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Arbeiten rund um den Globus

Mit dem Flugzeug kann das Zielland schnell erreicht werden.
Bauingenieure werden auf der ganzen Welt gebraucht. Doch auch in vielen anderen Berufen steht die Möglichkeit international zu arbeiten offen.
Foto: Thomas Lohnes

Ich will international Karriere machen

Arbeiten rund um den Globus

Fürs Meeting in die USA, für drei Jahre nach China oder ein Bauprojekt in Nigeria betreuen: Wer eine internationale Karriere anstrebt, sollte sich früh mit dem Thema „Arbeiten und Leben im Ausland“ beschäftigen. abi>> informiert über Möglichkeiten, Wege und Schattenseiten einer internationalen Karriere.

In Kopenhagen wird derzeit eine Metro-Linie erweitert und Lennart Staggenborg ist mit dabei: Im Herbst 2016 wurde der Bauingenieur von der Hochtief Solutions AG zu dem Projekt entsandt. Zunächst pendelte er wochenweise von Hamburg aus, hatte so Gelegenheit, die dänische Hauptstadt kennenzulernen und sich eine Wohnung zu suchen.

Der 30-Jährige betreut einen Bauabschnitt, ist für die Planung zuständig, koordiniert die Arbeiten, achtet darauf, dass sie im Zeitrahmen bleiben und die Qualität stimmt. Er sei eine Art Vermittler zwischen dem Bauherrn, den Behörden und den ausführenden Unternehmen, erklärt er. Offenheit gegenüber anderen Arbeitsweisen und Umgangsformen sei dabei unerlässlich: „Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, unvoreingenommen zu sein und zu hinterfragen, warum in einer Situation eventuell anders reagiert wird, als man es gewohnt ist“, sagt er.

Sprache als Zeichen des Respekts

Ein Porträt-Foto von Lennart Staggenborg

Lennart Staggenborg

Foto: Christoph Schroll

Für seine Masterarbeit an der RWTH Aachen war er bereits bei einem ähnlichen Projekt in Dänemark tätig. Seine Dänischkenntnisse von damals vertieft er nun in Kursen. Die Sprache zu beherrschen ist nicht nur für die Kommunikation mit Behörden hilfreich, sondern auch bei der Zusammenarbeit mit Kollegen: „Man wird anders wahr- und aufgenommen, es ist ein Zeichen des Respekts“, sagt Lennart Staggenborg.

Auch Flexibilität ist Voraussetzung für solche Einsätze: Wie lange er in Kopenhagen bleibt, weiß er noch nicht, eventuell wird er auch beim Folgeprojekt eingesetzt. Er jedenfalls würde sich freuen: „Kopenhagen ist eine sehr schöne und lebenswerte Stadt.“

Jeder Beruf kann ins Ausland führen

Das Beispiel des Bauingenieurs zeigt, dass nicht nur Piloten, Auslandskorrespondenten und Diplomaten rund um den Globus im Einsatz sind, sondern auch Ingenieure, Informatiker, Betriebswirtschaftler oder Naturwissenschaftler (Mehr zum Thema liest du im Porträt „Von Kollegen aus aller Welt lernen“). „Im Grunde kann man in jedem Beruf international tätig sein“, sagt Michael Hümmer, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Fürth (Mögliche Arbeitsbereiche im internationalen Ausland listet die Übersicht „Von der Entwicklungshilfe bis zum Vertrieb“).

Firmen entsenden Mitarbeiter zum Beispiel in andere Länder, um ein Projekt zu betreuen, in einer Niederlassung eine Anlage zu montieren oder um an Messen teilzunehmen. Ein großer internationaler Markt ist zudem der künstlerische Bereich (Mehr zum Thema erfährst du im Promi-Interview mit Tom Wlaschiha „Es gibt kein Rezept für gute Jobangebote“).

Auch in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sind Fachkräfte verschiedener Professionen im Einsatz. Lehrer, Ärzte und Landwirte werden im Ausland ebenso gebraucht wie Sozial- und Geisteswissenschaftler, die beispielsweise an Netzwerk-Projekten mitwirken. Dabei ist Vorerfahrung Voraussetzung: „Es wird erwartet, dass man bereits Erfahrung in dem relevanten Zielgebiet und mit der Tätigkeit gemacht hat“, sagt Michael Hümmer.

Früh Erfahrung sammeln

Generell besteht die Möglichkeit, sich bereits im Studium oder der Ausbildung über verpflichtende und freiwillige Auslandssemester und Praktika auf eine internationale Tätigkeit vorzubereiten. Wer sich für ein bi- oder trinationales Studium entscheidet, absolviert dieses an zwei beziehungsweise drei Hochschulen in verschiedenen Ländern. Und international agierende Unternehmen integrieren Auslandseinsätze oft in ihre Ausbildungs- und Trainee-Programme (Mehr zum Thema Auslandsaufenthalt im Trainee-Programm erfährst du im Porträt „Bereichernder Perspektivwechsel in Singapur“). Die Aufenthalte machen sich nicht nur gut im Lebenslauf. Zudem erlebt man, was es bedeutet, fern der Heimat zu arbeiten. „Man sollte sich gut überlegen, ob man dafür gemacht ist und dabei langfristig denken“, rät Michael Hümmer und verweist auf mögliche Schattenseiten wie Leben aus dem Koffer in anonymen Hotels, Jetlag und unter Umständen auch Einsätze in Krisenregionen.

