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Studentenleben live

Der akademische Teil

Auch wenn sich Südfrankreich nach Sommer, Spaß und Entspannung anhört – ich habe hier tatsächlich gearbeitet. Ich war in der Arbeitsgruppe „Recht und Terrorismus“. In jedem Block hat ein Student einen Vortrag über ein Thema gehalten, das zu unserem Arbeitsthema passte. Zuerst beschäftigten wir uns mit den sozio- und psychologischen Hintergründen von Terrorismus und untersuchten Vergleichbarkeiten zwischen RAF und Al Qaida, bevor die Themen juristischer wurden.

Die Atmosphäre der Unterrichtseinheiten war ganz anders als in der Schule. Es gab gute Vorträge, motivierte Teilnehmer und konstruktive Beiträge. Unser Seminar wurde von einem Hamburger Professor und einer ehemaligen Richterin des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) geleitet, die immer wieder spannende Anekdoten lieferten. In den ersten drei Tagen hatten wir noch einen Ehrengast: Einen ehemaligen Rechtsanwalt der RAF-Prozesse, der uns exklusive Einblicke in das Gerichtsverfahren lieferte. Und auch die Richterin plauderte, so gut das eben ging, aus dem Nähkästchen des höchsten europäischen Gerichts.

Auch die Abendvorträge fand ich sehr spannend – auch wenn ich bei den naturwissenschaftlichen Themen mangels Fachkenntnissen oft schon nach fünf Minuten mental ausgestiegen bin. Wir diskutierten über die Bekämpfung des Klimawandels, den Niedergang des Kapitalismus, die physikalische Wahrscheinlichkeit von Erdbeben und Börsencrash und das Phänomen der Lüge in der deutschen Gesellschaft. Den Abschluss unserer Akademie bildete der „Bunte Abend“, an dem jede Arbeitsgruppe einen kleinen Sketch über ihr Thema vorstellte. Meine Gruppe dachte sich eine Gerichtsverhandlung zum von uns neu geschaffenen §129c „Mitgliedschaft in einer elitären Vereinigung“ aus.

Die zwei Wochen sind wahnsinnig schnell vergangen. Und auch wenn die Zeit zu kurz war, um richtig tiefe Freundschaften zu knüpfen, habe ich sehr viele sehr interessante und nette Leute kennengelernt. All das motiviert mich ungemein: Mir wird erneut bewusst, wie unglaublich spannend Jura sein kann und was für einen Einfluss es in der Welt hat. Pünktlich zu Trimesterbeginn bin ich also richtig motiviert, mich intensiv mit meinem Fach auseinanderzusetzen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 4, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 4, 2015

Studentenleben live

Die erste Woche - Teil 2

Die erste Woche im neuen Semester war nicht weiter auffällig, bis am Dienstag die Nachricht bekannt wurde, dass direkt neben unserer Hochschule eine Leiche im Gebüsch gefunden wurde und es sich dabei offensichtlich um ein Tötungsdelikt handelte. Über den Täter ist wohl noch nichts bekannt und gerade das macht viele Studentinnen ein wenig ängstlich. Ich lasse mich von so etwas im Normalfall weniger anstecken, aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn die Gegend hier jeden Tag aufs Neue von der Kriminalpolizei durchkämmt wird.

Der Mittwoch zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass ich meine erste Veranstaltung verschlief – und das am dritten Tag! Abends durfte ich beim Babysitten anstrengende Ins-Bett-Geh-Kämpfe austragen. Auch Vierjährige wollen ihren Standpunkt in dieser Sache immer durchsetzen. Seitdem läuft aber alles wie geplant. Zu meiner nächsten Veranstaltung kam ich pünktlich und genoss im Anschluss einen Freiblock, bevor drei weitere Seminare folgten und ich mich ins Wochenende verabschieden konnte.

Meine einzige Sorge bleibt, dass sich der Chef vom Schwarzlichtminigolf immer noch nicht gemeldet hat. Ich hatte mich dort Anfang September als Aushilfe beworben und er wollte mich eigentlich nach meinem Urlaub kontaktieren, um einen Termin zum Probearbeiten auszumachen. Mittlerweile bin ich fast davon überzeugt, dass er doch kein Interesse hat und ich mich erneut auf die Suche nach einem Nebenjob machen muss, aber das werde ich bald in Erfahrung bringen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 3, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 3, 2015

Studentenleben live

Die Neuen

Für mich gibt es heute nichts Selbstverständlicheres, als in die Uni zu gehen, in der Bibliothek nach einem Buch zu suchen, eine Hausarbeit zu schreiben und mich in der Mittagspause mit Freunden in der Mensa zu treffen. Immerhin besteht mein Leben seit drei Jahren nun aus genau jenen Dingen, die ein Student in seinem Alltag nun einmal so tut. Und ich bin ziemlich zufrieden damit.

Das Gute am Studentenleben ist, dass man sich seine Zeit meistens selbst einteilen kann, und deshalb bekomme ich alles eigentlich auch ganz gut unter einen Hut. Andere müssen das jedoch erst lernen. Meine beste Freundin zum Beispiel macht gerade eine 180-Grad-Drehung. Vor einem halben Jahr hat sie noch zu Hause bei ihren Eltern gewohnt, musste sich um nichts kümmern und hat während ihrer Ausbildung viel Geld verdient. Jetzt lebt sie weit entfernt in einer WG und beginnt ein Wirtschaftsstudium. Wie man Wäsche wäscht oder wie man damit umgeht, abends alleine zu Hause zu sein, das muss sie jetzt erst lernen. Und auch das mit dem Geld ist nicht zu unterschätzen. Denn in der Ausbildung, wenn man zum ersten Mal ein richtiges Gehalt bekommt, kann man sich Dinge leisten, die man als Student niemals kaufen würde. Wenn man dann plötzlich von weniger als 1.000 Euro im Monat leben muss, merkt man erst einmal, wie unnötig manche Dinge sind. Plötzlich weiß man Kleinigkeiten viel mehr zu schätzen, so wie Dosenpfand oder das gute Essen von Mutti.

Eine Sache wird meine Freundin aber ganz sicher aus der Bahn werfen: die vielen Menschen an der Uni. Denn während sie sich in ihrer Ausbildung ein Büro mit einer Kollegin geteilt hat, wird sie an ihrer Uni nun mit hunderten Erstsemestern konfrontiert, die genau wie sie auf der Suche nach neuen Freunden sind. Und das stellt sicher eine große Herausforderung für sie dar. Nachdem ich das Ganze schon hinter mir habe, kann ich behaupten, dass das Leben an der Uni einen noch viel erwachsener und selbstständiger werden lässt. Vielleicht ist ja gerade das das Tolle an dieser riesigen, neuen Erfahrung.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Nov 3, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Nov 3, 2015