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Mehr als nur Modedesign

Junge Frau bei der Anprobe eines fertigen Kostüms an der Schneiderpuppe
Der Einstieg in die Modebranche ist nicht nur für kreativ begabte Menschen wie Larissa Blau interessant.
Foto: Sonja Trabandt

Ich will was machen mit Mode

Mehr als nur Modedesign

„Irgendwas mit Mode“ – vielen jungen Menschen, die sich für Fashiontrends, schicke Kleidung, hippe oder nachhaltige Textilien interessieren, schwebt dieses oftmals noch etwas vage Berufsziel vor Augen. Tatsächlich bietet die Modebranche eine Vielzahl unterschiedlicher Ausbildungsberufe und Studiengänge, die sowohl für kreativ begabte als auch für kaufmännisch und technisch versierte junge Menschen interessant sein können.

Dass sie etwas mit Mode machen möchte, stand für Larissa Blau schon in der Schulzeit fest. „Ich habe bereits früh mit dem Schneidern angefangen und mich für alles rund um Mode interessiert“, erzählt die 23-Jährige. Nach dem Abitur im Jahr 2015 absolvierte sie zunächst eine zweijährige schulische Ausbildung zur Maßschneiderin. „Während dieser Zeit wurde mir aber sehr schnell klar, dass ich tiefer einsteigen möchte. Mich interessieren vor allem das Management und die strategischen Entscheidungen in der Branche.“ So entschied sie sich für den Bachelorstudiengang „International Fashion Retail“ an der Hochschule Reutlingen. „Die Hochschule ist international ausgerichtet und hat einen sehr guten Ruf für Textilberufe. Das hat mich angesprochen.“

Ein Portrait-Foto von Larissa Blau

Larissa Blau

Foto: privat

Pro Semester werden nur 20 Studienplätze vergeben. Der Studiengang verknüpft betriebswirtschaftliches Wissen mit dem Schwerpunkt Handel und Textilwirtschaft und zielt darauf, spätere Führungskräfte für die Modebranche auszubilden. „Dadurch, dass wir so wenige Studierende im Jahrgang sind, können wir unsere Team- und Organisationsfähigkeit bei gemeinsamen Projekten besonders gut trainieren“, erklärt Larissa Blau, die in ihrem Studium Module wie Rechnungswesen, Investition und Finanzierung sowie Personalmanagement belegt. Dabei wird gezielt auf die speziellen Anforderungen in der Modebranche eingegangen. Nach ihrem Bachelorabschluss möchte die 23-Jährige noch ein Masterstudium im Bereich International Business anschließen. Später würde sie gerne bei einem internationalen Modekonzern als Einkäuferin oder im Vertrieb arbeiten.

Weit gefasste Zugangswege

„Die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, die in einen Beruf in der Modebranche führen, lassen sich grob in drei Bereiche unterteilen: den kreativen, den kaufmännischen und den technischen Bereich“, erklärt Jan Cordes, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Düsseldorf. So ist beispielsweise eine Ausbildung zum/zur Mode- und Designmanager/in im kreativen oder die Ausbildung zum/zur Textillaborant/in im technischen Bereich möglich. Gleichzeitig müsse man aber auch bedenken, dass nicht zwangsläufig ein spezialisierter Beruf nötig ist, um später in der Modebranche zu arbeiten. „Denkbar sind etwa Ausbildungsberufe wie Kaufmann/frau für Büromanagement oder im Einzelhandel bei einem Arbeitgeber in der Textil- oder Modebranche.“

Ähnliches gilt für das Studienangebot. Die Studienmöglichkeiten reichen vom eher technisch und industriell geprägten Bereich der Textil- und Bekleidungstechnik über kreative Studiengänge, wie etwa Modedesign, bis hin zu Textil- und Bekleidungsmanagement oder dem Lehramt für das Fach Haushalt und Textil. „Man kann aber auch ganz klassisch Betriebswirtschaftslehre studieren und sich anschließend um eine Stelle in der Modebranche bewerben“, erklärt der Berufsberater. Interessant ist, dass es im Modebereich eine ganze Reihe an dualen Studienangeboten gibt, bei denen eine praktische Ausbildung im Betrieb mit dem wissenschaftlichen Studium an einer Hochschule verknüpft wird. (Mehr zu den Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Bereich Mode erfährst du in der Übersicht „Vom Designer bis zum Ingenieur“; verlinkt wird auf die Übersicht)

Spezifische Anforderungen an Bewerber

Ein Portrait-Foto von Jan Cordes.

Jan Cordes

Foto: privat

Wer sich für einen künstlerisch-kreativen Beruf oder einen Design-Studiengang im Bereich Mode interessiert, sollte laut Jan Cordes beachten, dass hier in den meisten Fällen Arbeitsproben und Aufnahmeprüfungen erforderlich sind und die Abiturnote oft nicht unbedingt eine maßgebende Rolle spielt.

Die Anforderungen an die Bewerber unterscheiden sich je nach Spezialisierung stark voneinander. „Natürlich sollte man für alle Bereiche ein Interesse an Mode und den Besonderheiten der Branche mitbringen. Im kreativen Bereich sind zusätzlich ein Blick für Farben, Proportionen und Ästhetik sowie ein gewisses gestalterisches Talent vonnöten. Wer sich für einen technischen Beruf interessiert, sollte selbstverständlich technisches Verständnis und ein naturwissenschaftliches Grundwissen mitbringen. Für den kaufmännischen Bereich sind neben guten Mathekenntnissen auch Kontaktfreudigkeit und Verhandlungsgeschick wichtig“, empfiehlt Jan Cordes.

Große Konkurrenz unter Berufseinsteigern

Die Zahl der Arbeitslosen in Textil- und Modeberufen ist 2018 dank des allgemein guten Arbeitsmarktes im Verhältnis zum Vorjahr um acht Prozent auf rund 16.000 gesunken. „Dennoch fällt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen Berufen hoch aus und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken“, weiß Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Im Laufe des Jahres 2018 wurden 7.000 Stellen neu gemeldet, sechs Prozent weniger als im Vorjahr.“

Rund 105.000 Frauen und Männer waren laut der Bundesagentur für Arbeit im Juni 2018 in Textil- und Modeberufen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit 43.000 Beschäftigten war der größte Anteil mit Aufgaben der Textilproduktion und der Textiltechnik betraut. Hierzu zählt beispielsweise der Beruf Maschinen- und Anlagenführer/in – Textiltechnik ebenso wie Textilmustergestalter/in oder Ingenieur/in – Textiltechnologie. In der Bekleidungsherstellung waren weitere 34.000 Personen zum Beispiel als Modist/in oder Maßschneider/in tätig.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Mode und/oder Textil)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Mode und/oder Textil)
www.studienwahl.de

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit

www.berufe.tv

Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie

www.textil-mode.de

GermanFashion Modeverband Deutschland e.V.

www.germanfashion.net

Netzwerk deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD e.V.)

https://vdmd.de

abi>> 03.04.2019