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Sprachen: „Fremdsprachen werden im Beruf stetig bedeutender“

Tanja Löffler ist Berufsberaterin mit einem Faible für Sprachen: Sie hat Anglistik, Skandinavistik und Germanistik studiert und unterstützt nun junge Menschen dabei, das passende Studium oder die passende Ausbildung zu finden.

Nahaufnahme eines aufgeschlagenes Englisch-Wörterbuchs. (Foto: Gerhard Blank | Bundesagentur für Arbeit)

Etwa siebentausend Sprachen gibt es auf der Welt. Dazu kommen unzählige Dialekte. Ein unschätzbares Kulturgut, das viele Möglichkeiten in international ausgerichteten Betrieben und Berufen bereithält. So wundert es nicht, dass Sprachen als Hauptgegenstand oder wichtiger Teil von Studiengängen und Ausbildungen bei Jugendlichen beliebt sind. Tanja Löffler kann gut verstehen, dass viele junge Leute „etwas mit Sprachen“ machen wollen. „Dass sich jemand mit Fremdsprachen beschäftigen möchte, ist immer wieder Thema in meiner Beratung. Für viele Schülerinnen und Schüler sind Sprachen ein wichtiges Element, das sie gerne zum Hauptthema ihres Studiums oder ihrer Ausbildung machen wollen. Viele möchten international aufgestellt sein, um später problemlos im Ausland arbeiten zu können. Dabei geht es nicht nur um Englisch, sondern auch um andere Sprachen.“

  • Ein Porträt-Foto von Tanja L.

    Dass sich jemand mit Fremdsprachen beschäftigen möchte, ist immer wieder Thema in meiner Beratung. Für viele Schülerinnen und Schüler sind Sprachen ein wichtiges Element.

    Tanja Löffler

Sprache in der Haupt- oder Nebenrolle?

Die Berufsberaterin hat dabei einen wichtigen Aspekt bereits angesprochen: Bevor man ein Studium oder eine Ausbildung im Sprachbereich beginnt, sollte man sich im Klaren sein, ob die Sprache der Lerngegenstand oder nur ein wichtiges Hilfsmittel sein soll. „Während beispielsweise bei einer Dolmetscherin oder einem Dolmetscher die Fremdsprache gewissermaßen der Studieninhalt ist, steht bei einem Ingenieur oder einer Ingenieurin im technischen Vertrieb das Fachwissen über die Produkte klar im Vordergrund. Doch wenn ein Teil der Kundschaft im Ausland ansässig ist, sollte er oder sie Fremdsprachen oder zumindest bestimmte fremdsprachliche Fachausdrücke beherrschen.“ Ähnliches gilt für Berufsausbildungen: Bei der Fremdsprachenkorrespondentin oder dem Fremdsprachenkorrespondenten nimmt die Beschäftigung mit den beiden Schwerpunktsprachen viel Raum ein.

Wie geht man an die Sprache heran?

Studiengänge und Berufsausbildungen mit Sprachen lassen sich danach gliedern, welchen Zugang man zum Thema wählt. Beim Dolmetschen und Übersetzen geht es vor allem darum, Sprachen zu beherrschen und zu übertragen. „Man muss den Inhalt und die Stimmung eines mündlich oder schriftlich vorhandenen Textes möglichst wortgetreu wiedergeben. Dafür ist es zwingend, sich sowohl in der Muttersprache zu Hause zu fühlen als auch in der Fremdsprache absolut sattelfest zu sein“, sagt Tanja Löffler. Bei den Philologien wie Anglistik, Slawistik oder Romanistik, den Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften befasst man sich, wie der Name schon sagt, mit Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Mediävistik – diese hat Texte und Grammatik älterer Sprachstufen zum Gegenstand –, Landeskunde und Politik des jeweiligen Raumes.

Die entsprechenden Sprachen werden entweder bis zu einem bestimmten Niveau vorausgesetzt, wie bei einem Englisch- oder Französisch-Studium, oder im Studium selbst vermittelt, wie etwa Japanisch im Rahmen der Japanologie. Auch wenn man Lehrkraft im sprachlichen Bereich werden möchte, studiert man unter anderem eine oder mehrere Philologien.

