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Zwischen Collegekurs und Hausaufgabenhilfe

Aussicht Top of the Rock New York
New York, New York – die Weltmetropole hat eine Vielzahl an berühmten Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Foto: Veronika Mahler

Au-pair EduCare in New York

Zwischen Collegekurs und Hausaufgabenhilfe

Ein Jahr hat Sabrina T. (20) als Au-pair EduCare bei einer Gastfamilie in New York verbracht und neben ihren Au-pair-Aufgaben auch noch Collegekurse besucht. Für abi>> berichtet sie von ihren Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Amerika hat mich schon immer fasziniert und ich wollte die Vereinigten Staaten durch einen längeren Auslandsaufenthalt richtig kennenlernen. Nach meinem Abitur 2014 informierte ich mich daher im Internet über verschiedene Möglichkeiten, unter anderem Work & Travel und Au-pair-Aufenthalte. Dabei stieß ich auf der Homepage der Auslandsorganisation AIFS auf das Programm EduCare, bei dem man die Aufgaben eines Au-pairs mit Collegekursen verknüpfen kann. Diese Möglichkeit fand ich sehr interessant, denn dadurch könnte ich mich neben der Kinderbetreuung auch auf meine eigene schulische Weiterbildung konzentrieren.

Auswahl über das Online-Profil

Also kontaktierte ich die Organisation und schickte eine Kurzbewerbung an das Unternehmen. Anschließend erstellte ich über das Online-Portal von AIFS ein umfassendes Profil von mir. Hier sollte ich angeben, welche Hobbies ich habe und wieviel Erfahrung ich mit Kindern bereits vorweisen kann – zum Beispiel durch Babysitten oder Nachhilfe geben. Zusätzlich sollte ich ein kurzes Video hochladen, das mich in meiner Umgebung, beispielsweise beim Autofahren oder im Kreise der Familie zeigt.

Der Sinn dahinter ist es, den Gastfamilien einen möglichst genauen Eindruck von mir zu ermöglichen. Diese können sich die Bewerberprofile anschauen und bei Interesse eine Anfrage für ein Skype- oder Telefongespräch stellen. Ich als Bewerberin konnte dann selbst entscheiden, ob mir die Gastfamilie, die ebenfalls ein Online-Profil angelegt hat, zusagt und ich diese besser kennenlernen möchte. In meinem Fall war es schließlich eine vierköpfige Familie aus New York, bei der auf beiden Seiten die Chemie stimmte.

Wie eine große Schwester

Ein Porträt-Foto von Sabrina T.

Sabrina T.

Foto: privat

Ende August 2014 ging es dann los: Meine erste Station in den Vereinigten Staaten war ein viertägiger Workshop in New York, bei dem alle Au-pairs von AIFS auf ihre Aufgaben vorbereitet wurden. Das war für mich natürlich praktisch, denn anders als bei Au-pairs aus Kalifornien oder Utah, konnte mich meine Gastfamilie direkt im Anschluss des Seminars abholen. Und da zeigte sich auch, dass sich das etwas aufwändigere Bewerbungsverfahren wirklich gelohnt hatte: Ich wurde von meiner Gastfamilie sofort herzlich aufgenommen und fühlte mich von Anfang an wie ein volles Familienmitglied.

Während meines Au-pair-Aufenthalts half ich meinen Gastfamilienkindern, ein zwölfjähriges Mädchen und ein 15-jähriger Junge, bei den Hausaufgaben, unternahm mit ihnen Ausflüge und kümmerte mich ums Einkaufen und Essen. Außerdem fuhr ich die Kinder zum Fußball- und Fechttraining und veranstaltete zusammen mit der Familie Spieleabende. Um ehrlich zu sein fühlte ich mich eher wie eine große Schwester und somit war die Zeit, die ich mit den Kindern verbrachte auch eher Vergnügen als Arbeit.

Englisch- und Wirtschaftskurse

Die Vormittage verbrachte ich dann in der Regel auf dem Campus. Die Auswahl der angebotenen Kurse reichte von Fotografie, Mode, Wirtschaftsenglisch und Marketing bis hin zu einem Kurs in Kuchenverzieren. Ich habe mir vor allem Business-Englisch-Kurse ausgesucht und am Ende auch einen Sprachtest absolviert.

In den USA ist es so, dass man die Kurse, die man am College belegt, einzeln bezahlen muss. Doch da man als Au-pair EduCare mit insgesamt 1.000 Euro Bildungsgeld unterstützt wird, sind die Kosten für die Kurse meiner Ansicht nach locker zu stemmen.

Finanziell gut aufgestellt

Auch so kam ich finanziell gut zurecht. Unterkunft und Verpflegung sind bei einem Au-pair frei und pro Woche bekam ich von meiner Gastfamilie zudem knapp 150 Dollar Taschengeld, das reichte aus, um mir nachmittags im Starbucks einen Kaffee zu gönnen, auf Shopping-Tour zu gehen, Ausflüge und Reisen zu unternehmen und sogar noch etwas zur Seite zu legen. Während meines Au-pair-Jahres erkundete ich so beispielsweise die Niagarafälle und flog an die Westküste.

Vorab zahlte ich für das Au-pair-Programm 990 Euro. Darin enthalten waren unter anderem die Kosten fürs Visum und Versicherungen, sowie die Unterkunft während der Orientierungstage und der Hinflug. Auch der Rückflug wurde von AIFS übernommen, sofern man den Au-pair-Aufenthalt erfolgreich beendet.

Letztendlich würde ich jedem empfehlen, einige Monate ins Ausland zu gehen. Für mich war die Zeit als Au-pair eine wundervolle Erfahrung, die ich nie vergessen werde – ebenso wenig wie meine Gastfamilie, mit der ich natürlich weiterhin den Kontakt halte.

Weitere Informationen

AIFS (www.aifs.de) ist eine Organisation, die sich auf Auslandsaufenthalte weltweit spezialisiert hat. Es gibt noch weitere Auslandsaufenthaltsanbieter.

abi>> 06.10.2016