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Pflegebranche – FAQ: Generalistische Pflegeausbildung

abi>> beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die generalistische Ausbildung zum/zur Pflegefachmann/-frau.

Junger Mann sitzt mit einem Bewohner eines Altenheims am Tisch und unterhält sich mit ihm. Foto: Julien Fertl

Wo kann ich eine Ausbildung machen und wie lange dauert sie?

Öffentliche oder private pflegebildende Schulen bieten die Ausbildung kostenlos an. Die Schule koordiniert die Einsätze bei den Trägern der praktischen Ausbildung. Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit fünf Jahre. Wer eine zweijährige Ausbildung in einem Assistenz- und Pflegehelfer/innenberuf abgeschlossen hat, kann eine Verkürzung auf zwei Jahre beantragen. Die Ausbildung kann zudem im Rahmen eines dualen Hochschulstudiums (zum Beispiel in angewandte Pflegewissenschaften) absolviert werden.

Wo kann ich mit dem Abschluss als Pflegefachmann/-frau arbeiten?

Mit dem Abschluss ist man für alle Pflegebereiche qualifiziert. Ob Krankenhaus, Altenpflegeheim, ambulanter Pflegedienst oder Kinderkrankenhaus, Rehaklinik oder Entwicklungsdienst: Pflegefachleuten stehen alle Türen offen. Sie können auch im europäischen Ausland tätig werden, der Abschluss ist EU-weit anerkannt.

Habe ich nach der neuen generalistischen Ausbildung weniger Spezialwissen als die älteren Auszubildenden in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege?

Nein. Die neue Ausbildungsordnung berücksichtigt die Anforderungen im Beruf in besonderem Maße. Man lernt exemplarisch Prinzipien, die sich auf unterschiedliche Situationen anwenden lassen. Wer später im Krankenhaus arbeitet, weiß zusätzlich, worauf man bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten achten muss, die schon sehr alt sind. Und in der Langzeitpflege, also zum Beispiel in Altenpflegeheimen, werden Fachkenntnisse der medizinischen Betreuung immer wichtiger.

Sind die Themen in der generalistischen Ausbildung für alle gleich?

Für alle Auszubildenden sind im Praxiseinsatz die großen Themenblöcke vorgegeben: Akutpflege, stationäre oder ambulante Langzeitpflege, Kinderkrankenpflege und psychiatrische Versorgung. Lernende können aber Schwerpunkte setzen. Das beginnt mit der Wahl der Ausbildungseinrichtung. Wenn diese ein Krankenhaus ist, ist der Schwerpunkt die Akutpflege. Wer die praktische Ausbildung in einer Einrichtung der Altenpflege macht, hat eine Vertiefung in der Langzeitpflege. Die theoretische Ausbildung ist für alle gleich und umfasst Pflegewissenschaft, Medizin und weitere naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Fächer.

Lege ich mich für mein gesamtes Berufsleben fest, wenn ich mich in der Ausbildung für eine Vertiefung entscheide?

Nein. Ausgebildete Pflegefachmänner und Pflegefachfrauen sind für alle Einsatzbereiche und Einrichtungen qualifiziert, egal, ob Krankenhaus, Seniorenheim oder ambulante Betreuung.

Ich will in der Kinderkrankenpflege arbeiten. Ist die generalistische Ausbildung das Richtige für mich?

In der generalistschen Ausbildung durchläufst du alle Bereiche der Gesundheits- und Krankenpflege. Natürlich ist auch die Pädiatrie ein verbindlicher Themenblock im ersten und zweiten Ausbildungsjahr. Im dritten Lehrjahr können sich Auszubildende spezialisieren. Wer einen praktischen Vertiefungseinsatz in der Pädiatrie vereinbart hat, kann den Abschluss als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in wählen. Das bedeutet im dritten Jahr auch andere theoretische Inhalte. Wer sich für diese Spezialisierung entscheidet, erhält allerdings keinen Abschluss als Pflegefachmann/-frau und ist auf die Kinderkrankenpflege festgelegt. Das gilt auch für den Abschluss als Altenpfleger/in, für den man sich ebenso vor dem dritten Ausbildungsjahr entscheiden kann. Im Gegensatz zum generalistischen Abschluss sind diese beiden Abschlüsse nicht EU-weit anerkannt.