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Praxisorientiert und lebensnah

Häuser mit Efeu bewachsen
Den Zusammenhang zwischen Wohn- und Mobilitätskosten untersuchen: das und noch mehr lernt Maria Chudzian (22) an der FH Erfurt.
Foto: André Deco

Stadt- und Regionalplanung

Praxisorientiert und lebensnah

Bereits im Studium hat Maria Chudzian (22), die an der Fachhochschule Erfurt ihren Master in Stadt- und Regionalplanung absolviert, viele Möglichkeiten an Projekten mitzuarbeiten. Sie alle eint ein Ziel: Die Lebensbedingungen in den Städten zu verbessern.

Ist das Pendlerleben teuer? Lohnt sich ein Umzug? Es ist ein Problem, dass sich in Deutschland zunehmend verschärft: Viele Menschen legen immer weitere Wege zwischen Arbeit- und Wohnort zurück: „Es gibt zahlreiche Studien, die den Zusammenhang zwischen Wohn- und Mobilitätskosten untersuchen, aber nur wenige, die auch die Energiekosten in ihre Betrachtung mit einbeziehen und erforschen, wie sich diese drei Faktoren bedingen“, erklärt Maria Chudzian. Die 22-Jährige studiert im zweiten Mastersemester Stadt- und Raumplanung an der FH Erfurt. Hier arbeitet sie gerade an einem Projekt mit, das diese drei Faktoren unter die Lupe nimmt. Mit ihrer Arbeitsgruppe hat sie einen Fragenbogen entwickelt und an die Erfurter verteilt. Nun geht es an die Auswertung.

Auch im vergangenen Semester stand ein Projekt an: Mehrere Plattenbauten wurden zurückgebaut. Die Stadt Erfurt trat an die Hochschule heran und bat um Ideen, wie diese Freiflächen genutzt werden könnten. Die Stadt wächst, braucht Wohnraum, der bezahlbar und lebenswert ist: „Das Gute ist, man produziert diese Ideen nicht für die Ablage. Sie haben einen konkreten Bezug zur Lebensrealität. Die Stadt profitiert und wir bekommen vom Stadtbauamt Rückmeldungen zu unseren Vorschlägen“, erzählt Maria Chudzian – eine Win-Win-Situation. Auch wenn die Pläne nicht eins zu eins umgesetzt werden, wird die Arbeit der Studierenden doch geschätzt und ernstgenommen. „Es gibt viele Synergien zwischen studentischen Seminaren, Projekt- und Abschlussarbeiten“, bestätigt die Studentin.

„Eine Vertiefung ist absolut sinnvoll“

Ein Porträt-Foto von Maria Chudzian

Maria Chudzian

Foto: Mona Lengeling

Bereits im Bachelor, den sie ebenfalls an der FH Erfurt absolviert hat, stand jedes Semester eine Projektarbeit auf dem Plan. „Der Fokus lag immer auf einem anderen Thema, sodass die vielen Facetten von Stadt- und Raumplanung gut abgedeckt werden“, findet sie. Ein hoher Praxisbezug war für sie der Grund, sich für eine Fachhochschule zu entscheiden. „An unserer Fakultät sind zudem Stadt- und Raumplanung und Architektur gemeinsam organisiert, wodurch ich auch andere Perspektiven kennenlerne.“

Dass sie im Anschluss ihren Master anhängen würde, stand für sie schon im Bachelor fest: „Das Studium deckt so viele Bereiche ab, dass eine Vertiefung absolut sinnvoll ist.“ Das Spektrum reicht von Stadtplanung und Kommunikation, Freiraum- und Landschaftsplanung über Soziologie, Ökonomie, Planungstheorie, Stadtbaugeschichte bis hin zu nachhaltigem Städtebau und Planungsrecht. Dahinter verbergen sich Themen wie Klimaanpassung in Bezug auf Hitzewellen oder Strategien zur Integration von benachteiligten Bevölkerungsgruppen in den Wohnungsmarkt.

In Ideenwettbewerben die kreative Seite ausleben

Noch zwei Semester, dann wird Maria Chudzian ihr Studium mit dem Master of Science abschließen. Eine Idee, wohin ihre berufliche Reise gehen soll, hat sie auch schon: Im Bachelor hat sie ein Praktikum in einem privaten Planungsbüro absolviert und konnte dort den Bereich Wettbewerbe kennenlernen. „Ich finde beide Seiten faszinierend. Im Planungsbüro sieht man die verschiedenen Entwürfe und wird beratend tätig. Reicht man selbst Entwürfe ein, kann man seine kreative Seite ausleben“, erklärt die Studentin.
Sie hat bereits mehrfach an studentischen Ideenwettbewerben teilgenommen und ihr Konzept für den nächsten ist bereits in Planung. „Ich werde mich mit einem ehemaligen Kasernengelände in Paderborn auseinandersetzen.“

abi>> 05.11.2018