Wenn man mehrere Jahre lang in einem anderen Land arbeitet, sollte man die beruflichen und sozialen Netzwerke in der Heimat nicht vergessen und die Rückkehr auf den deutschen Arbeitsmarkt gut vorbereiten. Auch die Familienplanung sollte in die Überlegung, ob eine internationale Karriere angestrebt wird, mit einbezogen werden, weiß der Berufsberater. Schließlich sind auch Partner und (zukünftige) Kinder von häufigen Reisen betroffen beziehungsweise müssen bereit sein, bei längeren Aufenthalten mitzukommen.

Interkulturelle Sensibilität

Für eine internationale Karriere sind neben einer starken Persönlichkeit und Stressresistenz auch Neugierde, Kontaktfreudigkeit und Spaß am Umgang mit Sprache vonnöten. „Gerade bei längeren Aufenthalten geht es darum, die Sprache anzunehmen, um über sie die Lebens- und Arbeitskultur der Menschen kennenzulernen“, erklärt Michael Hümmer. (Mehr zu diesem Thema liest du in der Berufsreportage „Weltweit im Einsatz")

Unerlässlich ist zudem eine interkulturelle Sensibilität: „Es geht nicht nur ums Wissen um kulturelle Besonderheiten, sondern darum, sie zu verstehen.“ Schließlich brauche man noch Disziplin und Organisationstalent. Jeder Aufenthalt muss frühzeitig vorbereitet werden, wobei das entsendende Unternehmen den Mitarbeitern oft entsprechende Trainings anbietet und sie auch bei administrativen und organisatorischen Angelegenheiten unterstützt.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt vertritt die Interessen Deutschlands in der Welt, es fördert den internationalen Austausch und bietet Deutschen im Ausland Schutz und Hilfe. Im Internet bietet es ausführliche Länderinformationen wie Reise- und Sicherheitshinweise.
www.auswaertiges-amt.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Der Internationale Personalservice der ZAV berät auslandsinteressierte Arbeitnehmer, Ausbildungssuchende und Studierende, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und sich für einen lang- oder kurzfristigen Aufenthalt im Ausland interessieren.
https://www3.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/
Ueberuns/WeitereDienststellen/ZentraleAuslandsund
Fachvermittlung/index.htm

Bundesstelle für Auswanderer und Auslandstätige

Die Stelle ist angesiedelt beim Bundesverwaltungsamt und bietet weiterführende Links und Informationen zu verschiedenen Ländern, darunter Einreise-, Aufenthalts- und Zollbestimmungen sowie arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen.
www.bva.bund.de/DE/Themen/BuergerVerbaende/
Auswanderer/0_BAA_node.html

Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Als Dienstleister der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und internationalen Bildungsarbeit engagiert sich die GIZ weltweit für eine lebenswerte Zukunft. Aufgabenfelder sind unter anderem die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, Energie- und Umweltthemen und die Förderung von Frieden und Sicherheit.
www.giz.de

Deutsche Auslandshandelskammern (AHK)

Die AHKs beraten, betreuen und vertreten weltweit deutsche Unternehmen, die ihr Auslandsgeschäft auf- oder ausbauen wollen. AHKs sind Institutionen der deutschen Außenwirtschaftsförderung. Sie helfen zudem qualifizierten Bewerbern bei der Suche nach passenden Stellen im Ausland. Zahlreiche AHKs arbeiten mit einem professionellen Bewerbermanagementsystem, in dem man sich registrieren kann.
www.ahk.de

Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH)

Die AGEH vermittelt Fachkräfte in die Entwicklungszusammenarbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie versteht sich als Schnittstelle zwischen Hilfsorganisationen, die kompetente Unterstützung für Projekte/Programme in der Entwicklungsarbeit suchen, und qualifizierten Fachkräften, die profundes Fachwissen mitbringen und ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen sinnvoll einbringen wollen.
www.ageh.de

Germany Trade & Invest (GTAI)

GTAI ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Mit über 50 Standorten weltweit und einem Partnernetzwerk unterstützt GTAI deutsche Unternehmen bei ihrem Weg ins Ausland, wirbt für den Standort Deutschland und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.
www.gtai.de

Rausvonzuhaus

Informationen rund um das Thema Auslandsaufenthalte und internationale Begegnungen für junge Leute inklusive Länderinformationen
www.rausvonzuhaus.de

Infoportal „Wege ins Ausland“

Auf der Website informieren zehn verschiedene Institutionen über Wege ins Ausland. Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und Berufstätige sowie alle anderen, die sich gezielt über die unterschiedlichen Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes informieren möchten.
www.wege-ins-ausland.org

Verein Deutsche im Ausland (DIA)

Ziel des Vereins ist die Bereitstellung von Informationen, Adressen und Links zur Verbesserung der Lebensverhältnisse von Deutschen im Ausland.
www.deutsche-im-Ausland.org

abi>> 26.11.2018