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Vorurteile aus dem Weg räumen

Zwei junge Frauen und ein junger Mann sitzen an einer Bank unter einem Baum lernen gemeinsam.
Die ersten Schritte an der Hochschule gemeinsam machen: Die Studienlotsen der Uni Bremen lassen sich einen Tag lang von Studieninteressierten begleiten und beantworten ihre Fragen rund ums Studium.
Foto: Julien Fertl

Studienlots*innen

Vorurteile aus dem Weg räumen

Kann ein einziger Tag an der Uni die Studienentscheidung beeinflussen? „Auf jeden Fall“, findet Carla Hinrichs. Die 21-Jährige durfte im Rahmen des Studienlots*innen-Programms der Uni Bremen einen Tag lang eine Studentin begleiten und kam so ihrer Entscheidung für ein Studium einen großen Schritt näher.

In der Oberstufe war ich mir unsicher, was ich studieren soll. Ich habe mich für Politik und Wirtschaft interessiert und hatte daher Politikwissenschaften und BWL im Blick. Aber nach ersten Recherchen habe ich bei den Politikwissenschaften die Wirtschaft und bei den Wirtschaftswissenschaften die Politik vermisst. Ein Bekannter gab mir den Tipp, dass Jura beides kombiniert.

Jura habe ich mir immer unheimlich trocken vorgestellt. In meiner Familie gibt es keine Juristen und auch sonst kannte ich niemanden, der Jura studiert. Da ich aus Bremen komme, habe ich mich auf den Seiten der Uni Bremen umgeschaut und das Angebot „Studienlots*innen“ gefunden. Das Konzept hat mich sofort angesprochen, weil es so unkompliziert ist. Ich habe eine E-Mail an die Studienlotsen geschrieben und angegeben, welche Themen und welches Studienfach mich interessieren. Kurz darauf bekam ich eine Antwort von einer netten Studentin, die mir drei Termine zur Auswahl nannte.

Hörsaalluft schnuppern

Ein Porträt-Foto von Carla Hinrichs

Carla Hinrichs

Foto: privat

An einem Vormittag besuchte ich mit der Studienlotsin und zwei weiteren Schülerinnen eine Vorlesung. Da gerade das Sommersemester lief und der Studiengang immer zum Wintersemester startet, standen Veranstaltungen aus dem zweiten und vierten Semester zur Auswahl. Wir entschieden uns für eine Vorlesung zum Arbeitsrecht aus dem vierten Semester. Im Raum befanden sich etwa 60 Studierende, die alle Gesetzesbücher auf den Tischen liegen hatten. Verstanden habe ich ehrlich gesagt nicht viel – neugierig gemacht hatten mich die angesprochenen Fälle aber schon. Der eigentliche Punkt aber war die Atmosphäre: Es war wirklich angenehm und nicht so steif, wie ich es erwartet hatte.

Nach der Vorlesung haben wir uns in der Cafeteria auf dem Campus unterhalten. Zum Beispiel haben wir erfahren, dass es keine Anwesenheitspflicht für die Vorlesungen gibt. Unsere Studienlotsin etwa nutzt die Vorlesungen, andere lernen lieber in der Bibliothek für sich. Wir haben dann noch alle möglichen Fragen geklärt: etwa welchen Notenschnitt man braucht, wie lange das Studium dauert, wie es aufgebaut ist und wie der Unialltag so abläuft.

Sorgen ansprechen, Ängste nehmen

Mir hat imponiert, dass unsere Studienlotsin auch ganz offen über Schwierigkeiten gesprochen hat, die sie im Studium hatte. In solchen Fällen konnte ihr die Studienberatung aber helfen. Es läuft eben nicht immer alles glatt.

Ich hatte vor dem Treffen doch sehr viel Respekt vor dem neuen Lebensabschnitt, der mit einem Studium einhergeht. Nach dem Treffen war das anders. Ich war tatsächlich angetan von der Idee, Jura zu studieren und habe daraufhin ein Praktikum am Landgericht absolviert, um auch die berufliche Seite kennenzulernen. Mittlerweile bin ich im sechsten Semester und bereue meine Entscheidung nicht. Heute bin ich selbst als Studienlotsin aktiv und helfe anderen dabei, sich zu orientieren.

abi>> 18.06.2018