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Meine Abschlussarbeit

Meine Masterarbeit

Meine Masterarbeit verlangte von mir viel ab. Nicht nur körperlich war ich durch die Feldarbeit gefordert, auch seelisch kam ich an meine Grenzen. Um die pflanzliche Biodiversität auf verschiedenen Flächengrößen zu untersuchen, hatte ich zufällig 50 Punkte auf der geografischen Karte von Bayreuth ausgewählt. Das Aufsuchen dieser Punkte war die erste Herausforderung. Einen bestimmten Punkt irgendwo im Wald zu finden ist gar nicht so einfach, noch dazu, wenn man mit einer schweren Tasche voller Messbänder und Fachbücher beladen ist. Nicht selten musste ich mich durch dichtes Gestrüpp kämpfen und mir die Dornen aus der Haut ziehen. Fast noch mühsamer war es, wenn ein Punkt auf ein privates Grundstück fiel. Wusstet ihr, dass deutsche Vorgärten absolutes Sperrgebiet sind? Ich hatte weniger Schwierigkeiten, eine Fläche auf dem Flugplatz zu betreten, als eine in einer Wohnsiedlung.
Meistens kartierte ich am Vormittag und ging danach ins Labor, um die Pflanzen, die ich vor Ort nicht bestimmen konnte, zu pressen. Dann musste ich die Bodenproben trocken stellen und mir meistens noch den Dreck von den Schuhen klopfen oder sonst irgendwie für Ordnung sorgen. Mit einer Tasse Cappuccino habe ich mich dann an die Nachbestimmung der Pflanzen gewagt – nicht selten verließ ich das Labor erst nach 20 Uhr.
Trotzdem war es eine schöne Zeit, ich war viel an der frischen Luft und oft auch in schöner Natur unterwegs. Ich genoss die ruhige Zeit im Labor und das Gefühl endlich meine Abschlussarbeit machen zu können. Ich fühlte mich aber auch erschöpft.
Dazu kam, dass mein Betreuer meinen Arbeitsaufwand völlig falsch einschätzte und sogar andeutete, dass mein Einsatz zu gering sei, obwohl ich eigentlich schon über meine Grenzen hinaus arbeitete.
Wie es dann weiterging und wie ich mit der Überbelastung, dem Argwohn meines Betreuers und der voranschreitenden Vegetationsperiode zurechtkam, erzähle ich im nächsten Beitrag.

Autor: Mia  |  Rubrik: orientieren  |  12.11.2018
Autor: Mia
Rubrik: orientieren
12.11.2018

Meine Abschlussarbeit

Stand der Dinge: Augenringe

Die Deadline für die Abgabe der Masterarbeiten naht. In der Mensa ist sie (fast) das einzige Gesprächsthema. Alles dreht sich um Fragen wie: Wie viele Wörter musst du noch schreiben? Wie viele Fußnoten hast du? Wie lang ist das Literaturverzeichnis? Die Atmosphäre ist eine Mischung aus gespannt und gelöst, denn: Der Sommer hat auch das manchmal graue Brügge erreicht, und für die meisten hier sind die Klausuren nach der Masterarbeit der Anfang vom Ende. Unglaublich: Meine zehn Monate am College of Europe sind schon fast vorbei.
In der Mensa mag die Stimmung noch gemischt sein, in der Bibliothek ist sie eindeutig: Stress, Stress, Stress. Dem habe ich mich schon von Anfang an entzogen und es mir in meinen eigenen vier Wänden gemütlich gemacht. Aber auch mich erwischen die ganz großen Zweifel kurz vor Ende. Nach vier Monaten schaue ich mir erneut meinen theoretischen Unterbau an und hinterfrage alles von Grund auf: Habe ich die Theorie überhaupt richtig verstanden? Passt das, was ich in meiner Arbeit behaupte, überhaupt zu der Theorie? Besonders als Nicht-Politikwissenschaftlerin geht hier die Panik mit mir durch. Denn eines ist klar: Ich habe eh keine Chance, alles zu ändern. Dann gebe ich lieber eine schön formulierte Masterarbeit mit einem falschen theoretischen Unterbau ab. Doch ein paar Gespräche mit „richtigen“ Politikwissenschaftlern beruhigen meine Nerven zum Glück wieder. Und so kann ich, mit nur einer halb durcharbeiteten Nacht auf dem Buckel, entspannt meine Masterarbeit zum Drucken schicken. Eine Unterschrift später bin ich das Ding los.
Zur Feier des Tages gibt es an unserer Mensa ein Festmahl und selbst Petrus gibt sein Bestes. Gut gestärkt schwinge ich mich aufs Rad – in nur zehn Minuten verlasse ich am Kanal entlang die Stadt, fahre durch Felder, entlang an Wiesen mit Schafen, Kühen und Pferden, nichts außer dem sausenden Wind im Ohr. Eine Stunde später habe ich die Küste erreicht. Und nach dieser ganzen Arbeit entlohne ich mich mit einem Sprung ins Meer – was stört es mich schon, dass das zu dieser Jahreszeit 12 Grad kalt ist, ich habe meine Masterarbeit hinter mir!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  23.05.2018

