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Wie lernen Kinder erfolgreich?

Eine Lehrerin erklärt einigen Kindern etwas.
Welche Bedingungen brauchen Kinder, um gut lernen zu können? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Kindheitspädagogik, ein recht junges Studienfeld.
Foto: Axel Jusseit

Early Childhood Studies

Wie lernen Kinder erfolgreich?

Emely Knör studiert „Early Childhood Studies“ an der Pädagogischen Hochschule (PH) Weingarten. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in einer integrativen Kita und dem Bachelorstudium Elementarbildung vertieft die 23-Jährige in diesem Masterstudiengang ihre Kenntnisse der Kindheitspädagogik.

Schema F passt nicht auf den Studiengang, in dem Emely Knör seit mehr als einem Semester eingeschrieben ist: „Early Childhood Studies an unserer Hochschule zu studieren, ist in fast jeder Hinsicht besonders“, berichtet die junge Frau.

Bei diesem viersemestrigen Masterstudiengang kooperieren die baden-württembergische PH Weingarten und die PH St. Gallen in der Schweiz miteinander. Daher finden die Lehrveranstaltungsblöcke abwechselnd in beiden Ländern statt. „Wir Studierenden haben dadurch lange Fahrzeiten, aber auch die Möglichkeit, viele interessante Menschen kennenzulernen: Ein Drittel meiner Kommilitonen sind Schweizer und die Altersspanne ist groß. Die verschiedenen Blickwinkel all dieser Leute machen die Diskussionen daher sehr spannend“, findet sie.

Eigene Forschung über Fernsehkonsum

Ein Porträtbild von Emely Knör

Emely Knör

Foto: privat

Das Masterstudium bildet die Studierenden zu Experten in der frühkindlichen Bildung aus, also für Kinder bis zu zehn Jahren. In den ersten beiden Semestern werden Themen wie Diagnostik, Elementardidaktik, Begabung und Prävention vermittelt. Im Seminar „Wirksames Lernen in der Vorschule“ beschäftigte sich Emely Knör etwa mit verschiedenen Faktoren, die frühkindliche Bildung begünstigen oder erschweren. „Wir lernten zum Beispiel, dass das passende Kindergarteneintrittsalter und eine gute Balance aus Angeboten von außen und Aktivitäten, die sich das Kind selbst ausdenkt, eine erfolgreiche Bildungskarriere fördern“, erklärt sie. Auch erfuhr sie, dass eine wirkungsvolle Mathe-Frühförderung nicht immer aufwändig sein muss: „Eine gut strukturierte mathematische Förderung mit Spielen wie Domino bringt oft schon sehr viel.“

Derzeit belegt Emely Knör das Forschungsmodul, in dem sie sich selbstständig einem Thema widmen und so ihre wissenschaftlichen Arbeitsmethoden schulen wird. Sie möchte den Fernsehkonsum von Kindern im Alter bis zu sechs Jahre untersuchen. In den nächsten Semestern wird sich die Studierende spezialisieren. Zur Wahl stehen mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung, Medienerziehung, frühkindliche Bildung in unterschiedlichen Ländern oder sprachliche und soziale Entwicklung kleinerer Kinder.

Über das FSJ zum Wunschstudium

Für Emely Knör ist dieses Studium genau das Richtige. Nach dem Abi hatte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer integrativen Tagesstätte für Kinder mit körperlichen Behinderungen absolviert. Dort stellte sie fest, dass sie sich gerne mit den Kleinsten beschäftigen möchte. Daher entschied sie sich für den Bachelorstudiengang Elementarbildung an der PH Weingarten. „Doch bei den Praktika im Studium merkte ich: Die Arbeit mit Kindern macht mir Freude, erfüllt mich aber nicht gänzlich“, erzählt die Studentin.
Stattdessen wollte sie sich gerne wissenschaftlich mit dem Thema frühkindliche Erziehung auseinandersetzen. Ein Studentenjob an der PH, bei dem sie an einem Forschungsprojekt zur Qualität von Kitas mitwirkte, bestärkte sie in diesem Wunsch.

Wie gerufen kam da der Master „Early Childhood Studies“ in Weingarten, auf den sie sich direkt nach ihrem Bachelorabschluss bewarb. „Interessierte müssen das Zeugnis eines einschlägigen Bachelorstudiums mit mindestens 180 ECTS-Punkten und einem Notendurchschnitt von 2,5 vorlegen“, erinnert sich die Studentin.

Praktikum in Schweden

Einen neuen Dreh verleiht die 23-Jährige ihrem Studium im anstehenden, dritten Semester: Sie wird Lehrveranstaltungen an der Universität Göteborg in Schweden besuchen und bei einem Praktikum das Kita-Betreuungssystem vor Ort kennenlernen. Diese praktischen Erfahrungen möchte sie in ihre Masterarbeit einfließen lassen, die sie in ihrem vierten und letzten Semester verfassen wird.

Über die Zeit nach dem Abschluss hat sich Emely Knör bereits Gedanken gemacht: „Ich würde gerne an einer Hochschule zur frühkindlichen Bildung forschen und lehren. Mich interessieren zum Beispiel Forschungsthemen wie Dialekt versus Standardsprache im deutschen Raum, Qualität in Kitas oder die sprachliche und schriftsprachliche Entwicklung von Kindern. Vielleicht finde ich eine halbe Stelle, zum Beispiel in einer Kita, damit ich gleichzeitig Praxiserfahrungen sammeln kann.“

abi>> 12.07.2018

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