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Biologielaborantin: Freude am Experimentieren

Peggy Federsel (32) arbeitet als Biologielaborantin in der Forschung beim Pharmaunternehmen Bayer in Berlin. Die Tätigkeiten sind sehr vielfältig. Bei Einigem gehört sogar etwas Überwindung dazu.

Biologielaborantin Peggy bei der Arbeit (Foto: Bayer AG, Di Matti)

Daran mitzuarbeiten, Hintergründe von Erkrankungen besser zu verstehen, neue Medikamente zu entwickeln und Erkrankungen zu heilen, „die eigenen Ideen mit einbringen zu können, und dass man beim Experimentieren nie weiß, was herauskommt“, all das findet Peggy Federsel spannend an ihrem Beruf. Die 32-Jährige arbeitet am Berliner Standort des Pharmakonzerns Bayer in einem Forschungsbereich zum Thema Frauengesundheit. Bei den Versuchen, für die die Biologielaborantin zuständig ist, geht es meistens um Zellkulturen, also um Körperzellen wie Haut-, Muskel- oder Krebszellen. Diese werden vervielfältigt und mit unterschiedlichen Substanzen zusammengebracht, um herauszufinden, wie sie darauf reagieren: Wie schnell wachsen die Zellen mit dieser Substanz? Verändert sich ihr Stoffwechsel? Sind sie mutiert?

Automatisierung und Digitalisierung im Labor

Biologielaborantin Peggy holt eine Flüssigkeit aus einem Kühlschrank. (Foto: Bayer AG, Di Matti) Biologielaborantin Peggy holt eine Flüssigkeit aus einem Kühlschrank. (Foto: Bayer AG, Di Matti)

Biologielaborantin Peggy Federsel arbeitet vor allem mit Zellkulturen.

Viele Arbeitsschritte werden von Maschinen ausgeführt. Auch in Laboren haben Digitalisierung und Automatisierung längst Einzug gehalten. „Trotzdem habe ich fast jeden Tag eine Pipette in der Hand“, erklärt Peggy Federsel. Einen großen Teil ihrer Arbeitszeit verbringt sie im Labor, bereitet Lösungen für Zellkulturen vor oder bedient die Geräte für die Versuche. Dazu braucht sie handwerkliches Geschick, muss rechnen können und die wissenschaftlichen Zusammenhänge verstehen – auch um beurteilen zu können, ob die Geräte richtig gearbeitet haben und die gewonnenen Ergebnisse plausibel sind.

Zudem muss sie Versuchsabläufe und Ergebnisse genau protokollieren und dokumentieren. „Das nimmt viel Zeit am PC in Anspruch und ist nicht so meine Lieblingstätigkeit“, gibt die Biologielaborantin zu . Am Computer macht sie auch die Planung und die Auswertung der Versuche sowie die Darstellung der Ergebnisse, zum Beispiel in Diagrammen.

Tierexperimente gehören dazu

Ein weiterer Aufgabenbereich sind Tierexperimente. Meistens sind es Ratten oder Mäuse, denen sie Substanzen verabreicht oder Blut abnimmt. Nicht alle Biologielaborantinnen und Biologielaboranten führen Experimente wie diese gerne durch. Im Fachbereich ist das Thema umstritten. In der Ausbildung sind Tierexperimente jedoch Pflichtlehrstoff. „Man sollte also vor der Arbeit mit Labortieren keine Scheu haben“, betont Peggy Federsel. Später könne man sich durchaus einen Bereich suchen, in dem nicht tierexperimentell gearbeitet wird.

Wie vielfältig ihre Arbeit ist, hat sie selbst ein bisschen überrascht. Es gibt unterschiedliche Projekte, man kann mal allein und mal im Team arbeiten. „Eigentlich ist kein Tag wie der andere“, erzählt sie. Sie mag vor allem das gemeinsame Arbeiten und Forschen: „Es macht Spaß, im Team was zu schaffen, das einen dann voranbringt.“ In ihrem Forschungsteam sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Laborantinnen und Laboranten, die sich immer wieder über die Versuche und das weitere Vorgehen austauschen.

Team- und Kommunikationsfähigkeit sind also wichtig. In dem internationalen Unternehmen ist es zusätzlich von Vorteil, sich auf Englisch verständigen zu können, auch weil Versuchsanleitungen häufig in Englisch sind. Außerdem sollte man Interesse an den Fächern Biologie, Physik, Chemie und Mathematik mitbringen, technisches Verständnis und Freude am Experimentieren, sagt Peggy Federsel. Sie hatte Biologie bereits im Gymnasium als Leistungskurs. „Ich habe damals auch überlegt zu studieren, wollte dann aber erst mal Geld verdienen“, erzählt sie. Deshalb entschied sie sich für die duale Ausbildung zur Biologielaborantin. Sie dauert regulär dreieinhalb Jahre, eine Verkürzung ist mit Abitur möglich.

Weiterbildung zur Biotechnikerin

Peggy Federsel ist übrigens seit 2017 staatlich geprüfte Technikerin der Fachrichtung Biotechnik. Bereits ein Jahr nach Ausbildungsende hatte sie sich für die schulische Weiterbildung entschieden – berufsbegleitend, in vier Jahren. Auch jetzt nutzt sie regelmäßig die Weiterbildungsangebote ihres Arbeitgebers. Sie will bei neuen Laborgeräten und -verfahren immer auf dem Laufenden bleiben.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Biologielaborant/in)
berufenet.arbeitsagentur.de

JOBSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de/jobsuche

Fraunhofer Gesellschaft

Infos zu Laborberufen im Vergleich
www.fraunhofer.de

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)

Der VBIO informiert über Berufsausbildungsgänge in den Biowissenschaften, u.a. über die Ausbildung zum/zur Biologielaborant/in.
www.vbio.de

Max Rubner-Institut

Ausbildungsinfos des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel
www.mri.bund.de