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Games erforschen, Games entwickeln

Mehrere Zeichnungen beschreiben den Verlauf einer Geschichte.
Wie kann der Spieler sinnvoll durch eine fantastische Geschichte geleitet werden? Studierende der Computerspielwissenschaften lernen diese und viele weitere Aspekte von Computerspielen sowie ihre mediale Wirkung kennen.
Foto: Jensen

Computerspielwissenschaften

Games erforschen, Games entwickeln

Paul Redetzky (23) studiert im ersten Mastersemester Computerspielwissenschaften in Bayreuth. Die Studierenden betrachten Computerspiele nicht nur als Entwickler, sondern auch als Medienwissenschaftler.

Als Paul Redetzky im Herbst 2015 vom neuen Studiengang Computerspielwissenschaften an seiner Uni Bayreuth hört, war er sofort Feuer und Flamme. „Der Studiengang ist in seiner Art einzigartig in Deutschland. Mich hat vor allem die Kombination aus Geisteswissenschaft und Technik, der Blick über den Tellerrand gereizt.“

Das Fach verbindet die Bereiche Game Studies, Medienwissenschaften und Informatik miteinander. Die Studierenden sollen aus wissenschaftlicher Sicht kritisch auf den Forschungsgegenstand Computerspiele blicken, um sie als System zu verstehen und mit diesem Hintergrundwissen auch eigene Spiele zu entwickeln.

„Gelungene Mischung aus Theorie und Praxis“

Ein Porträtbild von Paul Redetzky

Paul Redetzky

Foto: privat

Für Paul Redetzky war es eine Herzenssache, sich auf diesen Studiengang zu bewerben. Schließlich fing er bereits mit 13 Jahren an, Computerspiele zu spielen und auch selbst zu programmieren. Da er bereits einen Bachelorabschluss in Medienwissenschaft und Medienpraxis mit Nebenfach angewandter Informatik an der Hochschule Bayreuth absolviert hatte, erhielt er automatisch einen Platz – ohne das für externe Bewerber vorgeschriebene Eignungsgespräch durchlaufen zu müssen.

Seit mittlerweile einem Semester ist Paul Redetzky im Fach eingeschrieben – und begeistert. Besonders gelungen findet er die Mischung aus Theorie und Praxis: „Das Studium kombiniert medienwissenschaftliche Veranstaltungen wie Mediengeschichte, Medienästhetik des Computerspiels, Bild- und Raumtheorie oder Computerspiele mit spannenden Informatik-Projekten, die möglichst nah dran sind an der Berufswelt.“

Die Studierenden entwickeln in Kursen wie Computergrafik oder Künstliche Intelligenz Indie-Games oder beschäftigen sich mit der Frage, wie ein Förderantrag auszusehen hat, mit dem man bei öffentlichen Stellen Geld für die eigenen Ideen einwirbt. Scheine gibt es für eine Hausarbeit, ein Referat oder eine Klausur ebenso wie für das Verfassen eines Drehbuchs für ein Spiel. „Gerade für eine universitäre Ausbildung ist der Studiengang unheimlich lebendig und praxisnah“, findet der 23-Jährige.

Start-up oder großes Unternehmen?

Für Paul Redetzky und seine Kommilitonen stehen mit ihrem Abschluss – je nach Spezialisierung auf Informatik oder Medienwissenschaft ist es der Master of Science oder der Master of Arts – viele Türen offen: „Ich kann eine wissenschaftliche Karriere einschlagen und in meinem Fach promovieren, als Journalist über das Phänomen Computerspiele schreiben oder mich in der Jugendhilfe für den richtigen Umgang mit dem Thema engagieren“, erklärt er.

Als Praktikant hat der Student bereits bei einem Start-up an der Entwicklung eines Spiele-Prototyps mitgewirkt. Für seinen Berufseinstieg könnte er sich dagegen gut vorstellen, als Entwickler bei einem großen Unternehmen zu arbeiten, die vor allem in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München zu finden sind. Auch könnte sich der gebürtige Bayreuther vorstellen, ins Ausland zu gehen: „Die erfolgreichsten Studios gibt es zurzeit in den USA, in Kanada und in Japan.“

Aber auch hierzulande tut sich einiges: „Gerade das Thema eSports, also das Zocken von Computerspielen auf Profiniveau, gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung“, erklärt Paul Redetzky. Tatsächlich einigten sich die neuen Regierungspartner Deutschlands in ihrem Koalitionsvertrag darauf, eSports als eigene Sportart anzuerkennen, die dem Vereins- und Verbandsrecht unterliegen soll. Und sogar von der Schaffung einer „olympischen Perspektive“ ist die Rede. „Ein riesiger Erfolg für die Szene“, freut sich der Student.

abi>> 20.04.2018

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