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Studieren im Ausland

Endspurt in Seoul

Nach einem kurzen Blick auf den Kalender ist mir klar geworden, dass mein Semester in Seoul schon bald zu Ende ist. Ich kann mir gerade noch gar nicht vorstellen wie es sein wird, wenn alle meine neuen Freunde auf der ganzen Welt verteilt sind und wir uns nicht mehr abends in der Küche treffen können. Ich habe das Glück, dass ich nach dem Ende des Semesters nicht direkt wieder zurückfliege, sondern noch ein wenig Zeit in Seoul verbringen kann. Mir sind so viele Menschen ans Herz gewachsen, so viele Orte haben für mich eine Bedeutung bekommen und selbst der regelmäßige Besuch bestimmter Restaurants ist mir ins Blut übergegangen. Nach nur wenigen Monaten in dieser wundervollen, aber auch ermüdenden Stadt fühle ich mich wie ein Teil von Seoul. Seoul hat mich so intensiv leben und erleben lassen. Alles was ich von Seoul erwartet habe, ist wahr geworden und ich bin hier glücklich.

Momentan scheinen auch meine Professoren den Zeitdruck zu spüren und bombardieren uns mit Arbeit. Essays, Deadlines und Projekte nehmen kein Ende und ich habe jedoch das Gefühl, dass ich die Zeit dadurch noch intensiver erlebe. Wir müssen für die Universität funktionieren und wie am Laufband liefern, aber gleichzeitig schaffen wir es, die Stadt zu entdecken und die Zeit auszukosten. Dadurch leidet allerdings mein Schlaf. Koreanische Studierende halten acht Stunden Schlaf für eine Utopie, die bei dem verlangten Arbeitspensum und einem erfüllten Sozialleben unmöglich sind. Das Leben hier lässt einem nicht die Möglichkeit, Langeweile zu empfinden. Ich finde, dadurch wirkt alles spannender, bunter, größer und rastloser. Schon in wenigen Wochen wird sich mein Leben ändern – ich will noch gar nicht daran denken. Wieder zurück nach Deutschland zu gehen, wo wir mir alles vertraut, aber alles so anders ist, wird sicher seltsam sein.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  16.01.2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
16.01.2019

Studieren im Ausland

Land der Extreme

Korea ist ein Land der Extreme – auch, was die Natur betrifft. Jeder der Korea besuchen möchte, sollte unbedingt im Oktober kommen, da der Herbst hier geradezu surreal ist. Die Bäume sind in den buntesten Herbstfarben getränkt und die Farben sind sehr intensiv. Auf Fotos sieht das fast schon unecht aus. Nun ist es Winter und alle hatten mich davor vorgewarnt, wie kalt es hier werden kann. Selbst die Finnen und Norweger haben angeblich Schwierigkeiten den koreanischen Winter zu überstehen. Momentan sind hier wadenlange gefütterte Daunenjacken der letzte Schrei. Jeder Zweite läuft mit einer solchen Jacke herum und der Universitätscampus scheint nur noch aus einer Wolke langer schwarzer Puffjacken zu bestehen. Koreaner legen sehr viel Wert auf Trends, da macht es auch nicht, dass eine solche Jacke schnell mehrere hundert Euro kostet.
Die Konformität in Seoul fällt mir sehr oft auf. Es gibt viele ungeschriebenen Regeln, die strikt befolgt werden und bei Nichtbefolgung für Unruhe sorgen. In der U-Bahn wird zum Beispiel kein Wort gesprochen und nur auf das Smartphone-Display gestarrt. Ich habe am Anfang des Semesters den Fehler gemacht, mich mit einer Freundin in der Bahn zu unterhalten. Nach einigen Minuten spürten wir die Blicke und nahmen uns als Eindringlinge in diesem lärmlosen Raum wahr.
Konformität gibt es auch an der Uni. Von den Studierenden wird selten eine eigene Meinung, Reflektion oder Diskussion erwartet. Nicht das Individuum ist wichtig, sondern die Gruppe. Es kann sehr bequem sein, sich in diese Konformität einzureihen und nicht erst seine Rolle oder Funktion finden zu müssen. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie eine kollektivistische Gesellschaft funktioniert.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  09.01.2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
09.01.2019

Studieren im Ausland

Arzt- und Ikeabesuch

Die ersten Tage nach meiner Ankunft in Taiwan waren voller Termine: Mir war das ganz recht. So knüpft man schnell neue Kontakte, lernt die Umgebung kennen und für Heimweh bleibt gar keine Zeit. Manche der Termine waren Orientierungsangebote der Uni, andere wurden von den einheimischen Studierenden organisiert.
Ein Pflichttermin war der Gesundheitscheck. Alternativ hätte ich die Möglichkeit gehabt, bereits in Deutschland meinen Impfpass übersetzen zu lassen, gegebenenfalls fehlende Impfungen nachzuholen und mich röntgen zu lassen, um Tuberkulose auszuschließen. In Deutschland ist so ein Gesundheitscheck als Bedingung für ein Studium wohl kaum denkbar, in Taiwan ist er Standard. Die einheimischen Studierenden und die Austauschstudierenden aus der Volksrepublik China mussten sogar einige weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Bei ihnen wurden zum Beispiel Sehkraft und Gewicht gemessen.
Ein freiwilliges Angebot war ein Besuch bei Ikea. Die Möbelhauskette ist auch in Taiwan der erste Anlaufpunkt, wenn man sich in einer neuen Wohnung einrichten möchte. Wir kauften etwa Zahnputzbecher, Müslischalen, Wolldecken, Duschvorleger und Besteck.
Bei diesen Terminen habe ich bisher kaum Kontakte zu taiwanesischen Studierenden knüpfen können. Dafür ist es umso einfacher, neue internationale Freundschaften zu schließen – und vielleicht finden sich dann auch bald erste Einheimische, die interessiert an einem Austausch sind.

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  08.01.2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
08.01.2019