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Rund um Immobilien

Eine Immobilienkauffrau steht vor einer Immobilie, die zum Verkauf angeboten wird.
Wer gerne mit Kunden zu tun hat und Interesse an Wirtschafts- und Immobilienthemen mitbringt, kann in der Immobilienbranche spannende Betätigungsfelder finden.
Foto: Thomas Lohnes

Berufe in der Immobilienbranche – Hintergrund

Rund um Immobilien

Planen, vermarkten, verkaufen, verwalten, instand halten: In der Immobilienbranche wartet eine Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten. abi>> zeigt mögliche Zugangswege auf – und Berufsperspektiven, die sich sehen lassen können.

Spätestens mit der TV-Sendung „Mieten, kaufen, wohnen“ erlebte der Beruf des Maklers einen regelrechten Hype. Adrett gekleidete Makler mit teuren Autos, die ihre Kunden durch Wohnungen und Häuser führen, und fette Provisionen einstreichen – das wirkt verlockend, spiegelt jedoch nur einen Teil der Makler-Realität wider. Und blendet auch aus, dass es rund um die Immobilie viele weitere spannende Berufe gibt.

Auch Gebäude brauchen einen Manager

Ein Porträt-Foto von Fabian Raddatz

Fabian Raddatz

Foto: privat

Zum Beispiel den des Facility-Managers. Wer meint, dabei handele es sich nur um einen hochtrabenden Anglizismus für „Hausmeister“, der irrt sich. Fabian Raddatz weiß das aus erster Hand, denn der 21-Jährige studiert Facility-Management. „Mich fasziniert vor allem, dass die Verwaltung und Bewirtschaftung von Immobilien breite, fächerübergreifende Kenntnisse erfordert. Dazu gehören technisches, betriebswirtschaftliches und organisatorisches Know-how“, erklärt der Bachelorstudent im ersten Semester.

An der Hochschule Anhalt lernt er in sechs Semestern die nötigen Grundlagen in den Bereichen Architektur, Technik, BWL und Recht, IT, Nachhaltigkeit und Management. „Wer kein Interesse an Gebäuden und ihren Strukturen hat, nicht technik- und mathematikaffin ist oder um Computer einen großen Bogen macht, sollte definitiv etwas anderes studieren“, rät Fabian Raddaz augenzwinkernd.

Viele Wege führen in die Branche

In Deutschland gibt es über 150 Studienmöglichkeiten, die auf einen Beruf in der Immobilienbranche vorbereiten. Die Palette reicht von eher technischen, wie Architektur, Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik, Energie- und Gebäudetechnik über Schnittstellenangebote wie Wirtschaftsingenieurwesen bis hin zu betriebswirtschaftlichen Studiengängen wie BWL mit Schwerpunkt Bau und Immobilien, Immobilienwirtschaft, Immobilienmanagement und Gebäudeenergietechnik.

Kerstin Busch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Buchholz, weist darauf hin, dass der Einstieg in die Immobilienbranche aber auch über eine Ausbildung erfolgen kann. Unter Abiturienten beliebt ist zum Beispiel die zum Immobilienkaufmann. „Im Jahr 2015 waren unter den Auszubildenden dieses Berufes 74 Prozent Abiturienten“, weiß die Expertin. Speziell für Abiturienten bietet sich auch die zweijährige Sonderausbildung zum Immobilienassistenten an.

Wer als Makler arbeiten möchte, hat verschiedene Wege zur Auswahl: Der Zugang erfolgt über ein Studium im Bereich Immobilienwirtschaft oder alternativ über eine Aus- und Weiterbildung, etwa zum geprüften Immobilienfachwirt oder zum geprüften Fachkaufmann für Verwaltung von Wohnungseigentum.

Organisationstalente gesucht

Kaufmännisches Denken, Kommunikationsfähigkeit, Serviceorientierung, organisatorische Fähigkeiten – diese Soft Skills sind laut Kerstin Busch Grundvoraussetzung für Jobs in der Branche. Der Bedarf an Nachwuchskräften, die diese Eigenschaften mitbringen, ist derzeit hoch. Stellen gibt es bei Wohnungsbauunternehmen, in der Gebäudeverwaltung und im öffentlichen Dienst, bei Banken und Versicherungen, in Maklerbüros und Facility-Management-Unternehmen.

Der Jobmotor läuft – auch in Zukunft

„Die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland und eine gestiegene Nachfrage nach Immobilien, auch infolge der niedrigen Zinsen sowie eines gestiegenen Bedarfs an Wohnungen, haben die Beschäftigung im Grundstücks- und Wohnungswesen in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich steigen lassen“, sagt Arbeitsmarktexpertin Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit. Im März 2017 waren in der Branche insgesamt 255.000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 3,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Jahr 2016 gab es im Jahresdurchschnitt 2.900 ausgeschriebene Stellen. Das sind 20 Prozent mehr als noch 2015.

Die Branche boomt – und zwar nicht erst seit gestern: „Drei Millionen Beschäftigte arbeiten – überraschend kleinteilig strukturiert – in 817.000 Unternehmen. Und das nahezu krisensicher im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte“, heißt es in der Studie „Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017“.
Zu dieser Gruppe der Beschäftigten wird auch Fabian Raddatz später gehören. Er ist zuversichtlich, dass er nach dem Studium eine Stelle in einem Unternehmen ergattern wird: „Gebäude gibt es doch an jeder Ecke“, sagt der 21-Jährige lachend, vor allem solche, die einen professionellen Manager brauchen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: „Immobilien“)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit (Suchwort: „Immobilien“)
www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Immobilienverband Deutschland (IVD)

www.ivd.net

bvfi – Bundesverband für die Immobilienwirtschaft

www.praxisverband.de

abi>> 04.01.2018

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