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Berufe für die Klimawende: Im Beruf das Klima retten

Plastik vermeiden, bei niedrigeren Temperaturen waschen, mehr mit Rad und Bahn fahren: Alltagslösungen für eine geringere Umweltbelastung gibt es bekanntlich viele. Doch welche beruflichen Möglichkeiten können zur Klimawende beitragen?

Ein Mann rollt ein Plakat auf dem eine Landkarte abgebildet ist für einen Vortrag aus. (Foto: Christof Stache)

Spätestens seit der Prominenz der Fridays for Future-Bewegung ist den meisten Jugendlichen klar: Wenn wir unser Verhalten nicht ändern und nachhaltiger Wirtschaften als die Generationen vor uns, wird dies schwerwiegende Folgen für unseren Planeten haben. Als Folge beschäftigen sich viele Schüler*innen mit dem Thema Nachhaltigkeit und engagieren sich privat oder in der Schule für die Umwelt. Woran Schüler*innen aber oft nicht denken: Das Feld birgt großes berufliches Potenzial.

„Ausbildungsberufe werden unterschätzt“

Porträt von dem Berufsberater Jan von Rauch im BiZ Osnabrück. (Foto: Bundesagentur für Arbeit) Porträt von dem Berufsberater Jan von Rauch im BiZ Osnabrück. (Foto: Bundesagentur für Arbeit)

„Das Thema Umweltschutz, insbesondere Umwelttechnik, ist noch erstaunlich selten Schwerpunkt in Beratungsgesprächen“, bestätigt Jan von Rauch, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Osnabrück. Dabei existieren vor allem im Umwelt- und Klimaschutz viele berufliche Möglichkeiten, die sich mit der nachhaltigen Lösung von menschlich verursachten Umweltproblemen beschäftigen.

Ausbildungsberufe wie Fachkraft für Abwassertechnik, für Kreislauf- und Abfallwirtschaft oder Wasserversorgungstechnik sowie der/die Umweltschutztechnische/r Assistent/in sind Beispiele für technikorientierte Tätigkeiten im Bereich des Umweltschutzes. Aus Abwasser Trinkwasser zu generieren, recycelte Verpackungen zu produzieren oder Umweltdaten zu messen, sind dabei nur ein paar der möglichen Aufgaben innerhalb der genannten Berufe. „Viele dieser Ausbildungsberufe werden unterschätzt“, weiß Jan von Rauch. „Etwa reinigt die Schornsteinfegerin wie oftmals angenommen nicht nur Kamine, sondern führt vorrangig wichtige Messungen an Feuerungsanlagen durch, um etwa den Kohlenmonoxid-Gehalt im Abgas und andere Umweltvorgaben zu überprüfen.“

Wer nach der Ausbildung eine Weiterbildung anstrebt, hat im Bereich Umwelt- und Klimaschutz eine große Auswahl, etwa zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Umweltschutztechnik mit fünf Schwerpunkten, zum/zur Wassermeister/in oder zum/zur Schornsteinfegermeister/in. Aber nicht nur im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich ist Spielraum geboten. Auch in anderen Fachrichtungen besteht die Option, den beruflichen Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz zu legen. Wer beispielsweise eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat, kann sich anschließend zum/zur Umweltfachwirt/in weiterbilden. Ähnlich kann die Fachkraft für Agrarservice das Weiterbildungsangebot zum/zur Fachagrarwirt/in für Erneuerbare Energien bzw. Biomasse wahrnehmen.

Von Abfall- bis Versorgungstechnik

Auch für Studieninteressierte gibt es vielfältige Optionen. Diese spiegeln sich beispielsweise in klassischen Studiengängen wie Umwelt- und Verfahrenstechnik oder Abfall- und Entsorgungstechnik wider. Für Informatik- und Computertechnik-Affine eignen sich die Studienrichtungen Umweltinformatik oder Versorgungstechnik. Aber auch in den Naturwissenschaften, wie der Biologie oder Humanmedizin, kann ein Schwerpunkt auf Umweltschutz gelegt werden, beispielsweise in der Geoökologie oder Ökotoxikologie. „Wer Fähigkeiten im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich mitbringt, kann sich hier beruflich austoben“, verrät Jan von Rauch.

Aber auch in den Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften kann ein Schwerpunkt auf Umwelt- und Klimaschutz gelegt werden. Beispiele für Studiengänge in diesem Bereich sind etwa Energie- und Ressourcenmanagement oder Nachhaltigkeit und Entwicklung. „Zusammenfassend handelt es sich um eine Frage der persönlichen Weiterentwicklung im Berufsleben. Denn: fast jeder Beruf kann sich in eine umweltsensible Richtung entwickeln, wenn man das möchte“, erläutert der Berufsberater. „Am Ende braucht jede Umweltorganisation auch eine Marketingabteilung“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Die eigenen Fähigkeiten im Blick behalten

Bei der Wahl einer Berufsausbildung oder eines Studiengangs ist es vor allem wichtig, sich von den eigenen Stärken und Interessen leiten zu lassen. „Nur, weil ein Beruf schick klingt, heißt es noch lange nicht, dass dieser auch mit den eigenen Fähigkeiten übereinstimmt“, betont Jan von Rauch. Deshalb ist bei der Orientierung nicht nur die Frage „Was will ich?“, sondern ebenfalls „Was kann ich?“ bedeutsam.

Um diese zu beantworten, hilft es sich aktiv zu informieren, welche lokalen Angebote es an Messen, Schüler*innen-Praktika oder Orientierungssemestern gibt. Denn in der Praxis können die eigenen Fähigkeiten oftmals am besten getestet werden. Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Stärken und Interessen zu überprüfen bietet das Erkundungstool Check-U. Der kostenlose Onlinetest der Bundesagentur für Arbeit erstellt ein persönliches Kompetenzprofil und gibt Vorschläge zu passenden Ausbildungsberufen und Studienfeldern.

Weitere Informationen

Check-U

Das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit

check-u.de

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

berufenet.arbeitsagentur.de

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Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit.

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