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Helden gesucht!

Ein paar junge Menschen sitzen zusammen vor Büchern.
Gemeinsam etwas verändern: Helden kommen selten allein, sondern sind im Team mit anderen Engagierten stark.
Foto: Katharina Kemme

Berufe für Heldinnen und Helden

Helden gesucht!

Umweltverschmutzung, Bürgerkriege, Armut und Hunger: Wer hätte nicht ab und zu gerne mal Kräfte wie Superman, um die Welt zu retten? Es muss aber nicht gleich die ganze Welt sein: Man kann auch im Kleinen dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, auch im Beruf. Und zwar in (fast) jedem. Besonders häufig sind Helden jedoch in den Bereichen Klimaschutz, Entwicklungszusammenarbeit oder Migration gefragt. abi>> gibt einen Überblick.

Wenn Yasmine Khaled-Jaiser bei Asylanhörungen für arabischsprachige Migranten dolmetscht, erfährt sie oft von sehr bewegenden Geschichten, von der Flucht aus der Heimat, von Angst und Hoffnung. In solchen Momenten die professionelle Distanz zu bewahren, die Hilfe auf das „unparteiische, vollständige und präzise Dolmetschen zu beschränken, ist eine Herausforderung und Notwendigkeit zugleich“, sagt die 29-Jährige.

Ein Porträt-Foto von Yasmine Khaled-Jaiser

Yasmine Khaled-Jaiser

Foto: Foto Fabry

Das Dolmetschen auf kommunaler Ebene, sei es bei Asylanhörungen oder auch im medizinischen Bereich, etwa bei einem Arztbesuch oder einer Diabetes-Schulung, ist ein Nebenstandbein ihrer freiberuflichen Tätigkeit. Der Schwerpunkt der gebürtigen Ägypterin, die am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Uni Mainz studiert hat, liegt auf dem Konferenzdolmetschen für Arabisch/Deutsch und Arabisch/Englisch. Ihre Aufträge in der Asylhilfe erhält sie unter anderem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg, mit dem sie eine Rahmenvereinbarung über Einsatz- und Honorarkonditionen geschlossen hat.

Betreuen und übersetzen

In der Flüchtlingshilfe werden engagierte Fachkräfte aktuell besonders dringend gebraucht. „Hier werden Menschen gesucht, die ihre Fähigkeiten kontinuierlich über einen längeren Zeitraum hinweg investieren können“, sagt Michael Hümmer, Berater für akademische Berufe der Arbeitsagentur Fürth. Der Einstieg in dieses Feld gelingt beispielsweise über ein Studium der Sozialen Arbeit, möglicherweise sogar mit dem Schwerpunkt Migration. „Wir stehen gerade erst am Anfang, es gibt noch viel zu tun“, sagt Nathanael Kreglinger, der als Sozialpädagoge unter anderem Asylbewerber berät (siehe hierzu auch die Reportage: „Es gibt noch viel zu tun").

Da gerade die Kommunikation bei der Arbeit mit Migranten eine Herausforderung darstellt, können hier auch Dolmetscher wie Yasmin Khaled-Jaiser ihr Können einbringen. Germanisten und Pädagogen, die mit Flüchtlingen arbeiten möchten, empfiehlt Michael Hümmer das Zusatzzertifikat „Deutsch als Fremdsprache“, das man an einigen Hochschulen studienbegleitend erwerben kann. Auch gibt es eigenständige Studiengänge, die Kompetenzen in diesem Bereich vermitteln (siehe hierzu auch die Studienreportage „Grammatik, Germanistik und die Brüder Grimm“).

Wer lieber eine Ausbildung absolvieren möchte, kann etwa als Erzieher für Jugend- und Heimerziehung oder Assistent im Gesundheits- und Sozialwesen nach dem Abschluss in der Flüchtlingshilfe arbeiten.

Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe vor Ort leisten all diejenigen, die sich die Entwicklungszusammenarbeit auf die Fahnen geschrieben haben. Die „Helden“ in diesem Bereich bauen etwa als Ingenieure oder Techniker Brunnen in trockenen Weltregionen oder unterstützen Landwirte dabei, ihre Nutzflächen effizient zu bewirtschaften. Ärzte helfen in Krankenhäusern einerseits bei medizinischen Notfällen – schulen andererseits aber auch das ansässige Personal und leisten damit Hilfe zur Selbsthilfe.

Des Weiteren bietet der Klimaschutz Beschäftigungsmöglichkeiten mit Heldenpotenzial, sei es in der Entwicklung erneuerbarer Energien oder moderner Rußfilter, um Ressourcen zu sparen (siehe hierzu auch die Reportage „Das Gute erhalten“). Auch Juristen können sich für die Umwelt einsetzen, indem sie etwa Umweltsündern den Kampf ansagen. Eine Checkliste mit verschiedenen „Berufen für Helden“ findest du hier.

Wer mit einer Ausbildung auf einem dieser Gebiete tätig werden will, könne laut Michael Hümmer das Pferd von hinten aufzäumen und sich zunächst überlegen, bei welchem Arbeitgeber er angestellt sein möchte. Schließlich werden auch bei NGOs (Nichtregierungsorganisationen) Mitarbeiter gesucht, die sich beispielsweise um die Organisation von Auslandseinsätzen kümmern. Siehe hierzu auch die Reportage „Mit kleinen Schritten zum Erfolg“). Hier kann man beispielsweise als Kaufmann für Büromanagement oder – mit entsprechender Weiterbildung – als Fremdsprachenkorrespondent Heldenhaftes leisten. Weitere Informationen dazu erhältst du auch beim Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO).

Leidenschaft und Engagement

„In allen genannten Bereichen ist es prinzipiell möglich, Karriere zu machen – allerdings nicht so sehr im hierarchischen Sinne. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und Projekte zu leiten“, erklärt Michael Hümmer. Besonders wichtig seien auch Freude und Neugierde an Menschen sowie Soft Skills im zwischenmenschlichen Bereich, etwa Empathie. Auch interkulturelle Kompetenz ist wichtig.

Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte der Bundesagentur für Arbeit, verweist auf die sehr gut ausgebildete Personalstruktur unter den rund 365.000 Personen, die 2015 bei gemeinnützigen, nichtstaatlichen Institutionen beschäftigt waren. „Vier von zehn Beschäftigten haben einen Berufsabschluss, der mindestens mit einem Bachelorabschluss vergleichbar ist.“ Und auch der Arbeitsmarkt im Bereich der sozialen Arbeit habe sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. „Die Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen bringt ein weiteres großes Aufgabenfeld hinzu, was sich positiv auf die Beschäftigungslage auswirken dürfte“, weiß der Arbeitsmarktexperte.

Menschen, die sich mit Engagement und Leidenschaft für eine Sache einsetzen, nicht locker lassen, bis eine Lösung gefunden ist und so dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen – im Kleinen wie im Großen – gibt es allerdings in beinahe jedem Beruf. Was zählt ist die Leidenschaft, mit der man an die Sache herangeht.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Bundesverband der deutschen Übersetzer und Dolmetscher (BDÜ)

www.bdue.de

Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH)

www.dbsh.de

Greenpeace

www.greenpeace.de

World Wide Fund For Nature (WWF)

www.wwf.de

Amnesty International Deutschland

www.amnesty.de

Pro Asyl

www.proasyl.de

Germanwatch

http://germanwatch.org/de/startseite

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

https://giz.de/de/html/index.html

Centrum für internationale Migration und Entwicklung

www.cimonline.de

abi>> 02.05.2016