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In die Fußstapfen meiner Eltern: Mach es wie Mama oder Papa?

Arzt werden wie der Vater, Lehrerin wie die Mutter – das sind nur zwei Beispiele dafür, dass so manche Kinder eine vergleichbare berufliche Laufbahn wie ihre Eltern einschlagen. Das kann zwar seine Vorteile haben, aber auch mit Herausforderungen verbunden sein.

Detailaufnahme von Arbeitsmaterialien und Werkzeug. (Foto: Christof Stache)

Schon in seiner Kindheit begeisterte sich Lukas Hörning (22) für die Sanitär- und Heizungstechnik. Als Sohn einer selbstständigen Handwerkerfamilie kam er schon ganz früh mit dieser Branche in Berührung. Nach dem Abitur war klar, dass der 22-Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Dissen eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik beginnt. „Da mein Interesse neben technischen auch kaufmännischen Aspekten gilt, kombiniere ich die Ausbildung mit einem kaufmännischen Studiengang an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln.“

Portraitfoto von Lukas Hörning (Foto: privat) Portraitfoto von Lukas Hörning (Foto: privat)

Lukas Hörning

Diese Konstellation nennt sich triales Studium. Es setzt sich aus der Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik mit anschließender Meisterausbildung, der Weiterbildung zum geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung sowie einem Bachelorstudium im Handwerksmanagement zusammen. Lukas Hörning ist beinahe fertig. „Im Anschluss werde ich noch mehr Erfahrung auf Baustellen sammeln.“

Geprägt vom elterlichen Betrieb

Die Handwerkerfamilie prägte Lukas Hörning. „Von klein auf habe ich das Geschehen rund um einen Handwerksbetrieb miterlebt. Opas Geschichten vom Berufsalltag fand ich spannend, auch die alltäglichen Gespräche mit meiner Familie haben mein Interesse geweckt.“ Also probierte er den Beruf einfach mal aus und machte ein Praktikum im Familienbetrieb. Weil es ihm so gut gefiel, entschied er sich für die Ausbildung.

Bei der Ausbildungsplatzsuche profitierte Lukas Hörning von den Kontakten seiner Eltern. Auch sein Großvater konnte ihn unterstützen, etwa beim Lernen für die Berufsschule. „Durch das grundlegende Vorwissen meiner Familie war ich gut in der Ausbildung“, berichtet er.

Oftmals beeinflussen die Erwachsenen bewusst oder unbewusst ihre Kinder bei der Berufswahl. Das kann durchaus positive Auswirkungen haben, wie Berufsberater Sven Geserich von der Arbeitsagentur Potsdam weiß: „Eltern sind in unserer immer komplexer werdenden Arbeitswelt grundsätzlich die wichtigsten Informationsquellen bei der Berufs- und Studienwahl – noch weit vor den eigenen Freunden, den Medien und anderen Ansprechpartnern.“ Sie kennen ihre Kinder am besten und fungieren als Berater in den verschiedensten Lebenslagen.

Von Erfahrungen und Netzwerken profitieren

Portraitfoto von Sven Geserich (Foto: privat) Portraitfoto von Sven Geserich (Foto: privat)

Sven Geserich

Allerdings ist der elterliche Blick eingeschränkt: „Vielen Eltern ist nur das eigene berufliche Umfeld bekannt, dieses dafür aber ziemlich gut. Und da Eltern für ihre Kinder immer nur das Beste wollen, üben sie hier eine gewisse Steuerungsfunktion aus“, erklärt der Berufsberater.

