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Praxiserprobung (Probearbeit)

War dein Vorstellungsgespräch erfolgreich, wirst du vielleicht zu einem kurzen Praktikum zur Praxiserprobung eingeladen. Dabei erfährst du mehr über das Unternehmen, die Abläufe und Arbeitsschritte. Vielleicht lernst du auch deine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen kennen. Das Unternehmen wiederum kann so besser einschätzen, wie gut du zur Stelle und zum Betrieb passt.

Zwei junge Menschen am Computer im Gespräch (Foto: Julien Fertl)

Praktika zur Praxiserprobung gibt es in fast allen Berufsfeldern. Besonders verbreitet sind sie in den Bereichen Dienstleistung, Gastronomie, Handwerk und Einzelhandel. Auch in größeren Unternehmen gehören sie häufig zum Bewerbungsprozess. Dort finden sie manchmal im Rahmen eines Assessment-Centers statt. Durch die Teilnahme bekräftigst du deine Motivation, dich eingehend mit der Stelle zu beschäftigen. Du kannst deine Bereitschaft aktiv anbieten, falls das Unternehmen den Vorschlag nicht macht.

Werkbank mit Werkzeugen (Foto: Tom Reindel) Werkbank mit Werkzeugen (Foto: Tom Reindel)

Werkzeuge auf einer Werkbank

„Probearbeit“ ist übrigens nicht zu verwechseln mit der Probezeit. Diese beginnt nach der Vertragsunterzeichnung mit deinem ersten Arbeitstag und dauert bei Ausbildungen und ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen mindestens einen und höchstens vier Monate, in praxisintegrierenden dualen Studiengängen oder Nebenjobs maximal sechs Monate. In dieser Zeit können du oder dein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen und ohne eine Frist kündigen.

Übliche Dauer: ein Tag

Eine Uhr in einem Büro (Foto: Nicole Schwab) Eine Uhr in einem Büro (Foto: Nicole Schwab)

Ein Büro mit typischen Utensilien für die Organisation

Die Dauer der Praxiserprobung kann von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen variieren. In der Regel bekommst du dafür keine Vergütung. Unüblich ist es, wenn von dir verlangt wird, mehr als eine Woche unentgeltlich im Betrieb mitzuarbeiten. Das spricht nicht für ein seriöses Angebot. Üblich ist meistens ein Schnuppertag.

Was dich dabei erwartet, ist sehr unterschiedlich und hängt vom Unternehmen ab. Manchmal wirst du durch den Betrieb geführt und schaust den Mitarbeitenden über die Schulter. Weitere Optionen sind vorbereitete Aufgaben lösen, einen Test machen oder jemandem zuarbeiten. Ein Zeichen für gut vorbereitete Praxiserprobung ist es, wenn du eine*n Ansprechpartner*in hast, auf die*den du bei Fragen zugehen kannst. In der Regel findet am Ende ein Feedbackgespräch statt.

Vor- und Nachbereitung

Auf die Praxiserprobung kannst du dich vorbereiten: Behalte deinen Lebenslauf im Hinterkopf und alle wichtigen Infos zum Unternehmen sowie der betreffenden Stelle. So hast du Antworten parat auf die Fragen von potenziellen Vorgesetzten oder Kolleginnen und Kollegen. Wähle passende Kleidung, ähnlich der beim Vorstellungsgespräch. Wenn du dir diesbezüglich unsicher bist, frag vorher im Unternehmen nach, ob ein bestimmter Kleidungsstil zu beachten ist.

  • Porträt von Gerhard Winkler

    Man sollte seine Freude darüber zum Ausdruck bringen, in den Betrieb schnuppern zu dürfen, und zeigen, dass man aufnahmebereit, anpassungsfähig und geduldig ist.

    Gerhard Winkler, Bewerbungsexperte

Zum vereinbarten Termin solltest du unbedingt pünktlich sein. Kläre vorher ab, wo du hinmusst und an wen du dich wenden sollst. Während des Praktikums verhältst du dich am besten so wie du bist und verstellst dich nicht. Zeige dich auf jeden Fall interessiert, arbeite mit und stelle Fragen, auch wenn du am Anfang vielleicht nervös bist. Du solltest aber nicht ununterbrochen reden oder gar gleich Verbesserungsvorschläge machen. Nimm dir etwas zu schreiben mit und mach dir Notizen. Je nach Dauer der Praxiserprobung solltest du dir ein Getränk und eine Kleinigkeit zu essen mitbringen.

Jemand sortiert Akten (Foto: Axel Jusseit) Jemand sortiert Akten (Foto: Axel Jusseit)

Eine Frau sortiert Akten

Nimm dir anschließend die Zeit, deine Eindrücke zu reflektieren. Stelle dir beispielsweise folgende Fragen: Welche Arbeitsatmosphäre herrscht im Unternehmen? Sind dir dein*e Vorgesetzte*r und deine Kolleginnen und Kollegen sympathisch? Glaubst du, die Tätigkeiten würden dir Freude machen? Wie ist dein Bauchgefühl?

Weitere Infos

Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de/bildung

Beratungstermin zum Thema Bewerbung anfragen

arbeitsagentur.de

Veranstaltungen in deinem BiZ zum Thema Bewerbung

arbeitsagentur.de/veranstaltungen