zum Inhalt

Technischer Systemplaner – Stahl- und Metallbautechnik: Vom Aufmaß bis zur Montage

Türen, Fenster und Fassaden für große Gebäude planen und konstruieren: Darauf wird Patrick Ackermann (28) während seiner Ausbildung zum Technischen Systemplaner der Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik vorbereitet.

Technischer Systemplaner, der eine Konstruktionsplanung per Hand bearbeitet. (Foto: Hans-Martin Issler | Bundesagentur für Arbeit)

Wer heute am Hauptgebäude einer Unternehmensgruppe am Standort Bielefeld vorbeifährt, sieht eine herrlich glänzende Metallfassade – und das Ergebnis von Patrick Ackermanns Arbeit. Er war an ihrer Planung und Konstruktion beteiligt. Sein Arbeitgeber, die Hilzinger Metallbau GmbH im hessischen Fritzlar realisiert unter anderem auch Projekte für Flughafenterminals, Kongresshotels, Kliniken und Forschungseinrichtungen.

Der Auszubildende hilft mit CAD-Software Planungsunterlagen für Stahl- und Metallteile in 2D oder 3D zu erstellen. „Es handelt sich dabei um Bauteilzeichnungen, Montagepläne oder Konstruktionszeichnungen“, erklärt er. „Außerdem kümmere ich mich um das nötige Material für das jeweilige Bauvorhaben, schreibe Stücklisten, Ladelisten und ermittle Vorgabezeiten für die Fertigung und Montage der Bauteile.“ Die erforderlichen Materialien bestellt er oder entnimmt sie aus dem Lager des Unternehmens.

Im Büro und im Außendienst

Patrick Ackermann ist im dritten von insgesamt dreieinhalb Ausbildungsjahren. Auf eine mögliche Verkürzung wegen seiner Fachhochschulreife hat er verzichtet. An Großaufträge wurde er schrittweise herangeführt. „Am Anfang war ich für fünf Monate in der Fertigung und habe dort in der Werkstatt den Aufbau der Bauteile kennengelernt, die ich später am Computer zeichnen sollte – zum Beispiel eine Tür, ein Fenster oder ein Fassadenblech.“ Anschließend lernte er im kaufmännischen Büro einen Monat lang, wie das Unternehmen und seine Abläufe funktionieren. Danach kam der Auszubildende ins technische Büro. Hier ist er immer noch und arbeitet an den Plänen für die Bauvorhaben. Dafür tauscht er sich mit Ingenieur/innen, Architekt/innen, Techniker/innen und Meister/innen aus. „Im ersten Lehrjahr durfte ich zum Beispiel die Zeichnung für eine Türschwelle machen. Mit der Zeit kamen immer größere Aufträge hinzu. Inzwischen zeichne ich komplette Türen, Fenster und Fassaden“, erklärt er.

Weil es dabei auf Millimeter ankommt, ist Patrick Ackermann oft dort, wo die Pläne in die Realität umgesetzt werden: auf der Baustelle. Dort erstellt er Aufmaße für die Bauteile oder misst nach, wenn etwas nicht passt. Außerdem weist er Monteurinnen und Monteure vor Ort ein. „Momentan plane ich an einer Fassade für eine Klinik in Hamburg mit“, schildert er. Die Berufsschule besucht er blockweise: Auf zwei Wochen im Betrieb folgt jeweils eine Woche Unterricht. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Fachmathematik sowie allgemeinbildende Fächer wie Politik, Wirtschaft, Deutsch und Englisch. „Wir zeichnen viel im 2D- und 3D-Bereich. Das macht mir an diesem Beruf am allermeisten Spaß und wird weiterhin meine Hauptaufgabe sein.“

Mit im Fähigkeiten-Gepäck haben sollte man zudem ein technisches Verständnis, räumliches Vorstellungvermögen und eine gewisse Kreativität. „Wobei es wichtig ist, zu wissen, dass ich selbst nicht der Designer des Produktes bin, obwohl die Berufsbezeichnung das vermuten lässt. Die Designs für die Artikel bekomme ich vorgegeben, entweder von unserer Design-Abteilung oder direkt vom Kunden“, fügt der Auszubildende hinzu.

  • Der Technische Systemplaner Patrick Ackermann in seinem Büro

    Momentan plane ich an einer Fassade für eine Klinik in Hamburg mit.

    Patrick Ackermann, angehender Technischer Systemplaner

Aus- und Weiterbildung statt Studium

Nach der Fachoberschule mit Schwerpunkt Informatik hatte sich Patrick Ackermann zunächst für ein Maschinenbau-Studium in Kassel entschieden. „Dabei hatte ich schon mit dem technischen Zeichnen zu tun und das gefiel mir auch gleich gut. Aber das Studium war mir dann doch zu theorielastig.“ Weil er in der Richtung weitermachen wollte, informierte er sich auf dem Portal Berufenet der Bundesagentur für Arbeit über verwandte Ausbildungsberufe und entdeckte die Ausbildung zum Technischen Systemplaner. „Diesen Beruf kannte ich noch gar nicht und fand ihn gleich total spannend.“ Über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit fand er seinen jetzigen Ausbildungsbetrieb, bewarb sich und wurde kurz darauf zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Sein angefangenes Maschinenbaustudium erwies sich als Pluspunkt. „Es wurde für gut befunden, dass ich mich für Technik interessiere und schon Erfahrungen in dem Bereich mitbrachte. Das Unternehmen hat mir auch einen Platz für ein Duales Studium im Bereich Fassadenbau angeboten, aber ich wollte unbedingt ganz in die Praxis einsteigen.“

Möglichkeiten sich weiter zu qualifizieren, hat Patrick Ackermann immer noch, weil das Unternehmen Mitarbeitende mit Potenzial fördert. Fest steht schon, dass er nach dem Abschluss seiner Ausbildung übernommen wird. „Dann könnte ich mir vorstellen, mich berufsbegleitend im Fachbereich Fenster- und Fassadenbau vertiefend fortzubilden, um eigenständig die architektonischen, statischen und bauphysikalischen Planungsvorgaben umzusetzen.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Technischer Systemplaner – Stahl- und Metallbautechnik)
www.arbeitsagentur.de/berufenet

JOBSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de/jobsuche

Bauforum Stahl

bauforumstahl.de

Arbeitgeberverband Gesamtmetall

www.gesamtmetall.de

Bundesverband Metallhandwerk

www.metallhandwerk.de

Video Technische/r Systemplaner/in

Der Artikel enthält ein Video mit weiteren Informationen.

Hinweis zur Barrierefreiheit: Bitte den Video-Player aktivieren, um Untertitel aufrufen zu können.