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Master live

Der Kindergartenfluch

Seit ein paar Monaten erhebe ich nun die Daten für meine Masterarbeit. Zu diesem Zweck gehe ich zusammen mit meinem Kollegen an drei bis fünf Vormittagen pro Woche in verschiedene Kindergärten in und um Leipzig. Für das Experiment suchen wir uns immer nacheinander zwei Kinder aus, die etwa gleich alt sind und das gleiche Geschlecht haben. Die Erhebung besteht aus einer spielerischen Manipulation (das heißt, dass wir vermuten, dass dieses Spiel Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder hat) und zwei darauffolgenden Tests, mit denen wir prüfen, wie prosozial sich die Kinder verhalten.
Im Januar ging noch alles gut, aber im Februar bin ich krank geworden. Ich hatte schon vorher gehört, dass Menschen, die mit Kindergartenkindern zu tun haben, anfangs häufiger krank sind. Anscheinend muss man sich erst mal an die vielen Bakterien gewöhnen, die dort vermehrt herumfliegen. Bei mir hat sich dieses Gerücht leider bestätigt, ich habe mich immer wieder krank gefühlt. Allerdings habe ich den Fehler gemacht, mich nicht richtig auszukurieren, sondern immer gleich wieder in den Kindergarten zu gehen, sobald es mir besser ging. Ein Arzt hat mich dann eine Woche krankgeschrieben und mir gesagt, ich solle mich erst richtig erholen, bevor ich mich wieder dem Kindergarten-Fluch aussetze. Das hat gewirkt, eine Woche Schonzeit hat mein Immunsystem zum Glück wieder auf die Höhe gebracht!

 

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 6, 2019

Master live

Abschlussarbeit 2.0

Eigentlich dachte ich, ich sei nach meiner Bachelorarbeit bereits abgehärtet. Vor einigen Stunden musste ich aber feststellen, dass ich damit grundlegend falsch lag. Nachdem ich ein halbes Jahr fast ausschließlich der Konzeption meines Forschungsprojekts für die Masterarbeit gewidmet habe, beginnt im Mai meine Forschungsphase. Und wenn alles gut läuft, kann ich im September mein Masterstudium beenden. Etwas Panik bekam ich schon, als ich meine Anmeldung zur Masterarbeit vorbereitete. Ein Fallschirmsprung wäre mir lieber gewesen – und ich habe Höhenangst, das will also schon was heißen.
Trotz meiner angespannten Nerven war es mir wichtig, die Arbeit noch vor meiner Forschungsphase anzumelden, damit ich mich voll auf die Forschung konzentrieren kann. Leider fiel dies mit der Abwesenheit der zuständigen Dozenten zusammen, da diese alle eine Konferenz in Spanien besuchten. Ich bin gespannt, ob meine Zeitplanung trotzdem noch aufgeht. Obwohl sich bei mir allmählich eine gewisse Torschlusspanik einstellt, freue ich mich sehr auf diese Arbeit! Der Schwerpunkt meiner Forschung liegt auf der Inszenierung von Geschichte auf Mittelaltermärkten. Dabei untersuche ich auch, welche Vorstellungen es von der Epoche „Mittelalter“ gibt, und welche realen Vorbilder beziehungsweise fiktiven Elemente berücksichtigt werden. Zudem interessiert mich die Präsentation für die Besucher. Ich möchte die Mitwirkenden des Marktes außerdem unter dem Aspekt der „Szene“ betrachten, also inwiefern man von einer eigenen kulturellen Szene sprechen kann wie beispielsweise bei Gothics oder Punks, und was diese ausmacht. Vor mir liegt eine spannende und ereignisreiche Zeit, die ich in vollen Zügen genießen möchte!

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Apr 18, 2019

Master live

Sklavenhandel am Londoner Hafen

Während meines Besuchs in London habe ich einen Tag alleine verbracht, weil meine Freundin Veranstaltungen an der Uni besuchte. Ich bin zu den Docklands gegangen, einem Stadtteil im Osten. Die namensgebenden Docks waren früher Teil des Londoner Hafens. Davon ist nicht mehr viel zu sehen, denn das Viertel wurde saniert und besteht heute vor allem aus schicken Geschäften, Restaurants und Wohnungen.
Nachdem ich ein paar Stunden durch die Gassen und an den Kanälen entlang spaziert bin, habe ich das dortige Museum besucht, das die Geschichte des Hafens aufbereitet. In dieser riesigen Ausstellung hat mich am meisten der Teil interessiert, der sich kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Englands auseinandersetzt. Es wurde aufgezeigt, dass der heutige Reichtum Großbritanniens hauptsächlich auf der Ausbeutung kolonialisierter Länder basiert. Dabei ging es nicht nur um die Aneignung von Rohstoffen, wie etwa Zucker, sondern auch darum, wie Zehntausende von Menschen verschleppt wurden, um als Sklaven verkauft und ihr Leben lang ausgebeutet zu werden. Dabei wurden Familien getrennt, Menschen misshandelt und wie Ware behandelt.
Mir ist aufgefallen, wie unkritisch und unreflektiert heute teilweise immer noch mit dieser Tatsache umgegangen wird. Ein sehr reicher, einflussvoller Mann, der zu Hochzeiten über 500 Sklaven besaß, wird bis heute mit einer Statue im Hafengebiet geehrt – ohne jeglichen kritischen Kommentar! Ich finde, bei vielen Denkmalen und Statuen, auch in Deutschland, sollten die Inschriften mal überprüft werden. Denn teilweise bilden diese Inhalte eine Perspektive ab, die einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Apr 17, 2019
Autor: Franca
Rubrik: studium
Apr 17, 2019