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Ich will was machen mit Kindern: „Die Möglichkeiten beruflich etwas mit Kindern zu machen, sind vielfältig“

Erziehung, Beratung und Betreuung – das sind wichtige Punkte, wenn man sich für einen Beruf mit Kindern entscheidet. So wie Alina Wendekamm (32). Sie ist Erzieherin und kümmert sich in Ahrensburg bei Hamburg um ihre rund 40 „Stadtzwerge“.

Im Regal liegen Bücher für Leseanfänger. (Foto: Hans-Martin Issler)

Wenn Alina Wendekamm „ihre“ Kinder betreut, schaut sie ganz genau hin. „Wenn eins zum Beispiel mal etwas wilder ist als sonst, steckt dahinter oft das Bedürfnis nach mehr Aufmerksamkeit oder beschäftigt zu werden“, weiß die Erzieherin. „Die Bedürfnisse der Kinder zu erfassen und zu erkennen, was ihre Aussagen wirklich bedeuten, begleitet einen in diesem Beruf den ganzen Tag.“

Sie arbeitet in der Kita Stadtzwerge in Ahrensburg bei Hamburg, einer Einrichtung der Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH. Auch regelmäßige Aufgaben wie etwa der gemeinsame Morgenkreis und zusätzliche pädagogische Angebote wie Projektarbeit und Ausflüge prägen ihren Alltag. Außerdem die Versorgung der Kinder: Frühstück, Mittagessen und die Knusperpause am Nachmittag. „Wir verteilen das Essen an die Kinder und richten es teilweise auch selbst an.“ Für rund 40 Kinder, drei bis sechs Jahre alt, ist sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen zuständig.

Vorschularbeit in der Kita

Ein Porträt-Foto von Alina Wedekamm. (Foto: EKN) Ein Porträt-Foto von Alina Wedekamm. (Foto: EKN)

Alina Wedekamm

Alina Wendekamm wurde speziell für die Vorschularbeit eingestellt. Jeweils dienstags und donnerstags unterrichtet sie zehn bis 15 Kinder im Alter von ungefähr sechs Jahren. „Sie lernen zum Beispiel den eigenen Namen zu schreiben oder bekommen einfache Rechenaufgaben. Manchmal gehen wir auch in die Turnhalle und machen Sportunterricht.“

Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Fachschule für Sozialpädagogik in Hamburg-Altona. Dort erlangte sie zunächst den Abschluss als Sozialpädagogische Assistentin. Nach zwei Jahren in einer Kita machte sie dort auch ihre Ausbildung zur Erzieherin mit Praxisphasen in einer weiteren Kita. „Berufserfahrung habe ich zuerst einmal in einem Jugendzentrum und einer Vorschule gesammelt.“ Alina Wendekamm macht es Freude, Kinder zu motivieren und zu fördern. „Ich habe mich schon immer gern mit Kindern von Freunden beschäftigt und so wusste ich schon früh, dass dies genau das Richtige für mich ist.“

Herausforderungen birgt ihren Alltag dennoch: „Vor allem das Zeitmanagement bei personellen Engpässen zu wuppen und trotzdem den Kindern gerecht zu werden. Da muss man sehr flexibel sein“. Die 32-Jährige ist es inzwischen gewohnt, spontan Pläne zu ändern und neue Lösungen zu finden. „Ich frage die Kinder dann zum Beispiel, ob wir heute mal auf den Morgenkreis verzichten können und sie stattdessen vielleicht gleich zusammen rausgehen möchten. Wenn man aus der Situation heraus handeln kann und die Kinder mit einbezieht, funktioniert es auch.“

Berufsausbildungen mit Kindern

Ein Porträt-Foto von Jutta Dietrich. (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Jutta Dietrich. (Foto: privat)

Jutta Dietrich

„Die Möglichkeiten beruflich etwas mit Kindern zu machen, sind vielfältig“, weiß Jutta Dietrich von der Arbeitsagentur Stuttgart. „Schon während der Ausbildung stehen die Kleinen vor allem beim Erzieherberuf im Vordergrund. Wer lieber mit älteren Kindern oder Jugendlichen arbeiten möchte, kann alternativ die Ausbildung zum/zur Jugend- und Heimerzieher/in machen und dann zum Beispiel in einer Wohngruppe oder Familienberatungsstelle tätig werden.“ Der Zugang zu beiden Erzieherberufen erfolgt jeweils über eine schulische Ausbildung mit Anerkennungspraktikum. Alternativ können Theorie- und Praxisphasen auch im Wechsel stattfinden. Hebamme/Entbindungspfleger zum Beispiel ist noch bis zum 31.Dezember 2022 ein schulischer Ausbildungsberuf, dann wird er durch ein duales Studium abgelöst.

