Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Am anderen Ende der Welt

Als ich in Taipeh aus dem Flugzeug gestiegen bin, war ich vor allem eins: müde! Im Flieger konnte ich kaum schlafen, aber wenigstens einen Film sehen, den ich im Kino verpasst hatte.
In Taipeh angekommen passierte genau das, wovor mich zuvor alle gewarnt hatten: Niemand sprach Englisch. Dafür kam mein Koffer unversehrt und pünktlich an, was bei meinen letzten Flügen nicht immer der Fall gewesen war.
Als nächstes musste ich zum Hauptbahnhof. Die Zugfahrt dorthin dauerte eine ganze Weile. Die Züge in Taiwan sind hochmodern: An allen Sitzplätzen sind Kabel befestigt, mit denen Handys aufgeladen werden können – und die Klimaanlage funktioniert. Auf der Fahrt sah ich viele graue Betonklötze und Fabriken, aber auch Bäume, die viel größer und grüner als die in Deutschland sind.
Als ich den Hauptbahnhof verließ, schlug mir eine Hitze entgegen, wie ich sie in Deutschland nie erlebt hatte. Bis zu meinem Hostel waren es nur einige Minuten zu Fuß. Der Weg dorthin sah jedoch einfacher aus als er tatsächlich war: Um die riesigen Straßen zu überqueren, sind Brücken in Taipeh oftmals der einzige Weg. Wo es keinen Aufzug gibt, ist das mit schwerem Gepäck, gar nicht so einfach. Mein Hostel sah von außen vor allem riesig und grau aus, war aber von innen absolut cool: Mitten im Gemeinschaftsraum ragte ein Baum in die Höhe und die Betten im Schlafsaal waren mit Vorhängen versehen, die vergleichsweise viel Privatsphäre versprachen – und es mir ganz einfach machten, am ersten Abend trotz Jetlag direkt einzuschlafen.

Studieren im Ausland

Ich will (nicht) nach Berlin

So langsam muss ich mich entscheiden, wo ich mein Referendariat machen möchte. Zwei Städte stehen für mich zur Auswahl: Hamburg (meine Perle) und das dicke B, Berlin. Da kann ich eigentlich nicht viel falsch machen, trotzdem fällt mir die Entscheidung schwer.
Sie ist auch eine zwischen Altbekanntem und Neuem, zwischen „meinem Hamburg“, in dem mir viele Ecken wohl vertraut sind und ich mich ohne große Mühen wieder einleben könnte, und Berlin, das mit seinen unbekannten Seiten, mit interessanten Veranstaltungen und einem besonderen Umfeld lockt – aber auch mit der Notwendigkeit, mir ein Gefühl von „zu Hause“ erst zu schaffen. Das kann anstrengend sein.
Eines ist klar: Durch einen Umzug nach Berlin würde ich mich bestimmt stärker weiterentwickeln. Berlin eckt an, Berlin fordert heraus. Ich würde neue Impulse erhalten, neue Dinge ausprobieren und müsste offener auf neue Menschen zugehen als in Hamburg. Aber muss ich mich erneut so pushen? Wann ist der Punkt gekommen, an dem man keine starken Veränderungen mehr braucht, sondern sich auf dem bereits Erprobten und Erreichten ausruhen kann – und sollte?
Inzwischen weiß ich, dass bestehende Freundschaften in Hamburg nicht ausschlaggebend für meine jetzigen Überlegungen sind. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir so manche Herausforderung trotz der Entfernung überstehen können. In der Zukunft werde ich ohnehin aufgrund von Familie und Arbeit unvermeidlich nicht mit all meinen Freunden am selben Ort wohnen können.
Also geht es um die Stadt und mich. Gemütlichkeit gegen Abenteuerlust. Wohlfühlen gegen Herausforderung. Sesshaftigkeit gegen Drang nach Neuem.
Ich will nach Berlin. Ich will nicht nach Berlin. Ich will nach Berlin. Ich will nicht nach Berlin. So läuft es gerade ununterbrochen in meinem Kopf. Zu wissen, was man will, ist manchmal gar nicht so einfach.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  26.09.2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
26.09.2018

Studieren im Ausland

Seoul-Searching

Nach einer Woche Jetlag und den ersten zwei Wochen Studium an meiner Universität in Südkorea fühle ich mich schon wie eine richtige Seoulite. Das Leben hier ist unbeschreiblich und das absolute Gegenteil von Deutschland. Selbst Berlin wirkt neben Seoul wie eine kleine Provinzstadt. Die südkoreanische Hauptstadt scheint aus purer Energie zu bestehen. Egal zu welcher Uhrzeit oder an welchem Wochentag - hier ist immer etwas los, alles ist hell erleuchtet. Viele Restaurants, Cafés und Supermärkte haben rund um die Uhr geöffnet. Ein Wolkenkratzer steht neben dem nächsten. Die ersten Tage war ich erschlagen von der Dynamik und Rastlosigkeit der Stadt. Die schiere Masse an Menschen kann beängstigend sein. Auch die endlose Wahlmöglichkeit an Restaurants war ein kleiner Kulturschock. Seoul ist eine Stadt, die nie schläft und jeden Tag zu wachsen scheint.
Nach einer Woche bei meinen Großeltern ging es für mich dann in den Norden der Stadt zu meiner Universität. Dort lebe ich im internationalen Frauenwohnheim. Meine vorherigen Bedenken bezüglich eines geteilten Zimmers verflogen bald. Meine Zimmergenossin ist eine spanische Designstudentin und das Zusammenleben gestaltet sich sehr harmonisch und gesellig. Natürlich hat man weniger Privatsphäre als in einem eigenen Zimmer, aber man kann sich trotzdem gegenseitig genug Raum lassen. In das Universitätswohnheim zu ziehen, war die beste Entscheidung: Ich zahle signifikant weniger als überall sonst in der Stadt und unter den rund 200 anderen Austauschstudentinnen im Wohnheim lerne ich viele nette Leute kennen.
Das Studium selbst hat viele positive Aspekte, aber auch einige negative. Ich belege hier in Seoul vier Kurse und einen sechsstündigen Koreanisch-Kurs. Von manchen Kursen bin ich total begeistert, wie viele andere Austauschstudierenden stand aber auch ich schon mehrmals vor dem Problem, dass Kurse offiziell auf Englisch stattfinden sollten, tatsächlich aber nur Koreanisch gesprochen wird. Momentan schustere ich also noch meinen Stundenplan zusammen und freue mich, wenn das alles geklärt ist.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  26.09.2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
26.09.2018