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Medizin studieren

Zwei Tage, neun Klausuren

Am ersten Tag sechs, am zweiten Tag drei Klausuren. Viel Stoff, und auch wenn es sich um Multiple-Choice-Aufgaben handelt, sind es knapp 150 Fragen, die beantwortet werden wollen. Ich war aufgeregt, als ich wieder vor dem Rechner im Mikroskopiersaal saß und den Fragebogen der ersten Klausur öffnete. Ich war es nicht mehr gewohnt, diese Kreuzchen zu setzen, über drei Stunden am Stück nach dem gleichen Schema Fragen zu beantworten. Insbesondere weil es auch Neuerungen gab.
Bisher wurden alle Fragen unabhängig voneinander gestellt. Um uns mehr an diagnostisches und therapeutisches Denken heranzuführen, gibt es aber auch sogenannte Fallfragen, die aufeinander aufbauen, weshalb man sie nur in einer gewissen Reihenfolge beantworten darf. Der Clou ist, dass man nicht mehr zurück zur vorherigen Frage kommt, weil die nächste oft die Antwort verrät.
Dazu kommen noch Katalogfragen, was bedeutet, dass nicht mehr fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung stehen und man sich die beste aussuchen kann, sondern dass man aus einem großen Register auswählen muss. Oft handelt es sich um Fragen nach Medikamenten, teilweise aber auch nach Diagnosen oder therapeutischen Verfahren. Hier gibt es keine Glückstreffer mehr.
Ich muss sagen, ich war echt schlecht vorbereitet und habe so manches Fach sehr unterschätzt. Besonders der erste Tag lief schlecht.
Ich habe nach den Klausuren tatsächlich gezittert, wie viel ich im nächsten Semester nachschreiben muss. Die Erleichterung kam ein paar Stunden nach dem zweiten Prüfungsblock. Aber mit Ruhm habe ich mich tatsächlich nicht bekleckert. Vier Fächer habe ich auf den Punkt genau bestanden. Das reicht im wahrsten Sinne des Wortes aus, aber kann einen wohl kaum stolz machen.
Denn alles, was ich lerne, ist Grundlage für meine spätere Arbeit. Je besser ich alles beherrsche, desto ein besserer Arzt werde ich sein. Und das ist doch das, wofür ich dieses Studium mache. Oder?

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Aug 23, 2018

Medizin studieren

Frankreich - Teil 2

Ein regnerisches Wochenende auf einem Parkplatz, noch dazu mit schlechten Wellen, kann ganz schön die Stimmung drücken. Keine normalen Toiletten, Duschen, eigentlich nichts, was auch nur den geringsten Komfort verspricht, waren in Reichweite. Daher entschieden wir uns, nach San Sebastian zu fahren und die Stadt zu besichtigen.
Zum Glück passte das schlechte Wetter am Wochenende zu der Abwesenheit von Wellen. Pünktlich zum Wiedereinsetzen des Sonnenscheins tauchten am Horizont aber auch wieder die ersehnten, langgezogenen Linien, die schöne große Wellen ankündigen, auf. Nicht mehr ganz so gut wie in der Woche zuvor, aber für uns gut genug! Letzten Endes muss man sich, egal wie die Wellen sind, immer vor Augen halten, dass es auf dem Münsteraner Aasee oder wo auch immer in Deutschland, eben gar keine Wellen gibt. Daher nehmen wir mit, was geht! Solange man sich das in Erinnerung ruft, genießt man jede Sekunde auf dem Wasser umso mehr. Letzten Endes wird der Abschied vom Ozean wie immer ziemlich schmerzhaft. Vor allem da ich weiß, dass ich dieses Jahr nicht mehr ans Meer kommen werde. Zwar habe ich im Sommer nochmal drei Wochen Urlaub, aber eher in bergigeren und teils deutlich kälteren Gefilden. Danach stehen Praktika, Doktorarbeit und zum Abschluss das zweite Staatsexamen an. Viel Urlaub, Surfen und Sonne wird also in nächster Zeit nicht auf mich zukommen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 21, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Aug 21, 2018

Medizin studieren

Frankreich - Teil 1

Mit dem Mietbus ging es dann doch ein bisschen schneller als gewohnt nach Südfrankreich. Aber kaum waren wir dort angekommen, begannen die Probleme: Zwar war alles neu, das Auto hatte erst 1.000 Kilometer auf dem Buckel und war frisch ausgebaut, aber leider hatte entsprechend auch noch niemand etwaige Mängel bemerkt. Das blieb dann uns überlassen. Voller Freude über den Kühlschrank, den wir im letzten Sommer doch ziemlich vermisst hatten, kauften wir lauter schöne Dinge ein, die man besser kühl lagert. Da wussten wir noch nicht, dass die Elektronik des Busses und somit auch der Kühlschrank nicht funktionierten. Die böse Überraschung erwartete uns am nächsten Tag, als die Milch für das Müsli nicht wie erwartet kalt und lecker, sondern warm und sauer war. Aber gut, davon lässt man sich keinen Urlaub vermiesen, nachdem wir das schon zwei Monate geschafft hatten, würden diese zwei Wochen auch zu machen sein.
Was die Wellen anging hatte ich mal wieder ziemliches Glück: Ich kam voll auf meine Kosten. Leider waren deshalb auch sehr viele Ortsansässige im Wasser, aber aufgrund der guten Wellen waren selbst diese notorisch coolen und schlechtgelaunten, manchmal leicht aggressiven Zeitgenossen ziemlich gut drauf. Besser hätte es nicht sein können! Pünktlich zum Wochenende und Schlechtwetterbeginn wurden dann auch die Wellen schlechter, sodass wir ohne weiteres in schönere Gegenden weiterfahren konnten.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 14, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 14, 2018