Positive wie negative Arbeitserfahrungen der Eltern bekommen die Kinder über Jahre hinweg mit. Die jungen Menschen lernen zum Beispiel die Tätigkeitsfelder sowie die Arbeitsumgebung ihrer Eltern kennen und sind mit den Arbeitszeiten bestens vertraut. „Der Berufsalltag wird für die Kinder erleb- und nachvollziehbar“, erklärt Sven Geserich. „Sie können sich vom Beruf der Eltern in einem gewissen Rahmen ein Bild machen. Damit können sie ganz gut abwägen, ob sie den Anforderungen gerecht werden können oder wollen und der Beruf ihren eigenen Interessen entspricht.“

Der Experte erlebt in seiner täglichen Arbeit, dass Kinder, die den Beruf der Eltern ergreifen wollen, sich umfassend mit diesem beschäftigt haben und damit ihre Berufs- und Studienwahlentscheidung oft ganz bewusst treffen. „Ein klarer Vorteil ist, dass durch die Arbeit der Eltern bereits konkrete Kontakte und Netzwerke bestehen. Sie können einem Türen öffnen, die anderen vielleicht verschlossen bleiben.“

Doch die Vorbildfunktion hat auch ihre Schattenseiten. „In meiner Beratungspraxis erlebe ich immer wieder, dass nicht nur fachliche Aspekte bei der Berufs- und Studienwahl eine wichtige Rolle spielen, sondern die Eltern auch hinsichtlich Lebensstil, Engagement, sozialem Status sowie finanziellem Erfolg eine Vorbildrolle für ihre Kinder einnehmen“, sagt Sven Geserich. Der Druck, im ausgewählten Elternberuf auch erfolgreich sein zu müssen und mit den Eltern verglichen zu werden, kann für Jugendliche durchaus zur Belastung werden.

Die eigene Entscheidung treffen

„Jugendliche, die in die Fußstapfen der Eltern treten, stellen oftmals hohe Ansprüche an sich selbst“, ergänzt der Berufsberater. „Dies wiederum kann die Angst des Scheiterns beflügeln, zumindest aber einen hohen Eigendruck erzeugen, um den Erwartungen gerecht zu werden.“

Daher ist es Sven Geserich wichtig zu betonen, dass die Studien- und Berufswahl letztlich eine individuelle Angelegenheit ist. „Auch wenn eine gewisse Erwartungshaltung seitens der Eltern vorhanden ist, so sollte doch jede und jeder für sich ganz persönlich überlegen, ob der Elternberuf tatsächlich zu ihr oder ihm passt.“

Weitere Informationen

Check-U – das Erkundungstool

Das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit ist eine kostenfreie, bundesweite Online-Anwendung zur beruflichen Orientierung. Teilnehmer können vier Module bearbeiten (Fähigkeiten, soziale Kompetenzen, Interessen und berufliche Vorlieben) und erhalten eine Übersicht über passende Studienfelder und Ausbildungsberufe.
check-u.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
berufenet.arbeitsagentur.de

Studiensuche

Mit der Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit findest du ein passendes Studienfach und einen Studienort.
www.arbeitsagentur.de/studiensuche

Berufsausbildung und mehr

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du nach dualen und schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.arbeitsagentur.de/berufsausbildung

Ausbildungsplatzsuche

Finde eine geeignete Ausbildung im jeweiligen Berufsfeld in nur wenigen Klicks.
arbeitsagentur.de/ausbildungsplatzsuche

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit rund um Berufe. Geglieder nach Ausbildungs- und Studienberufen und speziellen Themenfilmen, informieren kurzweilige Filme über wesentliche Tätigkeiten der einzelnen Berufe.
berufe.tv

Hochschulstart

Im Informations- und Bewerbungsportal der Stiftung für Hochschulzulassung erfährst du, für welche Studiengänge du dich wie bewerben kannst und was du dabei beachten musst. Mit einem Account hast du alle deine Bewerbungen im Blick.
hochschulstart.de

studienwahl.de

Der Studienführer ist ein Angebot der Stiftung für Hochschulzulassung und der Bundesagentur für Arbeit. Hier findest du alles zu den Themen Studienorientierung, Studienfelder und Hochschultypen.
studienwahl.de

Video: Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Der Artikel enthält ein Video mit weiteren Informationen.

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.