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Die Lehrer von morgen

Oneweekstudent

Vor ein paar Wochen machte die Fachschaft Bildungswissenschaften vor der Vorlesung eine Ansage zu einem Projekt, das sie uns ans Herz legt: oneweekstudent. Über eine Website kann man als Student oder Azubi Schnupperwochen anbieten, in denen man einen Schüler bei sich aufnimmt und ihm sein Studium und das Studentenleben zeigt. Das Konzept fand ich sofort cool und registrierte mich noch während der Vorlesung auf der Website.
Ein paar Wochen später hatte ich meine erste Anfrage: Emma, Abiturientin aus der Nähe von Münster, überlegt, Mathe auf Lehramt zu studieren, vielleicht mit Philosophie zusammen. Deshalb würde sie sich gerne das Mathe-Studium in Bonn angucken. Nach ein paar Nachrichten hin und her machten wir aus, dass sie schon in der nächsten Woche zu mir kommen würde. Von Montag bis Donnerstag zeigte ich Emma Bonn, die Innenstadt, die wichtigsten Gebäude der Universität, ein paar meiner Lieblingsplätze und vor allem ein paar Veranstaltungen. Auch bei einigen Freunden konnte sie mit zu Vorlesungen gehen.
Oneweekstudent zu sein, bedeutet aber natürlich auch, während der Schnupperwoche nicht nur Einblick ins Studium, sondern auch ins komplette Studentenleben zu bekommen. Emma durfte darum mit mir am Dienstag auf den Poetry-Slam der Fachschaften Romanistik und VWL (den ich coolerweise gewann), in der Mensa mit meinen Freunden Doppelkopf spielen und am Mittwoch mit auf den 21. Geburtstag eines Unifreundes kommen, bevor es am Donnerstag wieder für sie nach Hause ging.
Die Schnupperwoche war ein bisschen stressig, aber ich bin froh, dass ich sie angeboten habe. Ich weiß nicht, ob ich mich getraut hätte, mit knapp 18 Jahren einfach so zu einer älteren Studentin zu fahren, um mir mein Wunschstudium anzusehen. Aber wenn jemand den Mut dazu hat, freue ich mich, ihm die Möglichkeit zu geben.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 12, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 12, 2017

Die Lehrer von morgen

Krimi-Dinner

Meinen Bonner Freundeskreis liebe ich vor allem dafür, dass wir immer wieder neue Ideen für coole Aktionen haben – so zum Beispiel auch vergangenes Wochenende. Wir hatten einer Freundin zum Geburtstag ein Krimidinner geschenkt. Das Spiel funktioniert so, dass jeder der Teilnehmenden eine Rolle zugewiesen bekommt und Informationen nur über seinen Part in der Geschichte erhält. Die Situation ist dabei, dass jemand ermordet wurde und alle Verdächtigen sowie ein Kommissar versuchen, den Mord aufzuklären. Dabei hat jeder Mitspieler seine Geheimnisse und muss versuchen, diese auch geheim zu halten.

Als kleinen lustigen Zusatz hatten wir die Jungen- und Mädchenrollen getauscht, sodass die vier mitspielenden Jungs in Kleidern am Tisch saßen – besonders elegant sah die bärtige Schwester des Opfers aus, der Brusthaare aus dem Ausschnitt wucherten – während wir Mädchen in Anzügen und mit aufgemalten Bärten auftraten.

Beim Vier-Gänge-Menü mit Bruschetta, Spargelcremesuppe, Risotto und Tiramisu verdächtigten wir uns munter gegenseitig, deckten diverse Affären und Skandale auf und hatten eine ganze Menge Spaß, während wir versuchten, möglichst genau in unseren Rollen zu bleiben. Pia zum Beispiel spielte den Sohn des Opfers, der ein absoluter Trunkenbold war, und verkündete alle paar Minuten, sie habe dem Alkohol nun endgültig abgeschworen. Paul, der ein Model spielte, fragte bei jedem Gang, ob der denn auch kohlehydratarm und fettfrei sei, er müsse auf seine Linie achten. Rike als italienischer Geschäftsmann redete die ganze Zeit mit Akzent und Thomas, der die Haushaltshilfe darstellte, wurde sehr zu unserer Belustigung ständig dazu aufgefordert, doch bitte die Wasserkaraffe aufzufüllen oder den nächsten Gang zu servieren.

Meine Rolle bot leider nicht ganz so viel Spielraum für lustige Aktionen – als Anwalt der Familie musste ich die meiste Zeit ernst gucken und ab und an mit Thorsten flirten, der die skandalträchtige Party-Tante mimte –, aber insgesamt war es ziemlich amüsant. Bis nach Mitternacht dauerte das Krimidinner, dann musste in einer abschließenden Runde jeder mitteilen, wen er für den Mörder hielt und warum. Pia, Thorsten und ich lagen mit unserer Vermutung richtig und konnten darum so gerade eben dafür sorgen, dass der richtige Mörder gefasst wurde.

Ziemlich müde und vollgefressen ging es dann nach Hause – das war definitiv ein gelungener Abend!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 30, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 30, 2017

Die Lehrer von morgen

Prosanova

In der Pfingstwoche war ich auf dem Prosanova-Festival in Hildesheim. Das definiert sich selbst als ein Festival für junge Literatur. Wir hatten keine Ahnung, was das bedeuten soll, und waren nur dort, weil ein Freund von uns im Organisationsteam war. Er meinte, es würde cool werden, und wir dachten, im schlimmsten Fall wäre es eine gute Möglichkeit, sich wiederzusehen. Also fuhren wir hin.
Auch im Nachhinein kann ich nicht so richtig sagen, was das Festival eigentlich war. Die Location bestand aus verschiedenen Lagerhallen, vollgestopft mit alten Polstersesseln und Lampenschirmen. Morgens gab es Frühstück gegen eine Geldspende – immer vegan, bio und laktosefrei – und ein eigenes Prosanova-Frühstücksfernsehen. Danach fanden verschiedene Veranstaltungen statt, alles unterschiedliche Formate: eine Lesung mit anschließendem Ausprobieren alternativer Enden der Geschichte in einer Handy-App, eine Lesung während man gemeinsam in einem Auto fuhr, Gespräche mit Autoren, Diskussionen über Genderfragen, die Verleihung des „Ingebach-Borgmann“-Preises (ein erfundener und nicht ganz ernst gemeinter Preis für den besten Literaturpreis), eine Installation mit von der Decke hängenden gefalteten Kranichen zum Abschneiden und Auffalten, um einen Romananfang darin zu finden und ihn an die Wand zu pinnen, …
Insgesamt war es ein spannendes Wochenende. Ein bisschen schade war, dass wir an mehreren Programmpunkten nicht teilnehmen konnten, weil die Räume zu voll waren und wir nicht mehr reingelassen wurden. Und natürlich haben uns auch einzelne Lesungen nicht so zugesagt, aber das ist vermutlich normal, zumal wir die Autoren vorher ausnahmslos nicht kannten und es daher ein absolutes Überraschungspaket für uns war. Und gerade für selbst Schreibende ist es manchmal auch ganz heilsam, wenn man nicht das ganze Wochenende über großartige Literatur präsentiert bekommt, sich selbst damit vergleicht und das große Zweifeln beginnt.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 20, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 20, 2017