Meine Abschlussarbeit

Von der Kunst, sich zu entspannen

„Hast du es gut! Ich wäre auch gerne schon so weit!“ Von meinen Freunden habe ich solche oder ähnliche Sprüche in letzter Zeit häufig zu hören bekommen. Ich kann schon verstehen, dass einem das Ende des Studiums reizvoll erscheint, wenn man mitten im Studium steckt und sich mit allerhand Prüfungen und Abgabeterminen herumschlagen muss. Ich selbst kann es kaum glauben, dass ich das Schreiben meiner Masterarbeit nun hinter mir habe. Die monatelange Recherche und das Tippen von immerhin 85 Seiten entpuppten sich vor allem gegen Ende als sehr ermüdend. Dementsprechend froh war ich, als ich die gebundenen Exemplare endlich beim Prüfungsamt einwerfen konnte. Und tatsächlich: Die Gewissheit, mein Studium mit den letzten Credit-Points beendet zu haben, hat etwas Beruhigendes – keine Hausarbeiten mehr, keine Referate und auch keine schnöden Klassiker der Literaturgeschichte.
Trotzdem kann ich mich nicht richtig entspannen. Irgendwie fühle ich mich nutzlos und die Sorge, nicht rechtzeitig einen Job zu finden, sitzt mir wie ein kleiner, fieser Parasit im Nacken. Mindestens ein Dutzend Bewerbungen habe ich geschrieben, doch bis auf zwei Absagen kam bisher keine Reaktion. Da ist es nicht verwunderlich, dass ich langsam, aber sicher an mir zweifle: Wieso habe ich nichts anderes studiert? Wieso kann ich nichts Sinnvolles? Wieso gibt mir niemand eine Chance?
Derartige Gedanken führen aber in die falsche Richtung. Zumindest versuche ich, das meinem inneren Schweinehund zu sagen. Denn was hätte ich davon, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken? Genau, nichts. Doch wie soll ich es schaffen, diese Negativspirale auszuschalten? Ich versuche, mir andere Aufgaben zu suchen, die mir Spaß machen – nähen zum Beispiel oder kochen und backen. Dazwischen schreibe ich weitere Bewerbungen, mache etwas für meinen redaktionellen Nebenjob und sorge ein wenig für Ordnung. Und wie so oft hilft mir eine To-do-Liste dabei, meinen Tag zu organisieren. Kann man Punkt für Punkt abhaken, kommt man sich gar nicht mehr so nutzlos vor, sondern sieht, was man alles geschafft hat. Und bei all den erledigten Aufgaben schaffe ich es vielleicht doch, mich ein wenig auf die faule Haut zu legen – so entspannt wird es schließlich vermutlich nie wieder!