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Inhalte mit Begeisterung vermitteln

Eine junge Frau führt einen Versuch mit dem Kundt'schen Rohr durch.
Themen aus dem Bereich Naturwissenschaften verständlich aufbereiten: Der Wettbewerb „Jugend präsentiert" sucht jedes Jahr den Schüler mit den besten Präsentationsfähigkeiten.
Foto: Julien Fertil

Jugend präsentiert: Erfahrungsbericht

Inhalte mit Begeisterung vermitteln

Alena Simon aus Fulda war 2015 eine der drei Bundessiegerinnen von „Jugend präsentiert“. Beim diesjährigen Wettbewerb durfte die 20-Jährige nun als Jurymitglied die Beiträge der Teilnehmer bewerten. Für abi» berichtet sie von ihren Erlebnissen.

Kennengelernt habe ich den Wettbewerb „Jugend präsentiert“ im Physikunterricht. Statt eine Klausur zu schreiben, hatten wir die Aufgabe, ein Erklärvideo zum Oberthema „Druck“ zu erstellen. Ich habe mir das Thema „Tiefdruck beim Tauchen“ ausgesucht. Zusammen mit einem Mitschüler habe ich mich mit dem physikalischen Phänomen und damit verbundenen Gefahren wie der Taucherkrankheit auseinandergesetzt. Neben einem Experiment zeigten wir animierte Passagen und Szenen, in denen wir uns zum Thema austauschten. Als unser Lehrer uns von „Jugend präsentiert“ erzählte, habe ich gedacht: In dem Video steckt so viel Arbeit, warum es nicht einfach einschicken?

Für den Wettbewerb habe ich mich alleine beworben und wurde etwa zwei Monate später zum Regionalwettbewerb nach Nürnberg eingeladen. Während der Autofahrt dorthin habe ich zur Übung meinen Eltern vom Rücksitz aus erläutert, wie Tiefdruck entsteht. Der Jury habe ich das Video in komprimierter Form gezeigt, mich vorgestellt und erzählt, wie ich auf das Thema gekommen bin. Außerdem habe ich dargelegt, was ich mir von dem Wettbewerb erhoffe: Nämlich meine Präsentationsfähigkeiten, meine Gestik und Mimik zu schulen und zu lernen, wie ich mit Unsicherheit während eines Vortrags umgehen kann.

Das Präsentieren von Experten lernen

Ein Porträt-Foto von Alena Simon

Alena Simon

Foto: Katja Brandt

Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass ich in die nächste Wettbewerbsrunde komme. Für mich war es allerdings schon eine großartige Bestätigung, als ich zum Finale nach Berlin eingeladen wurde.

Zuvor durfte ich zur Präsentationsakademie nach Heidelberg. Mit den Rhetorik-Profis der Uni Tübingen zu interagieren, war eine tolle Erfahrung. Die Atmosphäre war locker und ich konnte viel neues Wissen mitnehmen. Am letzten Tag hat uns der Gewinner des Vorjahres schließlich das Finalthema „Licht“ vorgestellt und Denkanstöße aus verschiedenen Fachrichtungen geliefert. Ich habe mich für ein Thema aus der Astrophysik entschieden und mich mit der Frage auseinandergesetzt, wie man weit entfernte Planeten mithilfe der Spektralanalyse, also mithilfe von Licht, entdecken kann. Einleiten konnte ich meine Präsentation mit einer damals aktuellen Meldung zur Entdeckung eines neuen Exoplaneten, der der Erde ähnelt.

Vortrag vor großem Publikum

Dass ich unter die Top Sechs gekommen bin, habe ich erst realisiert, als ich am Finalsonntag mit Headset auf der Bühne im Berliner Kino International stand. Bevor ich mit meiner PowerPoint-Präsentation begonnen habe, unterhielt ich mich noch einige Minuten mit einem Moderator, was mir ein wenig die Nervosität genommen hat. Meinen zehnminütigen Vortrag, in den ich ein physikalisches Experiment mit Bunsenbrenner eingebaut habe, hielt ich vor anderen Teilnehmern, Eltern und Lehrern. Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Letztlich konnte ich mir den dritten Platz sichern und habe eine mehrtägige Reise mit umfangreichem Kulturprogramm nach Berlin gewonnen.

Diesen Herbst durfte ich dann selbst in der Jury sitzen und den Wettbewerb von einer anderen Warte aus miterleben. Dabei ist mir noch mal klar geworden, worauf es bei der Teilnahme ankommt: Man sollte ein Thema wählen, das einem Freude bereitet und versuchen, dem Publikum während der Präsentation nicht nur Inhalte, sondern auch diese Begeisterung zu vermitteln.

Inzwischen beschäftige ich mich mit der Frage, was ich nach meinem Abitur studieren möchte: entweder ein naturwissenschaftliches Fach wie Humanbiologie oder Pharmazie oder etwas ganz anderes, zum Beispiel Rhetorik – das Interesse daran haben die Profis der Uni Tübingen im Präsentationstraining geweckt.

Jugend präsentiert

Der seit 2012 jährlich stattfindende bundesweite Wettbewerb „Jugend präsentiert“ richtet sich an Schüler/-innen an weiterführenden Schulen, die zwischen 12 und 21 Jahre alt sind und Freude daran haben, anderen ein Thema aus dem Bereich der Naturwissenschaften zu präsentieren. Bewerben kann man sich online mit einem Videoclip zu einer eigenen Präsentation oder einem Erklärvideo. Die 250 Schüler/-innen mit den überzeugendsten Beiträgen werden zur Qualifikationsrunde eingeladen. 120 Teilnehmer kommen weiter und dürfen sich drei Tage lang an der Präsentationsakademie von professionellen Trainern für das Bundesfinale schulen lassen. Ihr Vortrags-Können stellen die Finalisten schließlich in Berlin unter Beweis, wo die drei besten Präsentatoren von einer Jury gekürt werden.

www.jugend-praesentiert.de

 

 

Weitere Informationen

Jugend präsentiert

Der Wettbewerb richtet sich an naturwissenschaftlich interessierte Schüler, die ihr Präsentationstalent unter Beweis stellen wollen.
www.jugend-praesentiert.info

Wissenschaft im Dialog

Die Initiative Wissenschaft im Dialog will die Forschung in Deutschland mit Diskussionsveranstaltungen, Wettbewerben wie „Jugend präsentiert“ und Ausstellungen in die Öffentlichkeit bringen.
www.wissenschaft-im-dialog.de

Bildung und Begabung

Mit Akademien und Wettbewerben fördert das Zentrum für Begabungsförderung das Potenzial junger Menschen.
www.bildung-und-begabung.de

studienwahl.de

Die Seite listet eine Reihe von Schülerwettbewerben auf.
www.studienwahl.de/de/wettbewerbe.htm

Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Schülerwettbewerbe

Das Portal gibt eine Übersicht über die unterschiedlichen Wettbewerbe.
www.bundeswettbewerbe.de

abi>> 29.12.2016