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Fachkraft für Wasserwirtschaft: „Ohne Grundwasser geht nichts“

Katja Gooßens (27) schloss 2019 die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserwirtschaft bei der Linksniederrheinischen Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) in Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen ab. Inzwischen arbeitet sie dort als Angestellte im Fachbereich Bau.

Fachfrau für Wasserwirtschaft mit blauem Schutzhelm (Foto: LINEG)

Nach dem Abitur sehnte sich Katja Gooßens vor allem nach der praktischen Arbeit. „Mir war klar, dass ich zuerst das Berufsleben kennenlernen möchte“, erinnert sie sich. Zwei Jahre lang arbeitete Katja Gooßens nach dem Schulabschluss als Hilfskraft im Labor eines Krankenhauses. „Während dieser Phase begann ich mich erstmals nach technischen Ausbildungen umzusehen“, erzählt sie. „Die Erfahrung im Krankenhaus war zwar spannend, aber während meinen Recherchen begann ich mich für die bauzeichnerische Tätigkeit zu interessieren.“ Als es sich jedoch als schwierig erwies, eine passende Ausbildungsstelle zu finden, erweiterte die damalige Abiturientin ihre Suchkriterien.

„Eine Bekannte von mir arbeitete damals bei der LINEG und empfahl sie mir als Arbeitgeber“, erinnert sich Katja Gooßens. Die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft ist ein Wasserwirtschaftsverband, der in seinem Verbandsgebiet das Grundwasser und Gewässer reguliert, Bäche naturnah ausbaut und Abwasser reinigt. „Als ich die Inhalte der Ausbildung zur Fachkraft für Wasserwirtschaft sah, fand ich vor allem die Verbindung von Biologie und Technik spannend.“ Nicht zuletzt die beinhaltete Bauzeichner-Tätigkeit überzeugte sie: „Es war die Vielfältigkeit des Berufs, die mich gepackt hat.“

Abwechslung im Alltag

Die Fachkraft für Wasserwirtschaft Katja Gooßens mit Schutzhelm auf einer Baustelle. (Foto: LINEG) Die Fachkraft für Wasserwirtschaft Katja Gooßens mit Schutzhelm auf einer Baustelle. (Foto: LINEG)

Durch die rotierenden Etappen während der dreijährigen Berufsausbildung erhielt Katja Gooßens Einblicke in verschiedene Abteilungen des Verbands, zum Beispiel in den Fachbereichen Pumpanlagen / Gewässer und Bau. Daneben lernte die damalige Auszubildende die organisatorischen Strukturen ihres Arbeitgebers kennen. Ein großer Pluspunkt dieser Ausbildung, wie die 27-Jährige betont: „Es war sehr abwechslungsreich. Toll war vor allem, dass ich viel mitbestimmen und Schwerpunkte auf Themen legen durfte, die mich interessierten.“

Übernommen wurde sie anschließend in der Fachabteilung Bau. Dort gibt Katja Gooßens heute den Bau von Grundwassermessstellen in Auftrag und begleitet den Prozess bei jedem Entwicklungsschritt. Dafür steht die Fachkraft für Wasserwirtschaft in Kontakt zu den Firmen, die den Bau der Messstellen ausführen. Denn es geht um Detailarbeit: Je nach örtlicher Beschaffenheit muss angepasst werden, wie tief eine Messstelle sein oder welchen Durchmesser sie haben sollte. Dies im Büro zu berechnen, ist dabei nur ein Teil ihrer Arbeit. Regelmäßig besucht sie die Baustellen, um die Arbeit vor Ort zu überprüfen. „Es ist definitiv ein sehr vielseitiger Beruf“, erklärt Katja Gooßens, die gerne mal rauskommt und im Freien tätig ist.

Dabei gefällt ihr nicht nur die Vielfalt ihrer Aufgaben, sondern auch die Bedeutung für die Gemeinschaft. „Wasser ist bekanntlich die Grundlage des Lebens. Und ohne Grundwasser geht nichts“, betont Katja Gooßens und ergänzt: „Kläranlagen zur Abwasserreinigung, Pumpanlagen zur Grundwasserregulierung in Bereichen des ehemaligen Bergbaus, Trinkwasser allgemein – das alles wird für uns Menschen immer wichtig bleiben.“