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Kriminalkommissarin: Drei Fragen an ...

Wie sieht eigentlich der Berufsalltag einer Kriminalkommissarin aus? Kriminaloberkommissarin Anna Stemplinger (27) berichtet im abi» Interview.

  • Eine Frau sitzt vor einem Bildschirm, ihr Rücken trägt den Aufdruck "Polizei".

    Ich habe täglich mit Personen zu tun, die sich in dem Moment, wo wir aufeinandertreffen, in einer psychi­schen Ausnahmesituation befinden. Meiner Meinung nach ist für den Umgang mit diesen Personen vor allem eine gewisse Empathie notwendig und auch Geduld.

    Anna Stemplinger, Kriminaloberkommissarin bei der Landespolizei München
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Jingle: abi» – ­dein Podcast für die Berufsorientierung.

abi» Hallo und herzlich willkommen bei deinem abi» Podcast. Mein Name ist Elena und ich habe mich heute mit Anna Stemplinger unterhalten, die Kriminalkommissarin bei der bayerischen Landespolizei in München ist. Ich wollte wissen, wie ihr Alltag als Kommissarin so aussieht. Das und mehr erfährst du bei „Drei Fragen an …“. Viel Spaß beim Zuhören.

Frau Stemplinger, hallo und schön, dass Sie heute bei uns sind. Sie arbeiten ja als Kriminalkommissarin bei der Polizei in München. Was genau machen Sie denn da?

Anna Stemplinger: Ja, hallo erst mal, mein Name ist, wie gesagt, Anna Stemplinger. Ich bin 27 Jahre alt und arbeite beim Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums München. Der Kriminaldauerdienst ist sozusagen der Rund-um-die-Uhr-Bereitschaftsdienst der Kriminalpolizei. Der übernimmt in erster Linie die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen, bevor die Fälle dann an die Fachkommissariate übergeben werden. Und es sind dann in der Regel Fälle, bei denen es wichtig ist, dass sofort was gemacht wird. Also wir bearbeiten unter anderem Tötungsdelikte, Todesermittlungen, Körperverletzungen, Raub- und Sexualdelikte.

abi» Welchen Arbeitsgegenstand würden Sie sagen, nutzen Sie dafür im Alltag am meisten, und was genau machen Sie damit?

Anna Stemplinger: Die Antwort ist jetzt vielleicht relativ unspektakulär, aber tatsächlich nutze ich im Arbeitsalltag am häufigsten einen Kugelschreiber. Meine Kollegen und ich müssen ja zu allen Fällen, die wir bearbeiten, Berichte schreiben. Und in den Berichten müssen natürlich die wichtigsten Informationen stehen, wie zum Beispiel die Personalien von den ganzen beteiligten Personen und auch der Sachverhalt. Und da wir ja meistens direkt an der Örtlichkeit sind, haben wir da nicht die Möglichkeit, dass wir den Bericht sofort auf dem Computer schreiben. Deshalb machen wir uns natürlich erst mal handschriftliche Notizen und verwenden dementsprechend oft einen Kugelschreiber und auch einen Notizblock.

abi» Verstehe. Wenn Sie eine Kompetenz aussuchen müssten, die für Ihren Beruf am wichtigsten ist, welche wäre das?

Anna Stemplinger: Ich habe täglich mit Personen zu tun, die sich in dem Moment, wo wir aufeinandertreffen, in einer psychischen Ausnahmesituation befinden. Also das sind zum Beispiel Personen, die kurz zuvor Geschädigte von einem Sexualdelikt oder von einem Raubdelikt wurden, oder auch Angehörige von verstorbenen Personen. Und meiner Meinung nach ist für den Umgang mit diesen Personen vor allem eine gewisse Empathie notwendig und auch Geduld. Also man sollte Verständnis für die Situation, in der sich die Person gerade befindet, aufbringen können.

abi» Und was wissen Sie jetzt, was Sie gerne vor dem Studium gewusst hätten?

Anna Stemplinger: Die Frage ist tatsächlich für mich schwierig zu beantworten, da in meiner Familie schon mehrere Personen bei der Polizei gearbeitet haben, als ich mich bei der Polizei beworben habe. Und ich das deswegen eigentlich schon mehr oder weniger wusste, was auf mich zukommt. Was mich tatsächlich aber überrascht hat, war, dass es so viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten gibt. Also es gibt sozusagen verschiedene Berufe im Beruf. Es ist so, wenn man an die Polizei denkt oder an den Polizeiberuf grundsätzlich denkt, dann hat man ja immer das im Kopf, was man auf der Straße sieht oder auch aus Filmen oder Serien kennt. Also das sind halt die Streifenpolizisten oder auch die Kriminalpolizisten. Aber es gibt so viele verschiedene und auch unterschiedliche Fachbereiche. Also zum Beispiel Einsatz von Hundertschaften und Spezialeinheiten, Hundestaffel und Reiterstaffel. Man kann auch Ausbilder beziehungsweise Fachlehrer werden, die dann eben die Berufseinsteiger ausbilden. Also es gibt so viele verschiedene Sachen und man ist dann tatsächlich nicht gezwungen, in seinem gesamten beruflichen Leben eine einzige Tätigkeit oder einen einzigen Tätigkeitsbereich auszuüben.

abi» Sind Sie diese verschiedenen Bereiche dann auch vor Ihrer jetzigen Position durchlaufen?

Anna Stemplinger: Nein. Also nach meinem Studium an der Hochschule für den öffentlichen Dienst bin ich direkt zur Kriminalpolizei gegangen und habe, bevor ich zum Kriminaldauerdienst gekommen bin, auch schon in dem Bereich gearbeitet, aber als Rauschgiftsachbearbeiterin.

abi» Weitere spannende Beiträge zu Berufsbildern bei der Polizei findest du auf abi.de, zum Beispiel die Reportagen „Kriminalkommissar im gehobenen Dienst“, „Berufe in Serien und in echt – Polizistin“ sowie das Video „Ich will zur Polizei“. Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktiv > Podcasts.

Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion: Elena Trautwein für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.

Gut zu wissen

Für den Beruf der Kriminalkommissarin oder des Kriminalkommissars ist eine Ausbildung im gehobenen Landeskriminaldienst zu absolvieren. Diese erfolgt in der Regel als dreijähriges duales Bachelorstudium und führt zu einer Laufbahn-/Bachelorprüfung.

Weitere spannende abi» Podcasts folgen in Kürze.

Weitere Informationen

Polizei Deutschland

Offizielle Webseite der deutschen Polizei.

www.polizei.de

BERUFENET

Die Webseite der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Polizei).

www.arbeitsagentur.de/berufenet

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit listet 350 Filme über Ausbildungsberufe und Studiengänge.

www.berufe.tv  

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

In der Studiensuche kannst du recherchieren, welche Studiengänge an welchen Hochschulen in Deutschland angeboten werden.

web.arbeitsagentur.de/studiensuche

Check-U – das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit

Mit dem Erkundungstool Check-U findest du heraus, welche Ausbildungsberufe und Studienfelder besonders gut zu deinen Stärken und Interessen passen.

www.check-u.de