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Pharmazeutisch-technische Assistentin: Handwerkliche Arbeit mit Köpfchen

Anna Gregor macht eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA). Neben Geduld und Geschicklichkeit sind für diese Tätigkeit Freude an Naturwissenschaften und Mitdenken gefragt.

	Eine junge Frau füllt im Labor mit einer Pipette eine Flüssigkeit in ein Reagenzglas. (Foto: Lorenz Tiedemann | Bundesagentur für Arbeit)

Bevor ihr Berufsweg zur PTA führte, nahm Anna Gregor einige Abzweigungen: Von der allgemeinbildenden Schule wechselte sie auf die sozialwissenschaftliche Fachschule, brach diese ab, begann eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin und erlangte mit dem Gesellenbrief ihre fachgebundene Hochschulreife. „Der Job als Malerin ist schön, aber ich habe gemerkt, dass es nicht mehr gepasst hat“, resümiert die 24-Jährige. Ihr Mann arbeitet in der Pharmaindustrie, sie wurde neugierig und bewarb sich um eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) an der Bernd-Blindow-Schule in Friedrichshafen. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellte.

  • Eine Pharmazeutisch-technische Assistentin räumt in einer Apotheke Regale ein.

    Ich finde es so faszinierend, was dem alles zugrunde liegt. Welche feinen Stoffwechselvorgänge im Körper vorkommen und wie diese zusammenwirken.

    Anna Gregor

Grundlagen im ersten Jahr

Die Ausbildung beinhaltet für Anna Gregor alles, was sie sich für ihren Beruf wünscht: eine handwerkliche Arbeit, die den Kopf fordert. „Man braucht Geduld und Durchhaltevermögen“, resümiert die 24-Jährige. „Gerade wenn man Kapseln und andere Medikamente selbst herstellt, muss man sehr genau arbeiten.“

Anna Gregor befindet sich im ersten Lehrjahr der zweijährigen schulischen Ausbildung. Chemie spielt eine wichtige Rolle. Zunächst wurden im Unterricht die Grundlagen aufgefrischt und gelernt wie Substanzen auf ihre Reinheit, Identität sowie Gehalt geprüft werden können. In Arzneimittelkunde befasst sich die Klasse mit der Wirkungsweise diverser Arzneimittel auf den Körper: „Ich finde es so faszinierend, was dem alles zugrunde liegt. Welche feinen Stoffwechselvorgänge im Körper vorkommen und wie diese zusammenwirken“, sagt die Auszubildende. Als Beispiel nennt sie das Mittel Pantoprazol, das die Bildung von Magensäure hemmt und bei Sodbrennen eingenommen wird. „Die Tablette an sich hat keinen Wirkstoff, man nutzt die Mechanismen im Körper, durch die das Medikament in seine Wirkform umgewandelt wird“, erklärt Anna Gregor.

In galenischen Übungen lernen die Auszubildenden, selbst Medikamente herzustellen. Begonnen haben sie mit verschiedenen Tees und Kapselherstellungen. „Gerade stellen wir Suppositorien, also Zäpfchen, her“, erzählt Anna Gregor. „Im ersten Schuljahr arbeiten wir noch nicht mit Wirkstoffen, im zweiten Jahr werden wir dann auch Medikamente mit Antibiotika herstellen.“

Finanzierung über den Nebenjob

Da die PTA-Ausbildung eine schulische Ausbildung ist, erhält Anna Gregor keine Ausbildungsvergütung. Schulgeld muss sie allerdings nicht bezahlen. Während sich einige ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler über Schüler-BAföG finanzieren, erhält sie Unterstützung von ihren Eltern sowie ihrem Mann, bezieht Kindergeld und arbeitet zusätzlich einmal wöchentlich in einer Apotheke. Für sie eine tolle Gelegenheit, den Beruf in der Praxis besser kennenzulernen. „Bis man diese ganzen Wirkstoffnamen drauf hat, dauert es. Das ist ein bisschen so, wie eine neue Sprache zu lernen. Durch meinen Nebenjob habe ich die Medikamente jede Woche in der Hand und den Bezug dazu.“

Optionen nach dem Abschluss

Nach zwei Jahren schließen die Auszubildenden den schulischen Teil mit einer staatlichen Prüfung ab. Abgesehen von 160 Stunden Praktikum haben sie bis dahin alle Kenntnisse in der Schule erlernt. Bevor sie als fertige PTA arbeiten können, folgt deshalb im Anschluss ein sechsmonatiges Praktikum in einer Apotheke. Der letzte Ausbildungsteil schließt mit einer schriftlichen Ausarbeitung zu zwei Themen und einer mündlichen Prüfung ab.

Wie es nach der Ausbildung weitergeht, weiß Anna Gregor noch nicht. „Eigentlich wollte ich in die Industrie, aber in der Apotheke gefällt es mir auch sehr gut.“ Vorstellbar ist für sie ebenfalls ein Studium. Es muss nicht unbedingt Pharmazie sein, Pharmamanagement interessiert die 24-Jährige ebenfalls.

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