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Studieren mit Kind: Nicht allein mit dem Kind an der Uni

Im Dezernat Studium und Lehre ihrer Universität kann Annabell Sauer (27) all ihre Fragen rund um das Thema Studieren mit Kind klären. An anderen Hochschulen werden solche Einrichtungen auch als Familienbüros bezeichnet.

Blick in die Garderobe eines Kindergartens. (Foto: Hans-Martin Issler)

Annabell Sauer wollte immer früh Mutter werden. Im zweiten Semester ihres Lehramtsstudiums der Fächer Deutsch und evangelische Religion an der Universität Erfurt wurde sie schwanger. „Von einer Freundin hatte ich erfahren, dass ich im Dezernat Studium und Lehre der Uni Unterstützung bekommen kann. Ich ging einfach hin und meine Beraterin gab mir gleich viele hilfreiche Tipps“, erinnert sich die heute 27-Jährige Studentin. Während des ersten Gesprächs wurde ihr beispielsweise empfohlen, einen Elternpass zu beantragen. So könne sie sich Dozent*innen gegenüber unkompliziert als Studierende mit Kind ausweisen. Das kann zum Beispiel relevant sein, wenn es um Prüfungen und Abgabetermine geht.

Während der vorlesungsfreien Zeit im Wintersemester 2018/19 brachte Annabell Sauer ihren Sohn auf die Welt. Nach acht Wochen Mutterschutz nahm sie ihr Studium in Teilzeit wieder auf. Sie wählte zunächst nur Blockseminare, die freitags oder samstags stattfanden, da sich ihr Mann zu dieser Zeit um den Kleinen kümmern konnte. Nach zwei Teilzeitsemestern stieg Annabell Sauer wieder voll in das Studium ein. Seit seinem neunten Lebensmonat besucht ihr Sohn am Heimatort die Kindertagesstätte. Die junge Mutter pendelt täglich mit der Bahn fünfzig Minuten zur Uni nach Erfurt. Wenn die Veranstaltungen länger dauern, wird der Kleine von seinem Vater oder seiner Oma abgeholt.

Unterstützung durch das Dezernat Studium und Lehre

Die Beraterin im Dezernat Studium und Lehre ist immer für Annabell Sauer da, wenn sie im Studium vor Herausforderungen steht. „Während der Schwangerschaft musste ich mich oft übergeben, sodass ich nicht alle Prüfungen ablegen konnte, für die ich mich zu Beginn des Semesters angemeldet hatte. Und als mein Sohn in den Kindergarten kam, war er häufig krank, dann konnte ich auch nicht immer zu den Lehrveranstaltungen erscheinen“, erzählt die Studentin. In solchen Situationen sei sie froh gewesen, sich vor den Gesprächen mit den Dozent*innen bei ihrer Ansprechpartnerin über ihre Rechte und Ansprüche als Studierende mit Kind informieren zu können.

Individuelle Lösungen

Letztlich hat Annabell Sauer allerdings die Erfahrung gemacht, dass ihre Dozent*innen auch ohne die Unterstützung des Dezernats Studium und Lehre immer bereit sind, sie mit individuellen Lösungen zu unterstützen. „Allen Mitarbeitern der Hochschule ist daran gelegen, dass ich mein Studium, wenn möglich in der Regelstudienzeit, erfolgreich abschließe. Ich kann bei Bedarf also zum Beispiel Hausarbeiten statt Klausuren schreiben oder ich bekomme mehr Zeit für Prüfungen“, sagt sie.

In den Lehrveranstaltungen hat Annabell Sauer inzwischen viele Kontakte zu anderen studierenden Eltern geknüpft, wovon sie sehr profitiert: „Ich mache Gruppenarbeiten häufig mit ihnen zusammen, weil sie auch gerne morgens loslegen, sobald die Kita geöffnet hat, während andere Studierende vielleicht bis zehn Uhr schlafen möchten.“