Bei den inzwischen reformierten Pflegeberufen wurde die Ausbildung im Jahr 2020 vereinheitlicht. „Nun erlernen zunächst alle Auszubildenden das gemeinsame Basiswissen für die Pflege von Menschen aller Altersgruppen und können sich im letzten Drittel der Ausbildung auf die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege spezialisieren“, erklärt die Berufs- und Studienberaterin. Außerdem ist es möglich, sich nach einer einschlägigen Ausbildung im Gesundheitswesen zum/zur Fachkinderkrankenpfleger/in weiterzubilden und dabei einen Schwerpunkt wie etwa Notfallpflege, Hygiene oder Psychiatrie zu wählen. „Weitere schulische Ausbildungen im Gesundheitswesen wie Physio- und Ergotherapeut/in und Logopäde/-in bereiten für die Arbeit mit allen Altersgruppen vor, man kann sich aber später auf die Arbeit mit Kindern spezialisieren.“ Alternativ besteht die Möglichkeit sich für diese Berufe im Gesundheitswesen im Rahmen eines Studiums zu qualifizieren.

Facettenreiche Studiengänge

Generell ist es auch über ein Studium möglich einen Beruf mit Kindern zu ergreifen. Der Klassiker ist hierbei das Lehramtsstudium, insbesondere in diesem Fall das Grundschullehramt. Studieninhalte sind neben dem fachspezifischen Wissen Pädagogik und Didaktik, Psychologie und Erziehungswissenschaften. „Infrage kommen könnte auch einer der relativ neuen Studiengänge wie zum Beispiel Kindheitspädagogik, Elementarbildung, Frühkindliche Bildung und Erziehung“, ergänzt Jutta Dietrich. „Es kann sich dabei auch um eine Vertiefung im Studiengang Erziehungswissenschaften handeln. Neu ist die Konzentration auf die Lern- und Entwicklungsprozesse der Kinder bereits ab deren Geburt.“ Auch in Berufen, die sich primär nicht nur mit Kindern beschäftigen, ist es möglich sich entweder durch eine entsprechende Weiterbildung, wie bei Kinderärzten/-innen, oder durch Spezialisierung wie bei Sozialarbeitern/-innen in der Kinder- und Jugendhilfe, für diese Bereiche zu qualifizieren.

Für Berufe mit Kindern sollte man generell Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Geduld mitbringen. Diese Fähigkeiten sind auch oft für den Umgang und die Kommunikation mit den jeweiligen Eltern erforderlich, wenn es zum Beispiel um erzieherische Probleme oder Entscheidungen geht. Um herauszufinden, ob es einem wirklich liegt, hat die Berufsberaterin noch einen Tipp. „Von Vorteil ist, wenn man zuvor schon Erfahrungen gesammelt hat, etwa im Rahmen eines Praktikums, eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder als Babysitter. Teilweise sind Praxiserfahrungen auch eine Zulassungsvoraussetzung für solche Studiengänge oder Ausbildungen.“

Für Fachkräfte, die Kinder erziehen, betreuen, gesundheitlich versorgen oder ihnen etwas beibringen, gibt es eine hohe Nachfrage. Anders, als viele meinen, sind auch die Verdienstmöglichkeiten oftmals gut, wie Jutta Dietrich weiter erläutert. „Im öffentlichen Dienst etwa liegen die Einkommen mit abgeschlossener Ausbildung etwa zwischen 2.800 und 3.800 Euro brutto monatlich.“

Weitere Informationen

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit hilft dir bei der Auswahl von Studienort und Studienfach.
arbeitsagentur.de/studiensuche

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Hier findest du Informationen zu allen Studienmöglichkeiten in Deutschland.
studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Kinder)
berufenet.arbeitsagentur.de

Hochschulkompass

Infoportal der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu deutschen Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen.
hochschulkompass.de

Check-U – das Erkundungstool

Das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit ist eine kostenfreie, bundesweite Online-Anwendung zur beruflichen Orientierung. Teilnehmer können vier Module bearbeiten (Fähigkeiten, soziale Kompetenzen, Interessen und berufliche Vorlieben) und erhalten eine Übersicht über passende Studienfelder und Ausbildungsberufe.
check-u.de

BERUFE.TV

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
berufe.tv

Ausbildungsplatzsuche

In der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit kannst du auch ganz gezielt nach Ausbildungsplätzen recherchieren.
arbeitsagentur.de/ausbildungsplatzsuche

Verband Bildung und Erziehung (VBE)

vbe.de