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Nicht Försterin – Waldmanagerin

Arealplan und Vermessungswerkzeuge auf einem Baumstamm
Für ein zielgerichtetes Waldmanagement müssen ökologische, ökonomische und soziale Ziele unter einem Hut gebracht werden.
Foto: Robert Wolf

Management von Forstbetrieben

Nicht Försterin – Waldmanagerin

Christin Carl (24) studiert „Management von Forstbetrieben“ an der Fachhochschule Erfurt. Das Masterstudium bereitet sie in drei Semestern optimal auf führende und beratende Tätigkeiten in vielen Bereichen vor, in denen der Wald im Fokus steht.

Wir alle haben dieses Bild in den Köpfen, vom Förster, der, in einen grünen Mantel gehüllt, durch den Wald streift, mit der Axt Nutzholz schlägt und nach Rehen und Wildschweinen Ausschau hält. Ganz falsch ist dieses Bild nicht, allerdings haben sich die Aufgaben von Waldmanagern, wie der Beruf inzwischen genannt wird, geändert. Heute betreiben sie ein zielgerichtetes Waldmanagement, bei dem viele teils auseinanderstrebende ökologische, ökonomische und soziale Ziele unter einen Hut gebracht werden müssen.

Genau diese Vielseitigkeit des Berufs überzeugte Christin Carl nach dem Abitur, sodass sie sich für den Bachelorstudiengang „Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“ an der FH Erfurt entschied. In der thüringischen Landeshauptstadt macht sie inzwischen den Master in „Management von Forstbetrieben“.

Im Mittelpunkt steht der Forstbetrieb

Ein Porträt-Foto von Christin Carl

Christin Carl

Foto: Andreas Knoll

„Die ganze Materie rund um das Thema Wald und dessen vielfältige Ansprüche begeistern mich nach wie vor. Da war es klar, dass ich mein Grundwissen aus dem Bachelorstudium gerne ausbauen und ergänzen wollte“, erzählt die 24-Jährige, die gerade ins zweite Semester gekommen ist.

Insgesamt erstreckt sich das Studium über drei Semester. Während das dritte Semester der Erstellung der Masterarbeit dient, stehen zuvor zahlreiche Vorlesungen auf dem Stundenplan, zum Beispiel in den Fächern Beratung und Projektmanagement in Forstbetrieben, Inventur, Waldbau und Forstökonomie, Diversifizierung des Forstbetriebes, aber auch Rechnungswesen, Finanzwirtschaft und Steuern.

Ziel ist es, sowohl das forstliche als auch betriebswirtschaftliche Wissen zu vertiefen und sich so das nötige Rüstzeug eines modernen Revierleiters mit Managementqualitäten anzueignen. Dafür geht es auch mal auf spannende Exkursionen: „Zuletzt erhielten wir einen Einblick in den Forstbetrieb des Wittelsbacher Ausgleichfonds, in dessen Besitz sich über 9.000 Hektar Wald in Bayern befinden“, schildert sie.

Beratende und leitende Funktionen

Welche Holzvermarktungsstrategie gibt es? Was muss in puncto Umweltrecht beachtet werden? Was sind die Herausforderungen des naturnahen Waldbaus? Wie hat ein Business-Konzept für die Gründung eines Forstbetriebes auszusehen? Auf diese und viele weitere Fragen wird Christin Carl am Ende des Studiums Antworten kennen und ist damit bestens vorbereitet, um wirtschaftliche, organisatorische und planerische Tätigkeiten in leitenden oder beratenden Positionen einzunehmen.

Jobs gibt es dabei nicht nur in der Holz- und Forstwirtschaft, sondern zum Beispiel auch in der Forschung, Verwaltung oder Politik. Mit dem erworbenen Know-how können Absolventen sogar ihren eigenen Forstbetrieb gründen. Doch die Studentin zieht es in eine andere Richtung: „Gerade könnte ich mir sehr gut vorstellen, an einem Forschungsinstitut zu arbeiten. Dafür würde auf meiner To-do-Liste aber erst mal die Promotion stehen. Mal schauen, ob das klappt.“

abi>> 16.11.2015