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Die Lehrer von morgen

Zuckerschock

Wie jedes Jahr habe ich mir vorgenommen, in der Fastenzeit mein Konsumverhalten zu überdenken und für sieben Wochen auf etwas zu verzichten. Dieses Mal habe ich mich entschieden, vegan zu leben. Fleisch esse ich ohnehin nicht und es ist sicher sinnvoll, zu testen, welche tierischen Produkte mir in dieser Zeit nicht fehlen. So könnte ich im Sinne der Umwelt auch künftig darauf verzichten. Außerdem gibt es eine ganze Menge leckerer Rezepte, die ich bei meinem vorigen Vegan-Versuch entdeckt habe – da finde ich bestimmt noch weitere!
Nachdem ich im vergangenen Jahr eine Woche komplett auf Industriezucker verzichtet habe, wollte ich mich nun zusätzlich zwei Wochen lang im Zuckerverzicht üben. Ich bin ein Zuckerjunkie, brauche immer einen Nachtisch und verdrücke auch gerne mal eine ganze Packung Gummibärchen, zwei Schüsseln Eis oder acht Brote mit Schokoaufstrich zum Abendessen. So ein kalter Entzug erschien mir daher sinnvoll, um meinem Körper etwas Gutes zu tun und mir selbst bewusst zu machen, dass Ernährung ohne ständige Zuckerzufuhr möglich ist.
Die erste Woche lief ziemlich gut. Es war zwar nervig, ständig Inhaltsstoffe zu überprüfen, aber ich hatte erstaunlich wenig Heißhunger auf Süßes und musste seltener als voriges Jahr zu Notfallessen wie Erdnussbutter-Bananen-Brot, Müsli mit Banane oder Haferbrei mit Tiefkühl-Himbeeren greifen, um das Verlangen nach Zucker einzudämmen.
Dann kam jedoch mein Urlaub in Berlin. Ich besuchte zuerst eine Freundin, die ebenfalls die Fastenzeit vegan verbringt. Wir machten Fajitas mit Gemüsefüllung. Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Zwiebeln und Tomatenmark waren zwar unproblematisch, als es aber ans Würzen ging, waren wir etwas aufgeschmissen: Ajvar und Senf enthielten Zucker, sogar den Kidneybohnen aus der Dose und der Gemüsebrühe war Zucker zugesetzt. Statt beim Kochen auf die Hälfte der Zutaten zu verzichten, habe ich beschlossen, dass eine Woche zuckerfrei fürs Erste reicht und ich die zweite Woche entweder nachhole oder einfach nur auf Süßigkeiten verzichte.
Trotzdem finde ich es krass, wie viele Nahrungsmittel gezuckert sind, von denen man es gar nicht erwartet. Ich werde jedenfalls künftig mehr darauf achten, was ich konsumiere.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 16, 2018

Die Lehrer von morgen

Schattenseiten

An meinem Wochenende in Hamburg sah und erlebte ich einige Dinge, die mich zuhause immer noch beschäftigen – insbesondere auf der Reeperbahn. Entlang dieser Straße mit einigen Abzweigungen prostituieren sich Frauen. Das ist ein sehr heikles Thema, das meines Erachtens viel zu sehr unter den Teppich gekehrt wird. Betrunkene Männergruppen streifen durch diese rot beleuchteten Straßen und verschwinden in den Bordellen. Sie sind ausgelassen und fröhlich, während andere um jeden Cent kämpfen und ihren Körper dafür verkaufen müssen. Es schien alles so normal zu sein, obwohl es doch eigentlich abnorm sein sollte.
In dieser belebten Straße sah ich auch viele Obdachlose, die versteckt und regungslos in ihren Schlafsäcken lagen, kleine Tragetaschen mit Decken und anderen Dingen vollgepackt neben ihnen. So viele Menschen liefen an ihnen vorbei. Manche sahen entsetzt, manche ausdruckslos hin, andere beachteten sie gar nicht.
Nur einen Steinwurf entfernt steht die neu erbaute Elbphilharmonie. Die Stadt hat circa 575 Millionen Euro in sie investiert, die Gesamtkosten belaufen sich auf sage und schreibe 789 Millionen Euro. Luxuswohnungen, Hotels und eine 80 Meter lange Rolltreppe sind Bestandteile des Gebäudes. Die Glasscheiben sind eigens angefertigte Einzelstücke aus Italien. Natürlich hat die Elbphilharmonie einen kulturellen Nutzen – es gibt beispielsweise Förderprogramme, die bei Kindern Interesse an klassischer Musik wecken sollen. Dennoch wurden aus meiner Sicht viele Millionen Euro einzig und allein dafür investiert, ein möglichst prunkvolles Gebäude hinzustellen.
Ist es nicht peinlich, mit diesem zu prahlen, wenn einige Straßen weiter die Leute kein Dach über dem Kopf haben oder Frauen ihren Körper verkaufen? Es ist doch pervers, was in der Welt vor sich geht. Ich stehe hilflos daneben und bin ratlos, wie so etwas zugelassen und toleriert werden kann.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Mar 14, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
Mar 14, 2018

Die Lehrer von morgen

Die Odyssee der verlorenen Hausarbeit - Teil 2

Was für ein Chaos! Nachdem das gemeinsame Schreiben dieser Hausarbeit bereits unter dem vollen Terminplan meiner Freundin gelitten hatte, war die Arbeit nun nicht einmal bei unserem Dozenten eingegangen – und meine Freundin im Urlaub! Ich schrieb ihr, sie solle ihm das Dokument endlich schicken, und ihm, er müsse auf die E-Mail warten. Zehn Tage später meldete er sich erneut bei mir: Langsam eile es wirklich, wenn er die Arbeit noch rechtzeitig korrigieren solle.
Alle, denen ich davon erzählte, sponnen wilde Verschwörungstheorien: Meine Freundin habe die Arbeit sicher nie geschrieben, sie habe sich nur mehr Zeit verschaffen wollen und so weiter. Ich konnte mir so etwas absolut nicht vorstellen und die meisten hatten ihre Aussagen auch ironisch gemeint. Aber es war doch sehr merkwürdig, dass die Arbeit weder auf dem Postweg noch per E-Mail angekommen war und ich selbst die fertige Arbeit bisher nie gesehen hatte. Am Abend desselben Tages schickte meine Freundin mir und dem Dozenten endlich die Arbeit.
Zur Besprechung kurze Zeit später musste ich wieder allein gehen, weil meine Freundin kurzfristig verhindert war. Der Dozent lobte unsere Arbeit sehr und gab uns eine 1,0. Die Situation war trotzdem sehr unangenehm, da der Dozent unsere Geschichte nicht zu glauben schien und uns implizit unterstellte, wir hätten uns mit dieser Aktion lediglich Zeit verschafft. Ich versuchte, mich nicht weiter zu rechtfertigen, aber es ärgerte mich, dass ich allein mit seinem Misstrauen konfrontiert wurde. Und das, obwohl ich die ganze Zeit nicht diejenige gewesen war, mit der es problematisch war.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 9, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 9, 2018