Eine Kombination, die im späteren Berufsleben sehr nützlich sein kann, ist die Verbindung aus Sprachen und Wirtschaft. „In Studiengängen wie Kultur/Sprache und Wirtschaft hat man je zur Hälfte Module beider Fachrichtungen. Diese Studiengänge sind für Leute interessant, die sich für Wirtschaft interessieren und sich gleichzeitig ausführlich mit der Kultur, Sprache, Literatur und Landeskunde des jeweiligen Sprachraums auseinandersetzen möchten“, erklärt die Berufsberaterin. Dagegen liegt bei Studiengängen wie etwa International Business/Management, das betriebswirtschaftlich ausgerichtet ist, und International Economics, das einen volkswirtschaftlichen Fokus hat, der Schwerpunkt klar auf der Wirtschaft. „Im Gegensatz zu einem reinen BWL- oder VWL-Studium beschäftigt man sich in diesen Studiengängen mit zwei bis drei Wirtschaftssprachen und den jeweiligen Wirtschaftsräumen. Einen Teil des Studiums absolviert man oft im Ausland.“

Nicht nur Wirtschaft geht im Übrigen gut mit Sprachen zusammen: „International ausgerichtete Studiengänge, die entweder auf Englisch angeboten werden oder in denen Fremdsprachen eine Rolle spielen, gibt es auch in anderen Bereichen wie etwa Ingenieurwissenschaften, Informatik, Naturwissenschaften, Soziale Arbeit und Rechtswissenschaften“, fasst Tanja Löffler zusammen.

Ein Studium ist kein Muss

Man muss aber nicht unbedingt studiert haben, um beruflich mit Fremdsprachen oder dem Ausland zu tun zu haben. Neben Ausbildungsgängen wie denen zum Fremdsprachenkorrespondenten oder zur Fremdsprachenkorrespondentin, die schulisch ausgerichtet und meist kostenpflichtig sind, haben auch viele duale Ausbildungen sprachliche Anteile. So spielen Sprachen etwa für Kaufleute im Außenhandel, für Hotel- oder Tourismuskaufleute eine nicht unerhebliche Rolle.

Die Berufsberaterin weist zudem auf Zusatzqualifikationen im sprachlichen Bereich hin, wie bei Industriekaufleuten, die zusätzlich die Qualifikation „Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen“ erwerben können. „Es ist sogar möglich, bei deutschen Unternehmen im Ausland kaufmännische und gewerblich-technische Ausbildungen nach dem deutschen dualen System zu absolvieren. Dabei findet der Unterricht in der Berufsschule auf Deutsch statt. Man wird aber auch in der jeweiligen Landessprache und im Englischen fit gemacht“, weiß Tanja Löffler.

Um in diesen Studiengängen und Ausbildungen erfolgreich zu sein, sollte man ein sehr gutes Sprachverständnis und zumindest gute Englischkenntnisse mitbringen. Was sonst noch nötig ist, hängt von der Ausrichtung des jeweiligen Bildungsgangs ab: „In den Philologien sollte man Lust darauf haben, sich mit fremdsprachlicher Literatur und Grammatik wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Ist Wirtschaft ein Element, sind gute mathematische und analytische Fähigkeiten unabdingbar“, meint die Beraterin.

Weitere Informationen

BERUFENET

Die Webseite der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Sprachen).
www.arbeitsagentur.de/berufenet

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit listet 350 Filme über Ausbildungsberufe und Studiengänge.
www.berufe.tv

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Hier findest du Informationen rund ums Studium.
www.studienwahl.de

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

In der Studiensuche kannst du recherchieren, welche Studiengänge an welchen Hochschulen in Deutschland angeboten werden.
www.arbeitsagentur.de/studiensuche

Studiencheck

Das Portal bietet studiengangspezifische Wissenstests (Checks) für Studieninteressierte an. Die Checks prüfen die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums an einer bestimmten Hochschule.
www.studiencheck.de

JOBSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de/jobsuche

Ausbildungsplatzsuche

In der Ausbildungsplatzsuche der Bundesagentur für Arbeit kannst du nach dualen Ausbildungsplätzen in ganz Deutschland suchen.
www.arbeitsagentur.de/ausbildungsplatzsuche

Berufsausbildung und mehr

In diesem Angebot der Bundesagentur für Arbeit kannst du nach schulischen Ausbildungen suchen.
www.arbeitsagentur.de/berufsausbildung

Rausvonzuhaus

www.rausvonzuhaus.de/

Goethe-Institut

www.goethe.de/

Auswärtiges Amt

www.auswaertiges-amt.de

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

www.giz.de/

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite

Deutsche Auslandshandelskammern (AHK)

www.ahk.de/

Germany Trade & Invest (GTAI)

www.gtai.de