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Tierpflegerin

Vierbeinern ein neues Zuhause vermitteln

Neben der direkten Arbeit mit Hund, Katze und Maus gehört auch der Umgang mit möglichen Tierhaltern zu Hannah Müllers Aufgaben. Die 24-Jährige absolviert beim Tierschutzverein & Tierheim Nürnberg-Fürth und Umgebung e. V. eine Ausbildung zur Tierpflegerin der Fachrichtung Tierheim und Tierpension.

Eine Katze sitzt aufeinem roten Hocker hinter einer Glasscheibe.

Neu angekommene Tiere werden im Tierheim zunächst für 14 Tage unter Quarantäne beobachtet.

Zu ihrer Ausbildung fand Hannah Müller über Umwege. Nach ihrem Abitur studierte die Hessin zunächst zehn Semester Grundschullehramt an der Uni Würzburg. „Neben meinem Studium habe ich in einer Tierarztpraxis gearbeitet und immer mehr gemerkt, dass ich eigentlich viel lieber mit Tieren arbeiten möchte“, erinnert sich die 24-Jährige.

Als dieser Wunsch immer größer wurde, schaute sie sich nach Ausbildungsmöglichkeiten um. „Ich wollte das Examen eigentlich noch mitnehmen. Aber da im Nürnberger Tierheim plötzlich eine Stelle frei wurde, musste ich mich schnell entscheiden.“ Im Dezember 2019 stieg Hannah Müller ins laufende erste Ausbildungsjahr ein. „Meine Entscheidung habe ich nicht bereut“, sagt sie. „Obwohl die Arbeit körperlich anstrengender ist, als man vielleicht im ersten Moment denkt.“

Quarantänestation für Vierbeiner

Die duale Ausbildung zum Tierpfleger gliedert sich in mehrere Theorie- und Praxisphasen. Während ihrer betrieblichen Ausbildung durchläuft die Auszubildende alle Abteilungen des Nürnberger Tierheims. „Bei uns gibt es beispielsweise die Katzenvermittlung und die Katzenquarantäne, das Welpenhaus, die Hundestation, das Kleintierhaus und die Verwaltungsabteilung.“

Poträtbild der angehenden Tierpflegerin Hannah Müller

Hannah Müller

Aktuell ist sie in der Katzenquarantäne tätig. „Neuankömmlinge werden hier nach einer Eingangsuntersuchung eine Zeit lang beobachtet, da wir ja meist nicht wissen, wie es den Katzen geht und ob sie ansteckende Krankheiten haben“, sagt Hannah Müller. In der Quarantänestation werden die Tiere vorübergehend in einzelnen Boxen gehalten, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken und sich in aller Ruhe an die neue Situation im Tierheim gewöhnen können. „Meine Aufgabe besteht darin, den Tieren dabei so gut es geht zu helfen. Außerdem lernen wir die Katzen so besser kennen, was für die spätere Vermittlung wichtig ist“, erläutert die 24-Jährige.

Empathie für Tier und Mensch

Sind die Tiere gesund, können sie in die Vermittlung wechseln, um ein neues Frauchen oder Herrchen zu finden. Alle zwei Tage kommen Gäste, die sich Tiere anschauen und aussuchen. „Zu meinen Aufgaben gehört es dabei, die neuen Tierhalter zu beraten, ihnen etwas über die einzelnen Tiere zu sagen“, erklärt Hannah Müller. Manchmal muss sie möglichen Frauchen und Herrchen auch abraten, wenn sie sieht, dass ein Tier einfach nicht gut zum neuen Besitzer passt. „Das ist manchmal nicht einfach und man muss Überzeugungsarbeit leisten. Empathie und Einfühlungsvermögen sollte man also mitbringen.“

Einen großen Teil ihrer Arbeit im Tierheim macht außerdem das Putzen aus. „Ich reinige und desinfiziere die Tierklos, fülle Futter nach und halte die Boxen sauber.“ Alle zwei Tage kommt ein Tierarzt, um anstehende Behandlungen vorzunehmen. „Dazu gehören unter anderem Kastrationen, bei denen ich assistiere. Man sollte also auch Blut sehen können“, sagt die angehende Tierpflegerin, die täglich in ihrem Ausbildungsheft notiert, was sie am jeweiligen Tag gemacht und gelernt hat. Ein weiterer kleiner Wermutstropfen: Als angehende Tierpflegerin arbeitet Hannah Müller auch alle zwei Wochen am Wochenende.

Theorie im Blockunterricht

Für den schulischen Teil ihrer Ausbildung fährt Hannah Müller mehrfach im Jahr von Nürnberg nach Ansbach-Triesdorf ins Berufsschulzentrum. „Wir werden in zwei- bis vierwöchigen Theorieblöcken unterrichtet“, erklärt die angehende Tierpflegerin, die die 70 Kilometer von Nürnberg nach Triesdorf pendelt. „Es gibt aber auch die Möglichkeit, während der Theoriephasen im Wohnheim zu übernachten.“ Neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Mathe werden die Auszubildenden in den Fächern Tierhaltung, Tierpflege und Tiergesundheit unterrichtet. „Außerdem gibt es noch das Fach Betriebsprozesse und Öffentlichkeitsarbeit“, fügt die 24-Jährige hinzu.

Die Prüfungsleistungen erbringen die Berufsschüler über Referate sowie angekündigte und unangekündigte Klausuren. „Außerdem gibt es eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung, jeweils schriftlich und praktisch“, erklärt Hannah Müller. „In der Zwischenprüfung müssen wir beispielsweise die Box für ein Tier fachgerecht desinfizieren oder einen Verband bei einem Hund oder einer Katze anlegen.“

Im Sommer 2021 wird sie voraussichtlich ihren Abschluss in der Tasche haben. „Theoretisch könnte ich mich dann selbstständig machen und eine eigene Tierpension eröffnen. Aber ich will erstmal einige Jahre im Tierheim arbeiten“, sagt sie. Auch Weiterbildungen, etwa im homöopathischen Bereich oder als Tierphysiotherapeutin, schließt die Auszubildende nicht aus. „Aber das liegt alles noch in der Zukunft.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

abi» 05.05.2020

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