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Studienfinanzierung – Erfahrungsbericht: Dank Stipendium voll aufs Studium konzentrieren

Ivie (19) studiert im zweiten Semester Politikwissenschaften an der Universität Bonn und finanziert ihr Studium unter anderem mit Hilfe eines Stipendiums. Seit März 2021 ist sie Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier berichtet sie von der Bewerbung und den Bedingungen für das Stipendium.

Ivie mit einer Gruppe von Kindern.

Weil ich wusste, dass meine Eltern nicht genug verdienen, um mich während meines Studiums finanziell zu unterstützen, habe ich mich schon während der Schulzeit mit Möglichkeiten der Studienförderung auseinandergesetzt und mich entschieden, mich bei zwei politischen Stiftungen um ein Stipendium zu bewerben. Eine davon war die Heinrich-Böll-Stiftung, die mit ihrer materiellen, vor allem aber auch mit ihrer ideellen Förderung am besten zu mir gepasst hat. Die Stiftung erwartet neben guten Noten auch soziales Engagement. Sich für die Gesellschaft zu engagieren und ihr was zurückzugeben, hat einen hohen Stellenwert bei der Stiftung. Ich habe schon während meiner Schulzeit ehrenamtlich im Sportverein gearbeitet und nach meinem Abitur einen Freiwilligendienst in Tansania gemacht.

Ich bewarb mich im August vor meinem Studienstart für das Stipendium. Im Oktober hatte ich dann ein Gespräch mit einem Vertrauensdozenten der Stiftung. Ein Vertrauensdozent hat das Studienfach der Bewerberin bzw. des Bewerbers studiert oder kennt sich mit diesem aus. Das Gespräch dient dazu, sich besser kennenzulernen und die Studieninteressen zu erfragen. In der dritten und letzten Bewerbungsrunde, welche im Dezember stattfand, saßen mir Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung gegenüber. Sie sprachen mit mir über mein Studium, aber auch über politische Zusammenhänge. Eine gute Woche später bekam ich die Zusage.

Materielle und ideelle Förderung

Ein Porträtfoto von Ivie. Ein Porträtfoto von Ivie.

Ivie

Die materielle Förderung setzt sich aus dem BAföG-Satz zusammen, der einem normalerweise zustünde. Dazu kommen 300 Euro Büchergeld und ein möglicher Zuschlag für Krankenkasse oder Kinder. Mit der finanziellen Förderung könnte ich problemlos mein Studium mit allen aufkommenden Kosten wie Miete, Einkäufe, Bücher fürs Studium usw. finanzieren. Tatsächlich arbeite ich nebenbei noch, da ich bereits vor dem Stipendium eine Arbeitsstelle gefunden hatte und mir der Job Spaß macht. Für meine ehrenamtlichen Tätigkeiten bekomme ich ebenfalls eine kleine Aufwandsentschädigung. Die ideelle Förderung der Stiftung soll es ermöglichen, sich akademisch weiterzuentwickeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Zum Beispiel in Form von Veranstaltungen zu Themen wie „Rassismuskritische Sprache“ oder „Digitale Nachhaltigkeit“ oder durch Sprachkurse.

Seid ihr selbst!

Prinzipiell kann ich jedem die Bewerbung bei einer Stiftung empfehlen, die die eigenen Werte vertritt. Ein gutes Stipendium gibt einem nicht nur die Möglichkeit, sich auf das Studium konzentrieren, sondern bietet neben der ideellen Förderung auch ein gutes Umfeld zum Vernetzen. Gerade für junge Menschen, die aus einem finanziell schwächeren Umfeld kommen, kann so ein Stipendium das Leben positiv verändern. Mein Tipp für die Bewerbung: Seid ihr selbst. Bewerbt euch nicht nur wegen des Geldes bei einem Stipendiengeber. Ihr solltet die Werte vertreten und den Anforderungen gerecht werden. Vor allem aber seid selbstbewusst in dem was ihr tut: Studiert das, was euch Spaß macht und interessiert und steht dahinter!