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Testverfahren: Hilfe bei der Orientierung

Was will ich studieren, welchen Beruf will ich erlernen? Die Antwort darauf ist gar nicht so leicht. Aber verzweifeln muss niemand, denn verschiedene Testverfahren können helfen, sich seiner Interessen und Fähigkeiten bewusst zu werden.

Junge Frau recherchiert etwas an einem Computer. (Foto: Nicole Schwab)

Die Auswahl an Studiengängen und Ausbildungsberufen ist riesig – kein Wunder, dass vielen Schülerinnen und Schülern die Auswahl schwerfällt. „Manche kommen zu mir in die Beratung und haben schon konkrete Vorstellungen, in welche Richtung es gehen kann. Andere haben noch gar keine Idee, was sie einmal werden wollen“, so die Erfahrung von Silvia Mühl, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit im westfälischen Borken. Je nach Situation schlägt sie den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Wege vor, wie sie ihren Traumberuf und ihr Wunschstudium finden können.

Tests der Bundesagentur für Arbeit

Portraitfoto (Foto: privat) Portraitfoto (Foto: privat)

Portraitfoto

„Der umfassendste Test, den Schülerinnen und Schüler zu Beginn ihrer Berufswahl machen können, ist Check-U“, erklärt die Beraterin. Der Online-Test der Bundesagentur für Arbeit ist kostenlos und dauert rund zwei Stunden – man kann sich aber auch länger Zeit dafür nehmen. Durch das Lösen verschiedener Aufgaben setzen sich die Nutzer*innen mit ihren Fähigkeiten, sozialen Kompetenzen, Interessen und beruflichen Vorlieben auseinander. Am Ende erhalten sie jeweils sechs Berufs- und Studienfelder, die zu ihren Testergebnissen passen. „Manche Aufgaben erfordern eine sehr hohe Konzentration, etwa, wenn es im Modul Fähigkeiten um räumliches Sehen und mathematische Fragestellungen geht“, berichtet der angehende Abiturient Valentin Dreher. „Check-U hat mir geholfen, mich selbst zu positionieren und mir über einige Fragen klarzuwerden. Außerdem waren die Ergebnisse eine gute Grundlage für das anschließende Gespräch mit einer Berufsberaterin der Agentur für Arbeit.“ Das kann Silvia Mühl bestätigen: „Der Test gibt den Schülern Ideen, was für sie sinnvoll sein kann. Daraus entstehen aber oft auch wieder Fragen, die wir gemeinsam klären können.“

Wer bereits weiß, dass er oder sie studieren will, kann den kostenlosen Studienfeldbezogenen Beratungstest (SFBT) des berufspsychologischen Services der Arbeitsagenturen machen. „Dazu braucht man vorab einen Termin bei der Berufsberatung, weil diese die Teilnehmenden für den Test anmelden muss“, erklärt Silvia Mühl. Der SFBT klärt durch konkrete Aufgaben ab, ob man für das angestrebte Studienfeld geeignet ist. Die Ergebnisse besprechen die angehenden Studierenden mit dem berufspsychologischen Service oder der Berufsberatung der Arbeitsagentur.

Auch der Berufswahltest (BWT) läuft über den berufspsychologischen Service. „Meiner Ansicht nach ist der aber weniger für Abiturienten geeignet, sondern eher für jüngere Schüler aus der Sekundarstufe I, die nach der zehnten Klasse eine Ausbildung anstreben“, sagt Silvia Mühl.

Allgemeine und fachspezifische Tests

Man unterscheidet generell zwischen allgemeinen und fachspezifischen Testverfahren: „Erstere sind hilfreich beim Einstieg in die Berufs- und Studienorientierung, um Ideen passend zu seinen Fähigkeiten und Interessen zu erhalten“, erläutert die Beraterin. „Bei fachspezifischen Testverfahren hingegen haben die Teilnehmenden schon recht klare Vorstellungen und können überprüfen, ob es das Richtige für sie ist.“

Ein fachspezifisches Verfahren ist zum Beispiel studiencheck.de: Das kostenlose Onlineportal sammelt Tests von Hochschulen für bestimmte Studienfächer. Studieninteressierte können eigenständig herausfinden, ob sie die Anforderungen der Hochschulen erfüllen.

Diese und weitere Tests sind jedoch nur ein Baustein auf dem Weg der Berufs- und Studienorientierung. Weitere können der Berufsorientierungsunterricht an den Schulen sein, Schülerpraktika, Berufswahlmessen oder Hochschultage an den Fachhochschulen und Universitäten, Online-Portale wie BERUFENET, BERUFE.TV oder auch gutgemachte Ausbildungsfilme von Unternehmen auf YouTube – je nachdem, an welchem Punkt der Entscheidungsfindung sich die Schülerinnen und Schüler befinden. „Die  Berufs- und Studienberatung an den Arbeitsagenturen stehen zu jedem Zeitpunkt für Gespräche zur Verfügung“, betont Silvia Mühl. „Egal, ob jemand noch gar keine Idee hat oder ganz konkrete Fragen.“