland hingegen erschienen mir die Menschen seltsam kühl. Weitere sechs Monate später ging mein Freiwilligendienst in Spanien zu Ende. Kaum war ich zurück in Deutschland, ging es für ein Seminar nach Berlin. Das klingt zunächst sehr stressig, aber im Endeffekt war es super. Denn in der Zeit nach meinem Freiwilligendienst wollte ich nicht wahrhaben, dass ich Madrid nicht so schnell wiedersehen würde. Mir fehlten der Rotwein und die Tortilla, meine französische Mitbewohnerin und meine beste Freundin, die Menschen, mit denen ich gearbeitet hatte, die Siesta und die durchgemachten Nächte. Sonst hätte ich wahrscheinlich mein Unvermögen, mit dem Ende meiner Spanienzeit umzugehen, direkt an meinen Eltern ausgelassen.
Im Sommer verbrachte ich vier Wochen in einem Workcamp in Südafrika. Das ist keine lange Zeit und es war auch anstrengend, da wir uns immer wieder auf Neues einlassen mussten. Aber zurückkehren ist trotzdem nicht einfach, merkte ich nun wieder. Auch würden mir zurück in Deutschland erst die Unterschiede bewusst. In unserem Viertel bei Kapstadt war der Elektrozaun um unser Grundstück normal und auch, dass ich nicht alleine auf die Straße ging. Zurück bei meinen Eltern war es seltsam und befremdlich, einfach so allein aus dem Haus zu gehen und im Wald zu spazieren. Viel Zeit zum Nachdenken blieb mir aber nicht: Zwei Hausarbeiten wollten abgegeben werden und in der Woche nach dem Rückflug fing ich wieder an zu arbeiten. Auch das war stressig – und wohl gut so. Sobald ich wieder in Bonn unter meinen Unifreunden war, war es beinahe so, als wäre ich nie in Südafrika gewesen. Erst nach und nach fiel mir das Rückkehren wieder schwer, etwa wenn ich Menschen von Südafrika erzählen sollte und selbst noch kein Fazit von der Reise gezogen hatte.
Ich glaube, dass es zu einem Auslandsaufenthalt dazugehört, mit der Rückkehr zu hadern. Sonst hätten wir uns in der Zeit schließlich nicht verändert und nichts dazugelernt.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Dec 14, 2017

Bachelor live

Juhu, ich bin Stipendiat!

Es gibt Unmengen an Stipendien. Da das richtige zu finden, ist gar nicht so leicht – dann noch genommen zu werden natürlich umso weniger. Da politische oder kirchliche Stipendien für mich nicht infrage kamen, musste ich nach einer Alternative für meinen bevorstehenden Auslandsaufenthalt umsehen – und wurde schließlich fündig. Im kommenden Sommersemester werde ich an der Karls-Universität Prag studieren und parallel meine Bachelorarbeit schreiben.
Die Gesellschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) vergibt unter anderem Stipendien für Auslandsaufenthalte in Polen und Tschechien. Alle Bewerbungsunterlagen zusammenzubekommen, war gar nicht so einfach. Da braucht man ein Passbild, Lebenslauf und Motivationsschreiben auf Deutsch und Tschechisch, einen Studienplan, ein Gutachten vom Sprachlektor und ein Empfehlungsschreiben von einem promovierten Dozenten. Doch es klappte: Ich stellte alle Dokumente zusammen, ein paar Minuten vor Abgabeschluss aktualisierte ich die letzten Informationen im Online-Portal, dann hieß es warten.
Und nun bin ich sehr froh, ab Februar GFPS-Stipendiat zu sein! Das hat gegenüber einem gängigen Erasmus-Aufenthalt so einige Vorteile: Neben der finanziellen Förderung kann ich durch die Teilnahme an zwei obligatorischen Seminaren und den sogenannten „Stadtgruppen“ schnell neue Leute kennenlernen und habe Ansprechpartner vor Ort.
Ab Februar werde ich also endlich wieder in Prag leben – ich kann es kaum erwarten. Auch wenn ich freilich traurig bin, Leipzig zu verlassen, wo ich mich ja nun doch eingelebt habe. Neben dem Schreiben der Bachelorarbeit werde ich unter anderem Sprachkurse und eine Geschichtsvorlesung besuchen. Ich bin gespannt, was mich noch so alles erwartet.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 14, 2017

Bachelor live

Generation Fernbeziehung

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, wie viele Fernbeziehungen in meinem Umfeld geführt oder begonnen werden – sei es zwischen Frankfurt und Berlin, Heidelberg und Hamburg, München und Marburg oder im extremsten Fall Bamberg und Hong Kong. Jeder scheint entweder schon mal eine Fernbeziehung geführt oder eine zumindest in seinem direkten Umfeld erlebt zu haben.
Ich habe diesen Sommer in Berlin meinen jetzigen Freund kennengelernt und nun führen wir eine Beziehung zwischen Heidelberg und Frankfurt. Es war von Anfang an für uns kein Hindernis, da uns nur eine eineinhalbstündige Autofahrt trennt und dank Skype und WhatsApp der andere immer erreichbar und „da“ zu sein scheint. Sich auf das gemeinsame Wochenende zu freuen und dieses bewusst zu erleben, hat einen unbestreitbaren Reiz. Mit einem guten Freund sprach ich am Wochenende über seine Fernbeziehung zwischen Berlin und Frankfurt. Die beiden brauchen zum anderen an guten Tagen vier Stunden, an schlechten Tagen bis zu sechs Stunden. Sie schaffen es trotzdem, sich mindestens einmal in zwei Wochen zu sehen. Seiner Meinung nach seien Fernbeziehungen insbesondere unter Studierende die Normalität. Er erklärte sich das so: „Ich weiß nicht, wo ich in einem Jahr sein werde – vielleicht mache ich ein Auslandssemester, vielleicht gehe ich an eine andere Hochschule. Und spätestens zum Master möchte ich noch mal in eine andere Stadt umziehen. Insgesamt ist uns Studierenden die Mobilität wichtig, ortsgebundene Verpflichtungen haben wir kaum.“ Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war seine Aussage, dass es natürlich einfacher und bequemer gehen könnte. Doch wir sind eben so mobil und unstet, dass das Kennen- und lieben lernen schwer wird.
Natürlich gibt es unzählige Campus-Beziehungen, doch auch bei diesen geht oft mindestens einer für ein Semester ins Ausland und so führen sie zumindest eine temporäre Fernbeziehung. Vielleicht sind wir ja nicht „Generation beziehungsunfähig“, sondern die „Generation Fernbeziehung“.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 13, 2017