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Jugend forscht: Tolle Einblicke in die Welt der Naturwissenschaft

Die Klimavergangenheit der Erde – dafür begeistert sich Marit (19) und nahm mit Beiträgen zu dieser Thematik gleich drei Mal am Nachwuchswettbewerb Jugend forscht teil. Für abi» berichtet die Jungforscherin von den Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat.

Zwei Gesteinproben zur Veranschaulichung.  (Foto: Nancy Heusel)

Was mich an Jugend forscht fasziniert? Eindeutig die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema und das Präsentieren der eigenen Forschungsarbeit. Ich war 16 Jahre alt und Schülerin an einem Gymnasium in Bremen, als ich im Jahr 2019 zum ersten Mal bei Jugend forscht teilnahm. Inzwischen studiere ich im zweiten Semester Humanmedizin und war insgesamt drei Mal als Teilnehmerin bei dem Nachwuchswettbewerb dabei. Mit meinen eingereichten Arbeiten erforschte ich den Klimawandel – alle drei Arbeiten bauten quasi aufeinander auf. Ich hatte nicht nur das Glück, bei allen Wettbewerben sehr nette Menschen kennenzulernen, sondern konnte sogar neue Freundschaften schließen.

Meine Ergebnisse

Ein Porträt-Foto von Marit (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Marit (Foto: privat)

Für mein erstes Projekt habe ich eine Bohrprobe aus der Vulkaneifel untersucht und den Klimawandel zur letzten großen Eiszeit rekonstruiert. Ich wollte herausfinden, wie der Klimawandel abgelaufen ist, welche technischen Voraussetzungen man für eine solche Rekonstruktion braucht und warum man diese einsetzt. Dabei stellte ich fest, dass solche Methoden sehr nützlich sind, um herauszufinden, was der Auslöser für die Eiszeit gewesen sein könnte. Ursprünglich sollte daraus nur eine Seminarfacharbeit für mein Abitur werden, aber meine Lehrer*innen ermutigten mich, die Arbeit zusätzlich bei Jugend forscht einzureichen.

Außerdem unterstützte mich das Institut für Marine-Ökologie an der Universität Bremen, genauer gesagt die Abteilung „marum“, deren Geräte und Räume ich nutzen durfte. Der direkte Austausch mit erfahrenen Wissenschaftler*innen war dabei auch äußerst wertvoll. Meine erlangten Erkenntnisse wollte ich dann in den Jugend forscht-Wettbewerben 2020 und 2021 vertiefen. So befasste ich mich in meinen zwei weiteren Projekten mit der Frage, ob es tatsächlich möglich ist, dass sich der Klimawandel, der zur letzten Eiszeit führte, wiederholt. Mit diesem Projekt schaffte ich es schließlich 2021 dann auch ins Bundesfinale. Mein Fazit: Es ist durchaus denkbar, allerdings gibt es viele unsichere Klimafaktoren, wie zum Beispiel die Permafrostböden, so dass ich keine allgemein gültige Aussage treffen konnte.

Die Bedingungen - drei Mal anders

Die Teilnahme an den drei Jugend forscht Wettbewerben habe ich sehr unterschiedlich erlebt. Bei meiner ersten Teilnahme im Jahr 2019 fand noch alles in Präsenz statt, ebenso der Regionalwettbewerb 2020 kurz vor dem ersten Lockdown. Die Wettbewerbe kann man sich als eine Art Messe vorstellen. Die Teilnehmenden haben ihren eigenen Stand mit Plakaten und Ausstellungsstücken. In einem Gespräch von 20 bis 25 Minuten stellt man seine Projektarbeit vor und beantwortet die Fragen der Jury. Im Frühjahr 2020 wurden die Landes- und Bundeswettbewerbe jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Ein Jahr später fand Jugend forscht dann glücklicherweise wieder online, mit virtuellen Ständen und Videokonferenzen, statt. Beim Bundesfinale 2021 habe ich leider keinen der ersten Plätze belegt. Da man bei der Anmeldung höchstens 21 Jahre alt und im ersten Semester sein darf, ist eine weitere Teilnahme nun nicht mehr möglich.

Einfluss auf meinen Berufswunsch

Ich interessiere mich schon sehr lange für Naturwissenschaften – insbesondere durch Jugend forscht konnte ich tolle Einblicke in die Forschung gewinnen und so auch selbst aktiv werden. Auch wenn meine Begeisterung für die Paläoklimatologie, also die Klimavergangenheit der Erde, sehr groß ist, habe ich mich gegen ein geologisches Studium entschieden. Warum? Vor meinem Studium absolvierte ich einen Freiwilligendienst im Krankenhaus. Dabei habe ich bemerkt, wie viel Spaß mir das medizinische Arbeiten bereitet und wie groß mein Interesse an diesem Fach ist.

Für alle, die bei Jugend forscht mitmachen möchten habe ich noch einen Tipp: Auch bei Schwierigkeiten sollte man niemals aufgeben, denn wo ein Wille ist, gibt es zu jedem Problem auch immer eine Lösung. 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

BERUFETV

Das Filmportal für Berufe der Bundesagentur für Arbeit.
web.arbeitsagentur.de/berufetv/start

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbei tmit Informationen rund ums Studium.
www.studienwahl.de

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

Vielfältige Auswahl an Studienorten und Studienfächern.
con.arbeitsagentur.de/prod/studiensuche

Jugend forscht

Bundesweiter Nachwuchswettbewerb mit dem Ziel Jungtalente in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu fördern.
www.jugend-forscht.de

Hochschulkompass

Ein Angebot der Hochschulrektorenkonferenz. Hier gibt es Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de