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Chemikantin: Eine Mischung aus Chemie und Technik

Martina Györkös (22) macht ihre Ausbildung zur Chemikantin beim Chemieunternehmen BASF in Schwarzheide. Dort hat sie nicht nur mit chemischen Reaktionen zu tun, sondern bearbeitet auch technische Aufgabenfelder.

Das Technikum der BASF in Schwarzheide in der Draufsicht. (Foto: Kai Abresch)

Chemikantinnen und Chemikanten arbeiten, wie die Bezeichnung es vermuten lässt, mit chemischen Stoffen. Doch sie haben auch viel mit technischen Gerätschaften zu tun. Am Lausitzer Produktionsstandort des Chemieunternehmens BASF Schwarzheide GmbH sind die Industrieanlagen riesig. Sie sind vergleichbar mit großen Gebäuden, erstrecken sich über fünf Etagen und mehr und sind durch kilometerlange Rohrleitungen miteinander verbunden.

Martina Györkös fand das schon zu Beginn ihrer Ausbildung beeindruckend. Inzwischen ist sie im dritten Lehrjahr und darf selbst mit diesen Anlagen arbeiten. Damit werden beispielsweise Kunst- und Schaumstoffe hergestellt, die später in der Automobilindustrie Anwendung finden oder mit denen Lebensmittel verpackt werden können.

Industrieanlagen warten im Schichtbetrieb

Ein Porträt-Foto von Martina Györkös. (Foto: Stephen Rasche) Ein Porträt-Foto von Martina Györkös. (Foto: Stephen Rasche)

Martina Györkös

Die Anlagen laufen Tag und Nacht. Deshalb sind die Mitarbeitenden am Produktionsstandort im Schichtdienst tätig. „Ich arbeite im Dreischichtsystem, das heißt es gibt eine Früh-, eine Spät- und eine Nachtschicht. Für mich ist das kein Problem, weil wir genügend freie Tage als Ausgleich haben“, erzählt Martina Györkös.

Als Auszubildende ist die 22-Jährige bei jeder Schicht für einen anderen Bereich zuständig. So hat sie die Möglichkeit, viele unterschiedliche Tätigkeiten kennenzulernen. In jedem Fall geht es aber darum, zu prüfen, ob die Anlagen laufen wie gewollt. Martina Györkös macht mit einem Tablet ihre Runden durch die Anlagen und wartet sie. Zum Beispiel entnimmt sie regelmäßig Proben, um sie auf Schmutz oder den Wassergehalt zu kontrollieren. „Manchmal muss ich Ventile absperren, damit die Handwerker an den Anlagenteilen sicher arbeiten können. Manchmal reinige ich Filter“, erklärt sie.

In der Messwarte hat sie auf unterschiedlichen Bildschirmen den Produktionsprozess im Blick. Hier werden Messwerte wie beispielsweise die Temperatur angezeigt. „Wenn eine Störung auftritt, ertönt auch ein Alarmsignal. Dann muss ich sofort reagieren.“

Praktische Ausbildung an der Anlage

Martina Györkös muss ihre Arbeiten gut dokumentieren und für jede Tätigkeit die passende Schutzkleidung tragen. „Sicherheit wird bei uns großgeschrieben“, betont sie. „Wenn ich einen Filter reinige, muss ich beispielsweise spezielle Handschuhe anziehen und eine Schutzbrille aufsetzen.“ Die Auszubildende nimmt, wie ihre Kolleginnen und Kollegen, regelmäßig an Unterweisungen teil. Jeden Monat bespricht das Team etwa eine halbe Stunde lang Besonderheiten in der Anlage und Sicherheitsthemen. Wie viel Arbeit anfällt, das hängt davon ab, wie gut die Anlage gerade läuft. Besonders viel zu tun hat die Auszubildende meist in der Frühschicht. Feste Pausenzeiten gibt es nicht. „Wir teilen uns das selbst ein, wenn wir Zeit dafür haben“, erklärt sie.

Bevor Martina Györkös mit den großen Anlagen arbeiten durfte, absolvierte sie im ersten und zu Beginn des zweiten Lehrjahres eine praktische Ausbildung. Jeweils drei bis vier Monate lang lernte sie täglich von sieben bis 16 Uhr verschiedene Module kennen: Verfahrenstechnik, Labortechnik, Wartungstechnik und Anlagentechnik. „Im Labor haben wir zum Beispiel mit verschiedenen Geräten gearbeitet, um Lösungen herzustellen. In der Werkstatt haben wir gefeilt und geschraubt. Im Modul zur Messtechnik ging es um Grundlagen der Elektrotechnik,“ berichtet sie. Aktuell befindet sich Martina Györkös im dritten Jahr, in der Fachausbildung. Hier kann sie das anwenden, was sie vorher gelernt hat. Nebenbei besucht sie zwei Wochen jeden Monat die Berufsschule.

Ein Job für verantwortungsbewusste Teamplayer

Für Martina Györkös war früh klar, dass sie nach dem Abitur eine Ausbildung bei dem Chemieunternehmen machen würde: „Ich habe schon in der Schule gemerkt, dass mir reine Theorie nicht so liegt, deshalb wollte ich nicht studieren. Ich komme aus der Region und wollte nicht wegziehen.“. In zwei Monaten erfährt die Auszubildende, ob sie die Ausbildungszeit von ursprünglichen dreieinhalb Jahren auf drei Jahre verkürzen kann. Entscheidend dafür ist ihr Notendurchschnitt. Anschließend würde sie gerne von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden und am Standort bleiben.

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