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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Izmir

Nach der Hauptversammlung meines Studierendenvereins in Istanbul reisten mein Freund und ich noch ein paar Tage mit einem Mietwagen durch die Türkei. Unser erstes Ziel war Izmir.
Auf dem Weg dorthin hielten wir in Pergamon, einer antiken Stadt, die neben recht gut erhaltenen Ruinen auch eine tolle Aussicht zu bieten hat. Danach ging es weiter nach Izmir, wo uns unser Gastgeber in seiner netten kleinen Wohnung mit einem atemberaubenden Blick auf die Küste Izmirs erwartete. Er empfahl uns für das Frühstück am nächsten Morgen eine kleine Bäckerei in der Nähe. Ein sehr wertvoller Tipp, denn dort gab es das beste Frühstück unseres gesamten Urlaubs: türkisches Gebäck mit Oliven und Tomaten, frisch gepresster Orangensaft und türkischer Tee. Danach gingen wir zu Fuß in Richtung Innenstadt, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Die zwei Tage, die wir in Izmir verbrachten, reichten vollkommen aus. Der Charme Izmirs hält sich nämlich in überschaubaren Grenzen: viel Beton und nur wenige mittelspannende Sehenswürdigkeiten. Eins fällt jedoch auf: Ich hatte nicht das Gefühl, in einer Touristenstadt unterwegs zu sein. Während ich in Istanbul grundsätzliches Misstrauen an den Tag legte, kamen mir die Menschen in Izmir freundlich und hilfsbereit vor. Außerdem hatte ich in Istanbul als westlichste Großstadt der Türkei eine gewisse Weltoffenheit erwartet, die ich dort jedoch vergeblich suchte. In Istanbul drehten sich die Leute auf der Straße und in der U-Bahn nach mir um. Ich vermute, es lag an meinen blonden Haaren und meiner Größe, wodurch ich auffiel. In Izmir habe ich niemanden bemerkt, der mich anstarrte.
Nachdem ich also schon von Istanbul überrascht wurde, schaffte das auch Izmir. Diese Stadt ist zwar nicht schön und hat keinen Strand oder eine beeindruckende Moschee zu bieten – dafür überzeugen die Menschen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jan 7, 2019

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Delfine im Bosporus

Ich hatte mir Istanbul immer als prächtige Stadt vorgestellt, die aufgrund ihres geografischen Standorts stark westlich geprägt ist. Tatsächlich habe ich durch meine Reise dorthin ein anderes Bild bekommen. Entgegen meiner Erwartung hat Istanbul zum Beispiel keine Altstadt, wie wir sie von deutschen Städten kennen. Der als Altstadt betitelte Teil Istanbuls hat zwar jede Menge enge Gassen zu bieten, darüber hinaus erinnert aber nur hier und da mal eine alte Moschee an längst vergangene Zeiten.
Nachdem ich festgestellt hatte, dass die Altstadt zwar interessant, aber nicht besonders schön ist, lagen meine Hoffnungen auf den berühmten Sehenswürdigkeiten. Hier folgte die nächste Enttäuschung, denn selbst die einst prächtige Hagia Sophia beeindruckte mich wenig. Wer orientalische Pracht sehen möchte, sollte aber den Topkapi-Palast besichtigen. Ich persönlich finde, dass der Palast mit seinen schlichten grünen Außenanlagen und den wunderschön gestalteten Privatzimmern schöner als das Schloss von Versailles ist.
Dann habe ich noch zufällig einen sehr schönen Moment erlebt. Mit ein paar Freunden war ich in der Altstadt unterwegs, als wir irgendwann ungeplant am Bosporus rauskamen. Wir setzten uns, beobachteten die Fähren und Angler, während die Sonne langsam über der Süleyman-Moschee unterging – ein friedlicher Anblick. Und dann tauchte plötzlich zwischen den Fähren eine Delfinschule auf. So viele Delfine hatte ich zuvor noch nie gesehen. Der Bosporus war sicher der letzte Ort, an dem ich mit Delfinen gerechnet hätte - eine schöne Überraschung!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Dec 10, 2018
Autor: Katha
Rubrik: studium
Dec 10, 2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Polizeibegleitung

Zur halbjährlichen Hauptversammlung meines europäischen Studierendenvereins flog ich mit einigen Kommilitonen aus Aachen und Düsseldorf ein paar Tage nach meiner letzten Klausur nach Istanbul. Dort waren wir sehr „komfortabel“ in einem noch nicht fertiggestellten Sportzentrum untergebracht: Schlafen im Parkhaus, Diskussion und Plenum auf den Tribünen in der Sporthalle … So „bequem“ die Unterbringung war, so „ungefährlich“ und „gepflegt“ war auch die umliegende Gegend. Das wurde uns aber erst klar, als wir in der U-Bahn von einer jungen Türkin angesprochen wurden, ob wir wirklich sicher seien, an der nächsten Station aussteigen zu wollen. Sie hielte das in dieser Gegend für keine gute Idee. Ein Ort zum Wohlfühlen also! Gewarnt, aber immer noch unternehmungslustig wagten wir uns trotz dieses Hinweises weiter vor die Tür und erlebten ein paar sehr interessante Tage. Unsere Hauptversammlung läuft immer ungefähr gleich ab. Tagsüber gibt es Vorträge, Diskussionen und Wahlen. Abends und nachts gehen wir gemeinsam feiern. Und wenn ich „wir“ sage, meine ich 800 Studierende aus vielen verschiedenen Ländern. In der Türkei gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass solche großen Gruppen grundsätzlich von der Polizei begleitet werden müssen. Als Studierendenorganisation, die für ein demokratisches Europa eintritt, müsste gerade eine solche Veranstaltung ganz unter dem Zeichen der Versammlungsfreiheit stehen. Umso bedenklicher erschien mir die permanente Polizeibegleitung. Das tatsächliche Ausmaß dieses Gesetzes begriff ich aber erst, als wir abends in gemietete Busse stiegen, um zum Bosporus zu fahren. Dort sollte als Programmhighlight eine Bootsparty stattfinden. Zum einen durften die Busse nur als Konvoi starten, damit die Polizisten uns alle gleichzeitig begleiten konnten. Das war nervig, weil es unfassbar lange dauerte, bis 800 Menschen, die dieses Gesetz nicht kannten und davon ausgingen, dass die Busse nacheinander abfahren, endlich alle eingestiegen waren. Tatsächlich unwohl wurde mir aber erst bei der Aktion, die dann folgte. Als alle von den Bussen auf das Boot gewechselt waren und es ablegte, folgte uns von Anfang bis Ende in ein paar Metern Abstand ein Polizeiboot. Mit anderen Worten: Man hat unsere Gruppe keinen Augenblick aus den Augen gelassen – nicht einmal für eine Party.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 27, 2018