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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Präzisionsarbeit mit wissenschaftlichem Anspruch

Zur Pharmazie hat es Ann-Kathrin von der Lieth seit jeher gezogen. Die 27-Jährige hat ihre schulische Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) vor kurzem abgeschlossen.

Eine Frau entnimmt mit einem kleinen Löffel ein Pulver aus einem braunen Glas, um es in einem weiteren Gefäß abzuwiegen. Sie trägt Handschuhe.

Bei der Herstellung von Medikamenten, Salben und Cremes für Patienten müssen PTA sehr präzise sein.

Die Utensilien im Labor erinnern entfernt an eine Küchenausstattung: Da gibt es Rührschalen (sogenannte Fantaschalen), Mörser und Pistill, Wasserbäder zum Aufschmelzen, Waagen und eine Salbenmühle. Die Aufgaben der PTAs sind natürlich weniger kulinarisch: „Hier geht es um die Herstellung von Arzneimitteln“, erklärt Ann-Kathrin von der Lieth. „Salben, Cremes, Granulate und Zäpfchen, die in der Apotheke direkt für die Patienten produziert werden, entstehen hier in den Laboren.“ Damit der Wirkstoff der Arzneimittel am Ende überall gleichmäßig ist und das Medikament die richtige Konsistenz hat, wird von den Fachkräften Präzisionsarbeit mit wissenschaftlichem Anspruch erwartet: von detaillierten Herstellungsprotokollen, der Prüfung aller Zutaten und Zubereitungsschritte bis zur abschließenden Kontrolle von Produkten und Verfahren.

Von Anfang an im Labor

Bild von Ann-Kathrin von der Lieth

Ann-Kathrin von der Lieth

Für Ann-Kathrin von der Lieth war es genau diese Arbeit im Labor, die sie an der schulischen Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin, kurz PTA, begeisterte. Zunächst hatte sie ein Studium der Pharmazie begonnen, doch nach den ersten Semestern wurde ihr klar: „Mich reizt die praktische Arbeit und die Anwendung mehr als die Theorie.“ Die ersten zwei Jahre lernte die 27-Jährige alle Grundlagen des Berufs an der staatlichen Berufsfachschule in Hamburg, die durch insgesamt 160 Stunden Praktikum ergänzt wurden. Vor der Abschlussprüfung absolvierte sie zusätzlich ein sechsmonatiges Anerkennungspraktikum in einer Apotheke.

PTAs brauchen einen Plan!

In der Berufsschule wurde Ann-Kathrin von der Lieth in Fächern wie Chemie, Biologie, Arzneimittelkunde und Galenik, also der Herstellung von Arzneimitteln, unterrichtet. Sie reizt die Vielfalt der Ausbildung. „In der Arzneimittelkunde lernen wir Erkrankungen und typische Medikamente kennen. In der Medizinproduktekunde werden wir darauf vorbereitet, Kunden zum Beispiel zur Anwendung von Inhalatoren oder Blutdruckmessgeräten zu beraten.“ Pharmazeutische Gesetzeskunde gehört ebenso zum Lehrplan wie der Umgang mit Kunden. Die theoretischen Inhalte konnte die damalige Berufsschülerin auch im Labor praktisch erproben. „Wir prüfen beispielsweise die Ausgangsstoffe auf Identität, Gehalt und Reinheit“, erklärt die PTA. Dafür arbeitet sie klassisch mit Reagenzgläsern, in denen die Reaktion von Substanzen getestet wird.

Naturwissenschaftliches Interesse sollte man für die Ausbildung mitbringen, sagt Ann-Kathrin von der Lieth. Aber: „Auch wer Chemie nicht bis zum Abi belegt hat, braucht sich keine Sorgen zu machen“, erklärt sie. „Die Inhalte werden alle in der Ausbildung vermittelt.“ Es kommt besonders darauf an, organisiert zu arbeiten. „Man muss die Prozesse im Griff haben und sinnvoll planen,“ sagt sie. Ganz oben stehen Sorgfalt und Präzision. Wenn es ums genaue Abwiegen kleinster Mengen geht, aber auch bei der Einhaltung von Hygiene und Sauberkeit.

Mittlerweile sammelt Ann-Kathrin von der Lieth ihre ersten Berufserfahrungen als ausgebildete PTA in einer Apotheke. Über weitere Karriereschritte denkt sie aktuell noch nicht nach. Doch sie ist überzeugt: „Man lernt in unserem Beruf nie aus.“

So kann ein typischer Arbeitstag aussehen>>

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abi» 30.06.2020

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