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Berufe in der Unternehmensberatung: Vielseitigkeit für Teamplayer

Jede Menge Abwechslung, und eine attraktive Bezahlung: Unternehmensberatungen sind vor allem unter Betriebswirtinnen und Betriebswirten beliebte Arbeitgeber. Aber auch ein Quereinstieg ist möglich, etwa nach einem juristischen, ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studium.

Frontansicht eines Bürogebäudes mit Glasfront. (Foto: Martin Rehm)

Wenn Aline Marhenke am Montag früh ins Büro kommt, checkt sie als Erstes ihren Kalender und klärt die Termine für die anstehende Woche. Die 32-Jährige ist als Unternehmensberaterin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG tätig und betreut vor allem Unternehmen aus der Automobilbranche. Normalerweise verbringt sie vier Tage in der Woche direkt bei ihren Auftraggeberinnen und Auftraggebern. Durch die anhaltende Corona-Pandemie hat sich ihr Arbeitsalltag jedoch stark verändert. „Der Großteil der Zusammenarbeit findet jetzt online statt“, sagt Aline Marhenke und ergänzt: „Sowohl mit den Kunden als auch mit den Kollegen haben sich Videokonferenzen als wertvolles Tool herausgestellt.“ So führt sie nun jeden Morgen Videoanrufe, um zu klären, was an dem Tag zu tun ist.

Porträtfoto von Aline Marhenke (Foto: privat) Porträtfoto von Aline Marhenke (Foto: privat)

Ihre Kundinnen und Kunden sind vor allem Automobilhersteller. Die Arbeit mit einem neuen Kunden beginnt typischerweise mit einem Gespräch. In diesem macht sich Aline Marhenke ein Bild davon, welche Probleme es gibt. Wenn beispielsweise Endkunden bestimmte Produkte im Portfolio nicht nutzen, versucht sie herauszufinden, woran das liegt. Ist die Beschreibung zu kompliziert? Die Handhabung nicht nutzerfreundlich? Hierfür führt sie Interviews mit den Endkunden. Sobald das Problem erkannt ist, geht es darum Lösungen zu entwickeln, also etwa den Nutzen eines Produktes deutlicher hervorzuheben oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung beizulegen. „So konnten wir schon öfter den Verkauf und die Nutzung der Produkte erhöhen.“

Diversität als Vorteil

„Als Unternehmensberaterin oder Unternehmensberater sollte man definitiv offen und lernbereit sein. denn man muss sich oft auf neue Themen und Kunden einlassen“, rät Aline Marhenke jungen Menschen, die diesen Beruf ergreifen möchten. Auch Kommunikationsfähigkeit, Teamwork und Neugier sieht sie als Kernkompetenzen für angehende Unternehmensberater/innen, da die Arbeit mit verschiedensten Unternehmen immer neue Herangehensweisen braucht.

Die Karrierewege, die in die Unternehmensberatung führen, sind deswegen sehr divers. Bewerber*innen mit unterschiedlichen Studiengängen und beruflichen Laufbahnen werden gesucht, weil sie spezifisches Fachwissen und neue Perspektiven einbringen, von denen das ganze Unternehmen profitieren kann. Aline Marhenke hat an der Internationalen Hochschule in Bad Honnef ein Bachelorstudium in Aviation Management absolviert. Ihre erste Stelle war in einer Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt Luftverkehr. Danach ist sie bei KPMG in der Transport- und Logistiksparte eingestiegen.

Eine klassische Unternehmensberaterausbildung gibt es hierzulande nicht. Mit Masterstudiengängen wie Risikomanagement oder Business Consulting kann man sich aber bereits während des Studiums in diese Richtung orientieren. „Außer Betriebswirten sind in der Unternehmensberatung auch Juristen, Volkswirte, Informatiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler gefragt“, erklärt Dirk Ludwig, Berufsberater in der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Auch ein Abschluss in Psychologie, Soziologie oder einer Geisteswissenschaft kann einen Einstieg in die Unternehmensberatung eröffnen. Die Einsatzfelder sind vielfältig: „Neben der Managementberatung werden vor allem Fachleute für die Bereiche IT, Organisation oder Personalberatung gesucht“, sagt Dirk Ludwig. Wer zahlenaffin ist, für den bieten Bereiche wie Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung oder Controlling interessante Einstiegsmöglichkeiten.

Überstunden sind keine Seltenheit

Aber: „es muss einem klar sein, dass es sich in aller Regel nicht um einen 9-to-5-Job handelt. Steht der Abschluss eines Projekts an, muss die Frist eingehalten werden. Überstunden sind in diesem Beruf keine Seltenheit“, erläutert der Berater. Eine hohe Belastbarkeit ist deshalb eine wichtige Voraussetzung. Neben der attraktiven Bezahlung lockt viele Bewerber*innen die Vielseitigkeit. „Als Unternehmensberater kann man sein ganzes Know-how einbringen. Um die Ideen, die man entwickelt, verkaufen zu können, sollte man kommunikationsstark sein.“ Einzelkämpfer*innen sind nicht gefragt, denn die Berater/innen arbeiten immer im Team zusammen. „Jemand, der nicht strategisch denken kann, wird es dabei schwer haben“, weiß Dirk Ludwig und ergänzt: „Außerdem sollte man über die Fähigkeit verfügen, mit einer gewissen Kreativität an Probleme heranzugehen.“ Dabei stehen die Bedürfnisse des Kunden immer im Vordergrund.

Laut Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit sind die Berufsaussichten für Unternehmensberater/innen sehr gut: „Mit einem Plus von fünf Prozent im Jahr 2020, verglichen mit 2019, ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung trotz Coronakrise merklich gestiegen..“ Die Zahl der Erwerbstätigen ist in den vergangenen Jahren laut Statistischem Bundesamt auf 184.000 im Jahr 2019 gestiegen. Hier werden auch die Selbstständigen miterfasst, die in der Unternehmensberatung einen Anteil von circa 40 Prozent stellen. Die Arbeitslosenquote ist mit unter drei Prozent gering. „Nicht zuletzt mit den durch die Digitalisierung zu erwartenden Veränderungsprozessen in Unternehmen wird auch in den kommenden Jahren ein hoher Bedarf an Unternehmensberatern bestehen. Hier sind dann auch Experten in der Unternehmensorganisation und -planung (z.B. Betriebsplaner) sowie in der Finanzanalyse (z.B. Risk-Manager) gefragt, bei denen die Berufsaussichten ähnlich positiv sind.“ Neben guten Noten und Auslandserfahrung erhöhen laut Claudia Suttner insbesondere einschlägige Praktika die Chancen auf einen Berufsstart als Unternehmensberater.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit mit Informationen rund ums Studium.
www.studienwahl.de

Check-U - das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit

Welche Ausbildung? Welches Studium? Finde heraus, was zu dir passt mit dem Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit.
check-u.de

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit hilft dir bei der Auswahl von Studienort und Studienfach.
arbeitsagentur.de/studiensuche

BERUFE.TV

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit

berufe.tv

JOBSUCHE der Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de/jobsuche

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V.

www.bdu.de

Inhouse Consulting Network

inhouse-consulting.de

Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen e.V. (BDSU)

bdsu.de

Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.

www.kmu-berater.de

Verband Beratender Ingenieure VBI

www.vbi.de

VBV – Vereinigung beratender Betriebs- und Volkswirte e.V.

www.vbv.de