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Die Lehrer von morgen

Öl trinkende Bonuskinder

Obwohl ich dieses Semester schon viel zu tun habe, habe ich mich dafür entschieden, das Angebot des Sprachenlernzentrums zu nutzen. Eine Freundin von mir hatte dort bereits Kurse belegt und sehr davon geschwärmt, sodass ich das unbedingt auch ausprobieren wollte. Seit Anfang des Semesters belege ich einen Schwedisch-Kurs, an dessen Ende ich Sprachniveau A2 erreicht haben soll. Schön ist, dass im Vergleich zum Schulunterricht alle ungefähr auf einem Niveau sind und alle Lust dazu haben. So arbeiten wir alle gut mit.
Schwedisch interessiert mich schon länger. Bereits als Kind habe ich gerne Bücher von schwedischen Autoren gelesen und schwedische Filme gesehen. Mit der Wahl bin ich auch jetzt noch sehr zufrieden, denn ich denke mir immer wieder, was Schwedisch für eine süße Sprache ist. Ein Beispiel gefällig? Wenn ich jemanden frage: „Hur gammal är du?“, heißt das nicht, dass ich wissen will, wie sehr er schon vergammelt ist, sondern nur, wie alt er ist. „Dricker du öl?“ hat auch nichts mit Öl zu tun, sondern fragt, ob jemand Bier trinkt. Die Schweden haben außerdem sehr differenzierte Bezeichnungen für Verwandtschaftsverhältnisse. Auf Deutsch kann ich zum Beispiel nur von meinem Opa sprechen, auf Schwedisch wird mit morfar und farfar unterschieden, ob es der Opa mütterlicher- oder väterlicherseits ist, ähnlich ist es bei Tanten und Onkeln.
Das süßeste schwedische Wort ist aus meiner Sicht das für Stief- oder Adoptivkinder. Kind bedeutet „barn“ und ein Stief- oder Adoptivkind ist ein „bonusbarn“. Ich finde den Gedanken sehr schön, ein zusätzliches Kind als „Bonus“ zu sehen – das Wort hat nämlich im Deutschen wie im Schwedischen die gleiche Bedeutung.
Wann ich die neuen Sprachkenntnisse aktiv nutzen kann, weiß ich noch nicht. Der nächste Schwedenurlaub ist noch nicht geplant – ich freue mich aber sehr darüber, das Angebot in Anspruch genommen zu haben und kann jedem nur empfehlen, auf diese Art seinen Horizont zu erweitern.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2019
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 11, 2019

Die Lehrer von morgen

Der evangelische Religionsunterricht

Dieses Semester muss ich im Bereich der Mittelschuldidaktik ein studienbegleitendes Praktikum im Fach Evangelische Religion absolvieren. Dieses Praktikum ist gleichzeitig dazu da, um meine Vocatio abzulegen.
Für die Vocatio muss ich eine Unterrichtsstunde ablegen, ein Gespräch mit einem Geistlichen führen und ein Motivationsschreiben verfassen.
Meine Praktikumsschule befindet sich in Würzburg. Es ist eine Mittelschule, die sich in einem sozialen Brennpunkt befindet. Ich bin dort mit fünf weiteren Praktikanten.
An dieser Schule gibt es sehr wenige evangelische Schülerinnen und Schüler, weswegen der evangelische Religionsunterricht für die Klassen sieben bis neun zusammengefasst wird.
Die Religionsklasse ist sehr heterogen. Nicht nur wegen der großen Altersunterschiede, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Herkunft der Schülerinnen und Schüler. Im Religionsunterricht kamen wichtige Gespräche auf, wie beispielsweise ob ein Kind mit Migrationshintergrund deutsch ist, nur weil es so im Pass steht oder ob es sich erst als Deutsche oder Deutscher fühlen muss. Viele der Schülerinnen und Schüler, die etwas introvertierter sind, begannen sich hier allmählich zu öffnen. Genau aus diesem Grund wählte ich dieses Didaktikfach. Es ist neben der Vielseitigkeit ein offener Ort, um miteinander zu sprechen, zu reflektieren und sich auszutauschen.
Wir Praktikanten müssen wöchentlich Religionsstunden vorbereiten. Bisher scheinen die Schülerinnen und Schüler sehr diszipliniert zu sein und es läuft gut. Welche Erfahrungen ich in dieser Klasse weiterhin machen werde, berichte ich in meinen nächsten Beiträgen.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 5, 2019

Die Lehrer von morgen

Angekommen

Mittlerweile bin ich schon fast vier Monate im Referendariat und ich habe das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Ich hatte meine Anfangsschwierigkeiten, aber jetzt geht es mir richtig gut. Ich gehe gern in die Schule, ich mag die Kinder in meiner Klasse sehr und ich bin dankbar für so ein tolles Kollegium und eine so angenehme Arbeitsatmosphäre. Dass es bei uns keinen Konkurrenzkampf gibt, sondern alle zusammenhelfen, ist leider nicht so selbstverständlich wie es sein sollte – und das weiß ich zu schätzen!
Mit meiner Klasse war es anfänglich ja etwas schwierig, aber ich habe Wege gefunden, damit umzugehen. Zum Beispiel habe ich ein Morgenritual eingeführt, das den Kindern hilft, in den Schultag zu starten. Unser Ritual besteht aus einem Begrüßungsspiel, bei dem wir uns einen guten Morgen wünschen und der Besprechung des Datums (z.B. „Heute ist Montag, der 3. Juni 2019. Es ist Frühling.“). Das gibt den Kindern Orientierung.. Neben diesem Ritual habe ich mir ein System zur Stationenarbeit aus einer anderen Klasse abgeschaut und nachgebastelt. Das hat den Kindern super gut gefallen und echt viel verändert. Sie dürfen entscheiden, welche Station sie als erstes machen wollen, und wenn sie fertig sind, legen sie ihr Arbeitsblatt in ein Ablagefach. Die Ergebnisse schaue ich dann zu Hause an und gebe ihnen am nächsten Tag eine Rückmeldung. Es macht einen riesigen Unterschied, wenn man Kindern das Vertrauen schenkt, ihre Aufgaben selbstständig einzuteilen! Für mich bedeutete diese Methode gewissermaßen den Durchbruch. Die Stunden, in denen wir so arbeiten, machen total viel Spaß und ich liebe es, die Kinder so motiviert und fleißig zu sehen. Das war der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Meine Klasse ist vielleicht herausfordernd, aber es gibt trotzdem Möglichkeiten, mit ihnen klarzukommen. Und ich werde ganz sicher noch weitere Dinge ausprobieren. In gewisser Weise ist es auch eine Motivation für mich, keinen 0815-Unterricht zu machen, weil ich erfahren habe, dass es sich wirklich auszahlt, etwas mehr Energie in die Vorbereitungen zu stecken. Bis zu den Sommerferien habe ich leider noch nicht ganz so freie Hand und muss alles mit meiner Mentorin absprechen, aber ich freue mich schon sehr auf meinen eigenständigen Unterricht im neuen Schuljahr, in dem ich mir alles so einrichten kann, wie ich es gut für die Kinde finde.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 4, 2019