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Bachelor live

Die letzten Prüfungen

Es ist verspäteter Winter in Leipzig und ein kalter Wind weht durch die leeren Hallen der Uni: Es ist Prüfungsphase. In den Bibliotheken ist es dagegen übervoll. Die gesamte Studentenwelt lernt in diesen Tagen. Auch für mich gilt es, das während des Semesters Aufgeschnappte in meinen Kopf zu bugsieren. Ich kann das allerdings daheim viel besser als in der Bibliothek.
Es stehen für mich nur zwei Prüfungen an in diesem vorerst letzten Semester an der Leipziger Universität: die Geschichtsprüfung im Wahlbereich und die Einführung in die Translatologie. Und so prügele ich mich durch Jahreszahlen der Wirtschaftsgeschichte und Aufzeichnungen über wissenschaftliche Debatten zum Übersetzen und Dolmetschen. Ich hänge mein Zimmer mit Notizen zu und rede mit mir selbst.
Und dann ist der Tag der Prüfung. Eigentlich mag ich diese Prüfungsatmosphäre. Aus dem, was man im Kopf hat – oder auch nicht – irgendwie das Beste machen müssen, macht auch ein wenig Freude. Meine erste Prüfung endet jedoch in einer halben Katastrophe. Nach der Hälfte der Zeit gehen Schreie durch den Hörsaal: Keiner ist mehr konzentriert, alle reden, Panik – was ist passiert? Eine der beiden Prüferinnen ist kollabiert und mit dem Kopf an der Tafelkante aufgeschlagen. Die Prüfung wird abgebrochen, der Rettungswagen gerufen und keiner weiß so recht, wie er sich verhalten soll.
Die Prüfung in der Translatologie verläuft dagegen nach Plan. Hier ein Kreuz, da ein Satz, fertig. Nach den Prüfungen ist die Zeit, in der der Leipziger Studierende fleißig Hausarbeiten schreibt und stündlich bis täglich die Online-Notenübersicht aktualisiert, um zu wissen, wie er abgeschnitten hat.
Wenn es wärmer wird und die Sonne höher am Himmel steht, dann werden sich die heiligen Hallen der Leipziger Uni wieder füllen. Dann werde ich aber schon woanders sein: an der Karls-Universität in Prag.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Feb 19, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Feb 19, 2018

Bachelor live

Vintage oder Karneval?

Mit 15 besuchte ich mit meinen Eltern Bekannte in Köln und überredete meine Mutter, mit mir in zwei Vintageläden zu fahren. Doch ich fand beide recht enttäuschend. Zum einen, weil mir die Größen meist nicht passten, zum anderen weil es schwierig ist, auf den Wühltischen etwas zu finden.
In Köln gibt es unzählige Vintage- und Secondhand-Läden. Einige davon sind sogenannte Kilo-Stores, was bedeutet, dass man sich Kleidungsstücke heraussucht, sie wiegt und einen festen Preis pro Kilo bezahlt – wobei man natürlich nicht unbedingt ein ganzes Kilo kaufen muss. Läden zu besuchen, deren Kleiderstangen mit einer scheinbar endlosen Zahl an Kleidungsstücken gefüllt sind, unter denen mit Sicherheit keine zwei gleichen sind, ist ein verrücktes Gefühl.
Wir sind so sehr daran gewöhnt, jedes T-Shirt und jede Hose an derselben Kleiderstange in verschiedenen Größen und in mehrfacher Ausführung hängen zu haben, dass es inzwischen beinahe normal ist, dass wir zufällig dieselben Sachen kaufen. Woher kommen aber die ganzen Klamotten in Secondhand- und Vintage-Läden? Genau weiß ich es nicht. Mir hat es jedoch gezeigt, dass unglaublich viele Kleidungsstücke produziert werden, die wenig oder gar nicht getragen werden.
Ich fand außerdem jüngst heraus, warum diese Läden gerade im Rheinland so beliebt sind: Als eine Freundin von mir Kleidungsstücke in einem Secondhand- und Vintageladen anprobierte, runzelte eine Frau bei ihrem Anblick die Stirn, lächelte und meinte: „An Karneval kann man doch alles anziehen.“ Aber sind Secondhand- und Vintageläden wirklich nur etwas für die Karnevalszeit? Ich glaube nein, denn niemand braucht all die Kleidungsstücke, die täglich produziert werden. Viel zu viele von ihnen landen ungetragen hinten im Kleiderschrank oder gar in der Mülltonne.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Feb 16, 2018

Bachelor live

Weiter Weg zur Bewerbung

Es steht für mich fest, dass ich gerne ein Semester im Ausland studieren möchte. Doch wo? Mexiko, Taiwan und Singapur stehen bei den außereuropäischen Ländern auf meiner Liste, Frankreich und Polen bei den europäischen. Inzwischen habe ich meine Bewerbung eingereicht und vielleicht wird mir die Person, die die Plätze vergibt, die Entscheidung abnehmen.
Bis zu Bewerbung war es jedoch ein weiter Weg. Allen, die sich gerade auch für Auslandssemester bewerben wollen, rate ich, sich zuerst um das Sprachzertifikat zu kümmern. Einige Universitäten verlangen offizielle und oft recht teure Tests wie beispielsweise den englischsprachigen TOEFL, während andere auch Tests akzeptieren, die zum Beispiel vom Anglistik- oder Romanistikinstitut der eigenen Universität angeboten werden. Wenn alle Studierenden ihre Bewerbungen zusammenstellen, sind die Plätze für die Tests jedoch heiß begehrt. Als ich mich drei Monate vor der Bewerbungsdeadline informierte, hatte ich Glück: Weil ein Platz frei wurde und ich nachrückte, konnte ich das geforderte Zertifikat rechtzeitig ablegen.
Ähnlich lange kann es dauern, bis man ein Dozentengutachten in den Händen hält: In einem solchen müssen die Dozierenden meist ankreuzen, wie sie den jeweiligen Bewerber im Vergleich zu den anderen Studierenden einschätzen, manchmal auch einen kleinen Text schreiben. Das Ganze kann sich durchaus länger hinziehen. Deshalb rate ich, möglichst früh einen Dozierenden zu kontaktieren! Übrigens braucht man dabei nicht schüchtern zu sein: Wie viele Studierende hatte auch ich das Problem, dass mich kaum Lehrende persönlich kennen. Daran sind sie aber gewohnt und verfassen oft auf Basis deines Lebenslaufes und deines Motivationsschreibens ein Gutachten. Eben solche Motivationsschreiben sind ohnehin bei fast jeder Bewerbung für einen Auslandsaufenthalt gefragt. Zum Glück lassen sich im Internet zahlreiche Tipps finden, wie man dieses möglichst persönlich gestaltet.
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich meine Bewerbung inzwischen in den Briefkasten meiner Universität werfen konnte. Jetzt heißt es: Daumen drücken!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 12, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Feb 12, 2018