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Die Lehrer von morgen

Rettung in der Not

Nachdem ich mein Zimmer in meiner WG gekündigt hatte, fehlte mir immer noch die Zusage für das Zimmer im Studentenwohnheim. Ende Januar sollte die Zusage kommen, meinte die Dame des Studentenwerks, ansonsten sehe es schlecht aus. Als der Februar so langsam verstrich, hatte ich schon fest damit gerechnet, mich das kommende Semester über bei Freunden einquartieren zu müssen.
Da ich bis zum März aus meiner Wohnung ausgezogen sein musste, packte ich meine Sachen in Müllsäcke und schleppte sie vom dritten Stock zum Auto. Das habe ich randvoll bepackt, jeden kleinsten Platz habe ich ausgenutzt, um noch irgendetwas hineinzustopfen. Ebenso schraubten meine Familie und ich meine Möbel auseinander, die ich im möblierten Studentenwohnheim nicht brauche, und luden sie wie im Spiel Tetris in unseren Hänger ein. Mein Zimmer war leer. Nun gab es kein zurück mehr. Zuhause verfrachteten wir meinen kompletten Haushalt ins alte Kinderzimmer meines Bruders. Wann ich diesen Kram wohl wieder brauchen werde?
Ende dieser Woche kam die rettende Nachricht. Der Postbote überreichte mir einen großen Brief, der mit dem Stempel des Studentenwerks versehen war. Hysterisch und erwartungsvoll öffnete ich die Post und hielt eine Menge an Unterlagen in der Hand. Es war der Mietvertrag für mein Zimmer im Studentenwohnheim. Vor Freude japste ich und sprang wild durchs Haus. Ich hatte ihn also tatsächlich in der Hand und auch noch mit der Bestätigung, dass ich am 1. April einziehen kann! Ich schrieb gleich meiner Mama und meinen Kommilitonen eine Nachricht und sie freuten sich mit mir. Ich kann es kaum erwarten, einen kleinen positiven Umschwung in meiner Studienzeit zu erleben.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  29.03.2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
29.03.2017

Die Lehrer von morgen

Klausureneinsicht

Nach meinem Einsatz bei der Klausurenaufsicht und –korrektur folgte die Einsicht. Am Tag nach der Klausur trafen wir uns wieder im Mathezentrum. Der Dozent führte uns kurz ein – er selbst war als „Türsteher“ dafür verantwortlich, die Studierenden nach und nach einzulassen. Ich blieb die meiste Zeit über mit drei weiteren Tutoren bei den Klausuren, um diese auszugeben: Die Physiker kamen zu uns, nannten ihren Namen und wir suchten die jeweilige Klausur für sie heraus.
Während die anderen Tutoren den Studierenden oft erklären mussten, warum sie nicht mehr Punkte bekommen hatten, klappte es bei mir ganz gut. Die Bewertung von Aufgabe vier war jedoch anscheinend offensichtlich genug, sodass ich nur zweimal Leuten kurz etwas erklären musste.
Eine Klausureinsicht ist aber nicht nur gut, weil man sehen kann, was man falsch gemacht hat, sondern auch, um im Notfall noch einmal Punkte rauszuholen. Ich habe in den vergangenen anderthalb Jahren schon zweimal Punkte gefunden, die meine Klausur um eine Teilnote besser machten. Als ein sonst erfolgreicher Student aus meinem Tutorium ein bisschen bedrückt zu mir kam, um seine nicht bestandene Klausur einzusehen, gab ich ihm also den Tipp, alles gut durchzusehen, denn er sei nur einen halben Punkt von der Bestehensgrenze entfernt. Und tatsächlich: Er konnte einer Tutorin so gut erklären, was er sich bei der Lösung gedacht hatte, dass sie ein Auge zudrückte und ihm unter der Bedingung, dass er künftig seine Begründung auch aufschreiben und nicht nur denken müsse, einen halben Punkt mehr gewährte – sehr zur seiner und auch meiner Freude.
Das nächste Mal sehen wir uns bei der Nachklausur im März. Und in diesem Versuch bestehen hoffentlich auch die anderen beiden Physiker meines Tutoriums!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  28.03.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
28.03.2017

Die Lehrer von morgen

Und wieder Wohnheim

Seit etwa einer Woche wohne ich nun wieder im Studentendorf, direkt neben der PH. Das ist ein bisschen komisch, weil hier für mich alles angefangen hat. Hier kam ich 2012 im Oktober nach einer fünfstündigen Autofahrt mit Anhänger an und war furchtbar aufgeregt, weil zwei Tage später mein Studium beginnen sollte. Jetzt wohne ich zwar in einem anderen Haus der Anlage und im vierten Stock statt im ersten, aber als ich am Abend allein den mir vertrauten Weg zum nächsten Supermarkt gelaufen bin, hat sich das ein bisschen wie früher angefühlt.
Mein Umzug jedenfalls war eine großartige Entscheidung: Ich bin total glücklich mit meinem Zimmer, das zwar um sechs Quadratmeter kleiner ist als das alte, aber mir dadurch einen Anlass zum radikalen Ausmisten gegeben hat. Noch viel glücklicher bin ich mit meinen Mitbewohnern. Ich komme abends nach Hause und es sind Leute in der Küche, mit denen ich reden kann, eine Serie schauen, was auch immer. Neulich haben wir sogar spontan eine Yoga-Session in der Küche eingelegt: Tische weggeschoben, YouTube-Video an, Matten her und los. Nicht, dass ich das zwingend von einer WG erwarte, aber ich verstehe nicht, warum es in manchen möglich und normal ist und in anderen nicht im Entferntesten denkbar.
Meine beiden Mitbewohnerinnen aus der alten WG haben mich nicht einmal verabschiedet. Einen Tag vor meinem Auszug habe ich sie noch per WhatsApp gefragt, ob die eine Pfanne wirklich mir gehört oder ich mich täusche und ähnliche Sachen, und daraufhin haben mir die beiden nur sehr sachlich geantwortet – keine hat mir einen guten Umzug gewünscht. Aber das hat mir nur einmal mehr gezeigt, dass es eine gute Entscheidung war, auszuziehen.
Nächste Woche werde ich mich aus meiner neuen WG erst einmal für drei Wochen verabschieden und ein Praktikum in einem bilingualen Kindergarten in Tübingen machen. Wenn ich dann zurückkomme, wird vermutlich schon das vierte, bisher noch leere Zimmer besetzt sein. Aber solange wir drei eine gute Beziehung haben, wird auch der oder die Neue keinen Stress anfangen, denke ich. Außerdem habe ich in diesem Wohnheim bisher ausnahmslos tolle Mitbewohner gehabt. Insgesamt bin ich guter Dinge und hoffe, diese Haltung beibehalten zu können.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  21.03.2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
21.03.2017