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Tiermedizinischer Fachangestellter

Für Kleintiere im Einsatz

Es ist definitiv kein Kuscheljob, den sich Marvin Müller-Pleuß ausgesucht hat: In seiner Ausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten wird dem 20-Jährigen auch körperlich einiges abverlangt. Aber er ist mit Überzeugung dabei

Eine Person hält ein weißes Kaninchen in der Hand, während eine andere die Temperatur des Tiers misst.

Tiere, die in der Tierklinik behandelt werden, leiden oft. Tiermedizinische Fachkräfte begleiten sie auf dem Weg zur Genesung.

Nachdem Marvin Müller-Pleuß lange Zeit gar keine Ahnung hatte, wie es nach dem Abitur für ihn weitergehen sollte, kristallisierte sich im Rahmen einer Berufsorientierungsveranstaltung heraus, dass er gerne als Tierarzt arbeiten würde. Da sein Abiturschnitt für den Numerus Clausus des bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengangs nicht reichte, suchte er nach einer Alternative. „Auch um Wartesemester zu sammeln“, wie Marvin Müller-Pleuß offen zugibt. Naheliegend erschien dem 20-Jährigen eine Ausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten.

Tierklinik für ein breites Lernspektrum

Porträtbild des Auszubildenden

Marivn Müller-Pleuß

Ausbildungsplätze für diesen Beruf gibt es beispielsweise bei Tierarztpraxen, in Zoos oder auch in Tierkliniken. „Mir war es wichtig, in einer Klinik zu arbeiten, da ich dort das breiteste Lernspektrum habe“, begründet Marvin Müller-Pleuß seine Entscheidung. Insgesamt vier Bewerbungen verschickte der 20-Jährige, drei Einrichtungen luden ihn zum Probearbeiten ein. Der Auszubildenden misst diesem Teil des Bewerbungsprozesses einen hohen Stellenwert bei: „Man sollte sich die Klinik oder Praxis, in der man die Ausbildung machen möchte, schon gut anschauen, um abzuschätzen, ob die Arbeit einem liegt“, empfiehlt er.

Aktuell befindet er sich im zweiten Ausbildungsjahr am Vet Zentrum Köln, einer tierärztlichen Klinik für Kleintiere. „Ich wohne in Frechen und kann ohne Probleme zur Arbeit pendeln.“ Abiturienten haben die Möglichkeit, die ansonsten dreijährige Ausbildung um zweimal sechs Monate zu verkürzen. Die Voraussetzung hierfür ist zum einen die allgemeine Hochschulreife, zum anderen muss der Notenschnitt des Zwischenzeugnisses bei 2,0 liegen.

Auch Putzen gehört zum Job

Je nach Schicht beginnt ein Arbeitstag für Marvin Müller-Pleuß um 7, 8, 13 oder 15 Uhr. „Es gibt die Arbeitsbereiche Operations- und Behandlungshilfe, die Rezeption, das Labor und die Station“, erklärt er. Am besten gefällt ihm die Arbeit im OP. „Hier habe ich das Gefühl, dass ich am meisten lernen kann.“ Zu seinen Aufgaben gehört beispielsweise, die Narkosegeräte vorzubereiten. Unter Anleitung narkotisiert er das zu operierende Tier, was in der Fachsprache ablegen heißt. „Während der gesamten Operation überwache ich dann seinen Zustand“, erklärt der 20-Jährige. Auch das Ausrechnen der benötigen Medikamente gehört zu seinen Aufgaben. Nach jeder OP müssen die Auszubildenden die Operationstische und -räume reinigen, die Narkosegeräte sterilisieren, Instrumente desinfizieren, reinigen und anschließend in einen Dampfsterilisator geben. „Putzen ist ein wichtiger Bestandteil meines Jobs“, sagt Marvin Müller-Pleuß.

Ein bis zweimal in der Woche besucht der Auszubildende zusätzlich die Berufsschule. „Neben allgemeinbildenden Fächern haben wir Fächer wie Assistenzlehre, Wirtschaft, Kliniklehre und Praxisprozesse. Unter anderem lernen wir die Anatomie verschiedener Tierarten, die Funktionsweise der Organe und die Berechnung von Medikamenten kennen. Es geht aber auch um Praxisziele, Rechtliches, Rechnungswesen, Datenschutz und weitere Inhalte“, erklärt der angehende Tiermedizinische Fachangestellte. Die Abschlussprüfung wird schriftlich und mündlich erbracht. „Der mündliche Teil kann auch praktisch sein, wenn man beispielsweise eine Probe untersuchen muss.“

Wer sich für die Ausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten interessiert, dem sollte klar sein, dass man es nicht nur mit süßen Hunden und Katzen zu tun hat. „Den Tieren geht es nicht gut und manche leiden sehr. Das muss man ertragen können“, erklärt Marvin Müller-Pleuß. „Es ist ein harter Job, von dem man überzeugt sein muss.“ Nach seinem Abschluss als Tiermedizinische Fachangestellter will der 20-Jährige weiter an seinem großen Berufswunsch arbeiten und Tiermedizin studieren. „Die Bewerbung ist zentral organisiert und es gibt nur wenige Studienplätze. Ich hoffe trotzdem, dass ich mir meinen Wunsch erfüllen kann.“

So kann ein Arbeitstag aussehen...>>

Video

Weitere Filme findest du auf der abi>> Videoübersicht.

abi» 11.05.2020

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